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Das jüdische Echo · 1930-06-27 · 26 (27.6.1930) · p. Seite 370

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
26 (27.6.1930)
Date
1930-06-27
Page
Seite 370 (sequence 20)
Language
German
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370 Das Jüdische Echo Nr. 26 Kultus, die Leiter der staatlichen und städtischen Galerien, des Landesamts für Denkmalspflege und die anderen Gäste herzlich begrüßte und das Wesen dieser jüdischen Kunst charakterisierte. Danach gab Herr Harburger eine kurze Übersicht über die etwa 160 Gegenstände umfassende Ausstellung, die in zwei Abteilungen synagogale Eintungen und Geräte zu häuslichen Feiern enthält. Die Objekte stammen im wesentlichen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, von den früheren Schöpfungen dieser jüdischen Kunst ist wenig erhalten geblieben und was nach dieser Zeit geschaffen wurde, entspricht meist nicht mehr den Anforderungen künstlerischen Geschmacks; die nahezu fabrikmäßige Herstellung hat auch hier ungünstige Einflüsse gehabt. Die Ausstellung beschränkt sich nicht auf Gegenstände bayerischer Herkunft; sie zieht zum Vergleich auch internationale Stücke fremden, vornehmlich italienischen Ursprungs heran, soweit sie sich in bayerischem Besitz befinden; auch sind viele Stücke, besonders die Geräte aus Edelmetall, nicht von jüdischen Urhebern, da ja Juden nicht Mitglieder der Gold- und Silberschmiedezünfte werden konnten.. Das interessanteste und auffallendste Stück der Ausstellung ist zweifellos der Thoraschrein aus der ehemaligen Synagoge von Colmberg (Ufr.), der von Elieser Sussmann bemalt wurde, dem Künstler, der auch die bekannten Synagogen von Bechhofen und Kirchheim (jetzt im Luitpoldmuseum in Würzburg.) in den Jahren 1732—40 ausgemalt hat. Ein anderer Thoraschrein aus Geroda (Ufr.) zeigt eine Bauernschreinerarbeit mit merkwürdiger Verarbeitung der kultischen Embleme. Thoraschmuck in vielen schönen, teilweise prachtvollen Exemplaren, Wimpeln, Standleuchter, Kohanim-Waschgerät, Memorbücher vervollständigen das Bild synagogaler Einrichtung; an Geräten zu häuslichen Feiern finden wir schöne Kiddusch- Becher (besonders hervorzuheben der 34 cm hohe Chewrah Kadischa zu Schwabach), eine Reihe von anderen Bechern, Sabbathänge- und Tischleuchter, Gewürzbüchsen in vielfältiger reizvoller Form, Habdalah-Kerzenhalter, Gebetbücher in silberbeschlagenen Einbänden, Megilloth (eine in prachtvoller Silberhülse), Purimteller, Sederschüsseln, Ethrog-Dosen, Chanukkah-Leuchter, Trauringe und Gürtel, Beschneidungsmesser, Amulette und auch eine schöne Mesusah in Holzhülse — kurz vorbildliche Exemplare all jener Gegenstände, die zur Erfüllung religiöser Pflichten gebraucht werden. (Die Ausstellung ist etwa 14 Tage lang werktags von 10—1 Uhr und 4—8 Uhr, Samstags und Sonntags' von 11—6 Uhr dem unentgeltlichen Besuch geöffnet; wir behalten uns vor, eventuell noch ausführlicher darauf zurückzukommen.) München. Dienstag, 17. Juni, fand eine Sitzung der gemeindlichen Kollegien gemeinsam mit dem Schulausschuß statt, auf der Herr Rabbiner Dr. Leo Baerwald und Herr Hauptlehrer M. Rosenfeld ihre pädagogischen Ansichten entwickelten. Herr Dr. Baerwald bekannte sich nunmehr als ein überzeugter Anhänger der Arbeitsschule, der gegenüber er früher eine skeptische Stellung eingenommen hatte und setzte sich sehr für den hebräischen Sprachunterricht ein. Wochenprogramm der V. J. St. Jordania. Sonntag und Montag, 29. und 30. Juni 1930, Ausflug auf die Zugspitze. Näheresi mündlich. — Mittwoch, 2. Juli, halb 9 Uhr, Burschenkurs. Bar-Kochba. Damen-, Mädchen- und Kinderabteilung. Sämtliche Mitglieder werden dringend aufgefordert, regelmäßig und pünktlich die Turnstunden zu besuchen. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die eingeteilten Stunden unbedingt eingehalten werden müssen. Damen, die in Abteilung II (von 8—9 Uhr) turnen, dürfen die erste Damenabteilung der Ordnung halber und wegen der bereits sehr großen Teilnehmerzahl auf keinen Fall besuchen. Die Eltern der Kinderabteilung werden gebeten, ihre Kinder, wie sie dies bisher getan haben, regelmäßig in die Turnstunden zu schicken. Zur Zeit fehlt eine größere Anzahl der Kinder und es ist zu hoffen, daß sich der Besuch in dieser Abteilung bessert. Jüdischer Jugendverein München. Auf der 8. Delegiertentagung wurde bei Behandlung der Probleme: „Beruf und Leben“ und „Lebensgestaltung“ wiederholt der Meinung Ausdruck verliehen, daß wir uns in einer immer mehr zunehmenden Proletarisierung befänden. Kritisch, wie die Jugend einmal ist, will sie keine Behauptung ohne weiteres hinnehmen. Und darum sollen uns in den nächsten Monaten die Fragen beschäftigen: „Beruhen diese Behauptungen auf Wahrheit?“ und wenn ja: „Wie können wir, die jetzige Generation, getreu unserer Losung: Jugend hilft der Jugend4 dem kommenden Geschlecht Mittel und Wege aufzeigen, dem Übel zu steuern?“ Unter dem Motto: „Proletarisieren wir?“ sollen Vertreter aller Berufe, der Kaufmann wie der Angestellte, der Handwerker und Landwirt, die Vertreter der freien Berufe und des Beamtentums zu Worte kommen, um von ihrem Gesichtspunkt und ihrer Erfahrung aus dieses Problem zu erörtern. Den Reigen der Vortragenden eröffnet am 3. J u 1 i im Lessingsaal, Beginn 20.30 Uhr, Herr Studienrat Schaalmann mit dem Thema: „Bereitet die Schule auf den Beruf vor?“ Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth Am Donnerstag, dem 12. Juni, hat die Ortsgruppe ihre zweiwöchentlich stattfindenden Vortragsabende mit einem Pressereferat von Herrn R.-A. Ernst Feilchenfeld geschlossen und ist in die Sommerpause eingetreten. .. Herr R.-A. Feilchenfeld gab einen allgemeinen Überblick über die Situation der Juden in aller Welt und charakterisierte treffend die besonderen Verhältnisse in den einzelnen Ländern. An der regen Diskussion beteiligten sich die Herren Landau, Nathan Nußbaum, Dr. Liebstaedter, Dr. Strauß-Reich und Sch. Schalom. Keren Kajemeth Lejisrael Jüdischer Nationalfond« Postscheck-Konto München 10442, Nürnberg 24565 Fernsprecher München 297449, Nürnberg 21912 Zentrale für Deutschland, Berlin W 15 Meinekestraße 10 Münchener Spendenausweis Nr. 29 vom 17. bis 24. Juni 1930 Goldenes Buch Z. O. G. München: Familie Julius Eisen kondoliert Familie Grünbaum und Naß RM. 3.—.

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