Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 4 (24.1.1930)
- Date
- 1930-01-24
- Page
- Seite 54 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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54 Das Jüdische Echo Nr. 4 Palast-Hotels der diesjährige Maskenball statt. Alle Mitglieder und Freunde bitten wir, diesen Tag freizuhalten. Alles Nähere in den nächsten Nummern dieses Blattes. Die Vorstandschaft. Jüdischer Jugendverein München. Wir machen unsere Mitglieder auf den Vortrag von Herrn Dr. Georg L u b i n s k i (Berlin) über „Aufgaben der jüdischen Jugend in unserer Zeit“ am Sonntag, dem 26. Januar, 20 Uhr, im Concordiasaal, Prannerstraße 4, aufmerksam. Da der Abend die erste gemeinsame und programmatische Veranstaltung der jüdischen Jugend zur Gründung eines Jugendheimes darstellen wird, ist es die Pflicht eines jeden, zu erscheinen. Eintritt frei! Donnerstag, 30. Januar: Ordentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Jahres- und Kassenbericht, 2. Entlastung der Vorstandschaft, 3. Neuwahl der Vorstandschaft, 4. Anträge und Sonstiges. Arbeitsgemeinschaften. Bibliotheksaal 20.30 Uhr. B i b e 1 k u r s. Leiter: Präparandenlehrer Hirnheime r. „Der Prophet Hosea.“ Alle 14Tage (4.Februar 1930). 2. Diskussionsabende. Leiter: Dr. Siegfried Kessler. „Das Judentum und seine Umwelt.“ Alle 14 Tage (28. Januar). Freitagabendfeiern. Die Freitagabendfeiern finden regelmäßig in der Herzog-Max- Straße 3/1, 20.30 Uhr, statt. (Leitung wie bekannt.) Alle jungen Juden Münchens, denen die Weihe eines häuslichen Freitagabends versagt ist, sind herzlich willkommen. Junggruppe. Heimnachmittage jeden Samstag, Herzog-Max-Straße 3/1. a) Pimpfe und Mittlere um 15 Uhr, b) Älterengruppe um 17 Uhr. Jüdischer Gesangverein München. Der Jüdische Gesangverein e. V. München hielt am 7. Januar 1930 seine ordentliche Generalversammlung ab. Nach dem Jahresbericht des Vorsitzenden, Rechnungslegung usw. erfolgte die Entlastung des Gesamtvorstandes. Der ausscheidenden bisherigen 1. Vorsitzenden, Frau Justizrat Dr. Dreifuß, wurde der Dank und die wärmste Anerkennung für ihre vorbildliche Tätigkeit ausgesprochen. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: 1. Vorsitzender, Zahnarzt Kurt Bettsack; stellvertretender Vorsitzender: Max Landmann; 1. Schriftführer: Joseph Silbermann; 2. Schriftführer: Alfred Hirsch; Kassier: David Goldberg. Sodann wurden noch die satzungsgemäß vorgeschriebenen Ausschüsse gewählt. Nach längerer Pause beabsichtigt der Verein wieder mit einer größeren gesellschaftlichen Veranstaltung an die Öffentlichkeit zu treten, um den Mitgliedern sowie den Freunden und Gönnern des Vereins Gelegenheit zu geben, auch wieder in geselligen Konnex zu treten. Die gegebene Veranlassung hierzu gäbe das Purimfest. Da dieses aber immer in die tanzlose Fastenzeit fällt, beabsichtigen wir als P u r i m v o r f e i e r ein Faschingsfest zu veranstalten, das am Faschingssamstag, dem 1. März 1930, unter dem zeitgemäßen Motto: Flulla di Mechulla in den oberen Sälen des Hotels Bayerischer Hof stattfinden soll. Der Eintrittspreis ist, soweit die beträchtlichen Kosten es zulassen, mit 2 RM. so niedrig als möglich angesetzt worden. Viele Überraschungen sowohl bezüglich der mitwirkenden künstlerischen Kräfte sowie Preise für die schönsten Kostüme, Tanzpreise usw. sind vorgesehen. Die Festleitung, die hiermit auch die passiven Vereinsmitglieder besonders herzlich einladet, wird sich alle Mühe geben, daß diese seit langem wieder erstmalige größere Vereinsfestlichkeit sich zu einem vollen Erfolg gestalten möge. IDas Jüdische Kammerorchester München ■ gedenkt mit Trauer und Dank seines Mit- ■ gründers und -leiters Franz Klein- I b a u e r , dessen Tod sich in diesen Ta- ■ gen jährte. I DcVS Jüdische Kammerorchester beabsichtigt bei einer größeren Veranstaltung in der zweiten Märzwoche u. a. mehrere Kanons für Singstimmen und Instrumente von Paul H i n d e m i t h (op. 44) aufzuführen. Der Leiter des Orchesters, cand. med. Heinrich Lamm, Bruderstraße 12 (Fernruf 23 9 01), bittet Sänger und Sängerinnen, die Lust zur Mitwirkung haben und die Anfangsgründe des Notensingens kennen, um eilige Angabe ihrer Anschrift. Die Proben werden wahrscheinlich Mittwochs von 19 bis 20.30 Uhr im Lessingsaal sein. Man wolle angeben, ob man zu dieser Zeit zur Probe kommen kann und wenn nicht, wann sonst. Die Mitglieder des Orchesters werden nochmals auf die Jugendkundgebung am Sonntag, 26. Jan. 1930, 20 Uhr, im Konkordiasaale, Prannerstraße 4, aufmerksam gemacht und aufgefordert, sich daran zu beteiligen. Wegen zweier wichtiger Veranstaltungen und anderer, gründliche Arbeit erfordernder Pläne werden die Mitglieder zu regelmäßigem Besuch der Übungsabende aufgefordert. In der nächsten Zeit werden studiert werden: Pergolese, La serva padrona; Vivaldi, Concerto grosso; Händel Wassermusik; Mozart, Serenade für zwei Orchester; Hindemith, Ein Jäger aus Kurpfalz u. a. Gute Streicher und Bläser sind jederzeit in den Übungsabenden willkommen. Diese sind jeden Mittwoch von 20.30 Uhr an im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Erdgeschoß, Rückgebäude. Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag, dem 9. Januar, fand in unserer Ortsgruppe die Berichterstattung über den außerordentlichen Delegiertentag in Jena statt. Als Vertreter der Allgemeinen Zionisten sprach Herr Harry Bein, der zunächst den allgemeinen Verlauf der Tagung schilderte, und sodann, ausgehend von Weizmanns Rede, die von der Fraktion der Allgemeinen Zionisten auf dem Delegiertentag eingeschlagene Politik ausführlich darlegte und begründete. Herr Dr. Strauß-Reich, Delegierter der Gruppe der sozialistischen Zionisten kennzeichnete in prägnanter Weise die Schwierigkeiten, die seine Fraktion auf dem Delegiertentag zu bestehen hatte, da sie das Zünglein an der Waage bildete. Für den Misrachi sprach Herr Dr. Isak Bamb e r g e r, dec unter anderem in Kürze die schwere Aufgabe skizzierte, für religiös-kulturelle, politische und wirtschaftliche Forderungen eine einheitliche Form zu finden, eine Lage, die der des deutschen Zentrums nicht unähnlich sei. Herr Dr. M. Nußbaum ergänzte die Ausführungen des Herrn Bein und betonte, daß die Ergebnisse des Delegiertentages befriedigend gewesen seien und man hoffen und erwarten dürfe, daß nunmehr die Arbeit ungestört ihren Fortgang finden werde.