Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 49 (5.12.1930)
- Date
- 1930-12-05
- Page
- Seite 706 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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706 Das Jüdische Echo N r. 49' denen die Weihe eines Freitagabends in häuslichem Kreise versagt ist, sind uns herzlichst willkommen. Jüdischer Gesangverein, München. Wir weisen nochmals auf das heute abends 8 Uhr im Odeon stattfindende Konzert hin. Näheres siehe Inserat. Am 16. Dezember abends 8 Uhr findet im Lessingsaal eine außerordentliche Generalversammlung mit der Tagesordnung Satzungsänderungen statt. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München. Samstag, den 6. Dezember, fällt unser Vereinsabend aus. Samstag, den 13. Dezember 20.30 Uhr, findet im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße, im Rahmen unseres Klubabends eine Sch. - Anski- Gedächtnisfeier, anläßlich des zehnjährigen Todestags des Dichters, mit musikalischen Darbietungen statt. Gäste sind herzlich willkommen. Der jiddische Kurs findet nunmehr jeden Donnerstag im Jugendheim statt. Nächster Abend, Donnerstag, den 11. Dezember 20.30 Uhr. Teilnehmer werden noch aufgenommen. Gesamtausschuß der Ostjuden. Familie Kornhauser gratuliert zur Verlobung Dr. Rosner-Freilich 2.—; Familie M. Schumer gratuliert zur Verlobung Dr. Rosner-Freilich 1.—. Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Im Rahmen unseres Ortsgruppenabends sprach am Donnerstag, den 20. d. M., Herr Rechtsanwalt Dr. Siegfried Stern (München), der sich uns in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hatte, über „D er Revisionismu s“. Herr Dr. Stern entwickelte in temperamentvollen Ausführungen das revisionistische Programm, das so zum erstenmal den Mitgliedern unserer Ortsgruppe durch einen Revisionisten vorgetragen wurde. Von besonderem Interesse ist, daß Herr Dr. Stern für seine Person die Haltung des revisionistischen Delegiertentages hinsichtlich der Arbeiterfrage nicht akzeptierte, daß er sich vielmehr für eine Zusammenarbeit auch der Revisionisten mit der palästinensischen Arbeitsgemeinschaft einsetzte. Dem Vortrag schloß sich eine sehr lebhafte Debatte an, an der sich besonders die Herren Hans Wolf-Veith, Enoch, Hirsch, Dr. Nußbaum und Dr. Strauß-Reich beteiligten. Wenn die Debatte auch, insbesondere durch die Beiträge einiger jüngerer Gesinnungsgenossen, teilweise einen sehr lebhaften Charakter annahm, so kann doch festgestellt werden, daß der Verlauf des Abends ein befriedigender war. Dies ist wohl auch dem Umstand mit zu verdanken, daß Herrn Dr. Stern nach jeder Hinsicht Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit den gegnerischen Meinungen gegeben wurde. Herr Dr. L i e fast a e d t e r leitete die besonders gut besuchte Veranstaltung. Würzburg. Der Zionistische Arbeitskreis begann mit einer gut besuchten Versammlung seine Winterarbeit am Dienstag, dem 25. November. 1930, im Saale des Hotel Katzmann. Der Referent des Abends, Herr Dr. Bamberger, gab einen informatorischen Bericht über die Lage des Zionismus. Er stellte fest, daß der Schlag, der gegen das jüdische Aufbauwerk geführt wurde, heute ein anderes Geschlecht von Juden schon vorgefunden hat wie in früheren Zeiten. Die heutige Judenheit ist durch den Zionismus soweit erzogen worden, daß sie nicht länger Objekt der Politik, sondern auch Subjekt sein will. Deshalb trägt der heutige Rückschlag den Keim zu künftigen größeren Erfolgen in sich, da das von England begangene Unrecht von den Juden aller Länder mitempfunden wird und sie zu einer gemeinsamen Front geführt hat, in dem Bewußtsein, daß im Kampf um Palästina auch ihre eigene Schlacht geschlagen wird. Nach einer lebhaften Aussprache darüber nahm die Versammlung zu den Vorfällen anläßlich der Aufführung des Dybuk durch Habima Stellung. Als Niederschlag des allgemeinen Protestes wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Versammlung des Zionistischen Arbeitskreises vom 25. November 1930 erwartet angesichts der empörenden Vorfälle anläßlich des Habimagastspiels die Zusammenfassung aller zur Abwehr bereiten Kräfte der jüdischen Gemeinde Würzburgs. Gleichzeitig fordert sie alle geeigneten Maßnahmen, die zur Stärkung des jüdischen Selbstbewußtseins nach innen und außen beitragen können.“ Vortrag des J.J.V. Würzburg am 26. November 1930. Dr. Weichselbaum (Bamberg) sprach über den Dreyfußprozeß. Der Redner verstand es, das, was den Prozeß für uns Juden heute noch zu einem historischen Ereignis stempelt, loszulösen von dem zeitlich und juristisch bedingten Beiwerk. Die Tragik des Juden, der als Jude leidet, obwohl er innerlich losgelöst ist vom Judentum, heute bei uns noch genau so möglich wie vor 40 Jahren. Das zeigte er an Parallelen mit Prozessen aus unserer Zeit, dem Fechenbachprozeß, Haasprozeß (in Magdeburg) und anderen. Der Vortrag wurde von dem zahlreich erschienenen Publikum als bester Auftakt für die beginnende Winterarbeit des JJV. gewertet. Keren Kajemeth Lejisrael Jüdischer Nationalfonds Postscheck-Konto München 10442, Nürnberg 24565 Fernsprecher München 297449, Nürnberg 21912 Zentrale für Deutschland! Berlin W 15 Meinekestraße 10 Münchener Spendenausweis Nr. 9 vom 24. November bis 2. Dezember 1930 Spendenbuch: Herr Nathan Scheinmann (Landshut) anläßlich der Silberhochzeit seiner Schwiegereltern, Herrn u. Frau Z. Spielmann 20.—. Goldenes Buch Z. O. G., München: Tina u. Schlojme Monheit gratulieren Herrn u. Frau Albert Kupfer herzlich zur Geburt ihres Sohnes 1.—. Allgemeine Spende: Familie Bernhard Naß gratuliert Herrn u. Frau Z. Spielmann herzlich zur Silberhochzeit 1.—, H. B. 1.20 2.20. Büchsen: Geleert durch Albrecht Fröhlich: Theo Harburger 4.05, Noe Blum 3.80, J. Goldner 1.20, J. Epstein 1.20, B. Blum 2.50, S. Wilschinsky 1.10, Jakob Blum 1.60, M. Tolziner 1.—, H. Weber 1.—, Z. Spielmann 1.— 18.45. Imi-Taschen: Liselotte Ruth Kahn 1.30, Werner Auerbacher —.94 2.24. Material: D. Horn 1 N.-F.-Telegramm —.50. Summa: 44.39. Berichtigung: Im letzten Ausweis muß es heißen: Farn. M. Diamand (nicht A. Diamand) grat. zur Silberhochzeit E. Goldberg. Gesamtsumme seit 1. Oktober 1930: 1706.59. Spenden (Gratulationen) werden auch telefonisch unter 297 449 angenommen.