Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 22 (30.5.1930)
- Date
- 1930-05-30
- Page
- Seite 314 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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314 Das Jüdische Echo Nr. 22 richtslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1, zwischen 3 und 6 Uhr (Telefon 2 97 4 49), anzumelden. Besucht am 15. Juni, nachm, halb 3 Uhr, auf dem D.S.V.-Sportplatz an der Marbachstraße das große jüdische Sportfest: Leichtathletik-Klubkampf Bar- Kochba Nürnberg gegen Bar-Kochba München. Anschließend Handballwettspiel der ersten Mannschaften. Bar-Kochba, München. Morgen vorm. 10 Uhr findet wieder der große Staffellauf Grünwald- München statt. Die Strecke führt wie im Vorjahre von Grünwald-Harlaching-Candidplatz-Wittelsbacherstraße-Widenmayerstraße, durch den Engl. Garten-Prinzregentenstraße zum Friedensdenkmal. Durch die Teilnahme des Münchener Turngaues ist gerade in unserer Klasse die stärkste Konkurrenz seit vielen Jahren. Gegen 16 Mannschaften werden wir schwer zu kämpfen haben. Wir erwarten daher von den Laufmannschaften, daß sie ihr Möglichstes tun um günstig abzuschneiden. Anschließend an den Staffellauf findet als Abschluß der große Propagandalauf statt, an dem sich sämtliche Läufer ausnahmslos beteiligen müssen. Dreß besteht für beide Herrenmannschaften und für die erste Jugendmannschaft aus weißer Hose mit hellblauen Bändern umrandet, weißem ärmellosem Trikot mit Mögen David. Die Schülermannschaft trägt schwarze Hose, blaues Trikot mit weißem Kragen und Aufschlägen. Die Vorstandschaft. Bar-Kochba, Sportabteilung. Zur Entgegennahme der Startnummern, Bestimmungen usw. für den morgigen großen Staffellauf findet heute abend im Heime des K.J.V., St.-Annastraße 6, die tradionelle Grünwald-München Schlußsitzung statt. Die Schülermannschaft trifft sich dort pünktlich halb 8 Uhr, die erste Jugendmannschaft um 8 Uhr, die erste und zweite Herrenmannschaft um halb 9 Uhr. Morgen Sonntag treffen sich sämtliche Teilnehmer vormittag punkt halb 9 Uhr im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, zum Umkleiden. Wir erwarten, daß alle aufgestellten Läufer sowohl zu der Schlußsitzung als auch Sonntag vormittag im Umkleideraum pünktlich erscheinen. Die Leitung. Bar-Kochba, Damen- und Mädchen-Abteilung. Die Turnstunden Montag, den 2. Juni und Montag, den 9. Juni fallen wegen Schwuos und Pfingsten aus. Die nächsten Turnstunden finden Montag, den 16. Juni statt. Wochenprogramm der V.J.St. „Jordania“ Samstag, 31. Mai: 3.30 Uhr, Sport auf dem Platz Säbener Straße. Sonntag, 1. Juni: Bei gutem Wetter Ausflug; bei schlechtem 4 Uhr Karlstor. Mittwoch, 4. Juni: 8.30 Uhr Konvent; anschließend Fuxenkurs. Freitag, 6. Juni: 8.30 Uhr gemütliches Zusammensein; Ort wird noch bekanntgegeben. Kadimah München. Pfingstlager der Kadimah findet statt vom 6. bis 9. oder 10. Juni an der Amper, Poststation Heimhausen. Alles Nähere ist durch die Führer zu erfragen. Es sei aufmerksam gemacht auf die Vorträge von Ernst Simon am 4. und 5. Juni im Kunstgewerbesaal, Pfandhausstraße 7, über: 1. Franz Rosenzweig; und 2. Traditionelles Judentum und Erziehungsfragen. I. A.: Isa Straus. Jüdischer Jugendver.ein München I. Donnerstagabende. Lessingsaal. Beginn 8.30 Uhr. —- Am 5. Juni spricht Fritz Schwarzschild (Düsseldorf) über „Neuer Kurs im Reichsverband?“, ein Thema, das im Hinblick auf die bevorstehende Tagung aktuelles Interesse haben dürfte. — Am 12. Juni setzt Herr Lehrer Max Adler seinen Zyklus „Die Juden in der deutschen Politik“ fort und zwar spricht er über „Jüdische Politiker in und nach der Revolution“. II. Freitagabendfeier am 6. Juni in der Tonhalle, unter Leitung von Herrn Rabbiner Dr. Baerwald (siehe Tagungsprogramm). III. Wanderungen. Sonntag, 15. Juni. Schöngeising-Weßling-Seefeld. Treffpunkt 6.35 Uhr Hbhf., äußere Uhr. Sonntagskarte Grafrath. Preis RM. 1.70. IV. Unsere Junggruppe hat ihre Heimnachmittage jeden Samstag, Herzog-Max-Str. 3/1, und zwar a) für die Jüngeren um 15 Uhr, b) für die Älteren um 17 Uhr. Wir weisen unsere Mitglieder auf die Vorträge von Dr. E. Simon im Kunstgewerbehaus hin und bitten um zahlreichen Besuch. Zionistisch-sozialistischer Kreis Nürnberg Am Donnerstag, dem 15. Mai, hatte der im Winter neu gegründete Zionistisch-sozialistische Kreis zum ersten Male einen Vortrag in größerem Maßstabe veranstaltet. Herr Dr. Willy Strauß - Reich sprach über: „Zionismus und Sozialismus“. Ausgehend davon, daß für den oberflächlichen Betrachter Zionismus und Sozialismus zwei völlig verschiedene und nicht vereinbare Ideen seien, führte er in seinem einstündigen Referat durch, daß ein Sozialist sehr wohl Zionist sein könne und umgekehrt. JDie Verwirklichung des Zionismus als Ausdruck des Lebenswillens des jüdischen Volkes einerseits und der Sozialismus als Programm eines klassenlosen Gemeinwesens andererseits seien vielmehr zwangsweise aufs engste miteinander verbunden. Die Juden, die das zweitausendjährige Leid der Heimatlosigkeit mit sich tragen, werden in Palästina keine imperialistische Politik treiben. Die eingeborenen Araber wurden nicht deklassiert, im Gegenteil, es sind ihnen hohe Summen in die Hände geflossen, sie befinden 'Sich in einem zivilisatorischen und kulturellen Aufstieg, den sie nicht zuletzt der jüdischen Einwanderung zu danken haben. Der jüdische Sozialismus nimmt unter den Sozialismen in der Welt seinen besonderen Rang ein, er hat seine spezielle Aufgabe zu erfüllen, die Umschichtung des jüdischen Volkes zu vollziehen. Er müsse deshalb mitunter andere Wege und Methoden anwenden als sie sonst etwa im europäischen Staate Gültigkeit haben. Wie sehr die Notwendigkeit dieser Aufgabe von allen Zionisten anerkannt wird, geht daraus hervor, daß selbst bürgerliche Kreise willig ihr Geld für die sozialistischen Siedlungen geben. Redner schloß mit dem Hinweis, daß man in dem großen Völkerkonzert auch die jüdische Stimme nicht vermissen wolle und könne. An der sehr regen Diskussion beteiligten sich die Herren Hermann Landau, Dr. Siegfried Schloß, Max Gorski, N. Nußbaum, R. Hirsch und Königshöfer. Im Schlußwort bewies der Referent den vom sozialistischen Standpunkt aus ablehnenden Ausführungen des Herrn Dr. Schloß gegenüber, daß der Zionismus in sich schon ein solch wesentliches sozialistisches Moment birgt, daß er von jedem Sozialisten unterstützt werden müsse.