Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 42 (21.10.1921)
- Date
- 1921-10-21
- Page
- Seite 538 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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538 Das Jüdische Echo Nr. 42 „Wo ist der Heilige, der Zaddik, der das böse Verhängnis zerrissen, der den Himmel durchbohrt hat. damit unsere Gebete durch die bleiernen Wolken iiineisn drin gen können zu Gottes Thron?“ ... Von dem Heiligen war nichts mehr zu sehen. Er hatte den Tempel verlassen und war, die Stiefel auf der Achsel, übers Feld schon ins Dorf heimgelaufen. Zionistentag Tagung des zionistischen Gruppenverbandes für und Sonntag, den Der diesjährige Gruppenverbandstag für Bayern und Württemberg soll in München am 5. und 6. November ds. Js. stattfinden. Der beherrschende Eindruck des Karlsbader Zionistenkongresses läßt sich dahin zusammenfassen : „Der Aufbau Palästinas ist trotz aller Krisen und Rückschläge möglich, erfordert aber, daß das ganze jüdische Volk, daß insbesondere jeder Zionist vom Präsidenten in London bis zum einfachen Schekelzahler in der kleinsten Gemeinde seine Pflicht tut. Sache des einzelnen Zionisten ist es, seine Kraft in in den Dienst des jüdischen Volkes zu stellen, Sache der zionistischen Organisation, ihre Mitglieder zur Tatbereitschaft zu erziehen, die verfügbaren Kräfte zusammenzufassen und sie an der richtigen Stelle einzusetzen. Zur Erfüllung dieser organisatorischen Aufgabe sind in Deutschland in hervorragendem Maße die Gruppenverbände berufen, die bei der zunehmenden Ausdehnung der deutschen Organisation und der dadurch naturgemäß geringer werdenden Fühlung zwischen der Leitung in Berlin und den Trägern der Arbeit in der Provinz allein imstande sind, die Arbeit der Ortsgruppen wirksam anzuregen und zu beeinflussen. Der Gruppenverband darf aber, soll er seine Bestimmung erfüllen, von den ihm zugehörigen Zionisten nicht als bürokratischer Verwaltungsapparat betrachtet werden, sie müssen ihn vielmehr als lebendige, wahrhaft demokratische Körperschaft und sich als deren mitverantwortliche Glieder fühlen. Weil es gilt, demokratischen Geist in diesem besten Sinne zu pflegen, darum kommt auch unserer demokratischen Institution, dem aus allgemeinen Wahlen hervorgegangenen Gruppenverbandstag eine hohe Bedeutung zu, deren Erkenntnis den Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland trotz seiner Überbiirdung mit wichtigen Geschäften veranlaßt, unseren Verhandlungen beizuwohnen. Wir rechnen bestimmt damit, daß ein sehr großer Teil unserer Mitglieder, Delegierte und Nichtdelegierte, seinem Beispiel folgt und hoffen, daß ein Abglanz der ernsten und doch zukunftssicheren Kongreßstimmung auf ihm ruhen wird. Programm des Z i o n i s t e n t a g e s. Samstag, den 5. November 1921, abends 8 Uhr im Hotel „Bayerischer 'Hof“, München, große öffentliche Tagung. 1. Begrüßung des Gruppenverbandstages durch die Zionistische Ortsgruppe München; 2. Referat des Herrn R.-A. Felix Rosenbliith- Berliin, Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung für Deutschiland über: „Der Aufbau Palästinas und das Weltjudentum.“ Sonntag, den 6. November 1921, vormittags 9.30 Uhr pünktlich im oberen Saal des „Bauerngirgl“, München, Residenzstraße 20. 1. Referat des Sekretärs des Zionistischen Gruppenverbandes, Herrn Karl Glaser, Nürnberg, über: „Der Zionismus in Bayern und! Württemberg, seine Arbeit und seine Aufgaben“; in München. Bayern und Württemberg am Samstag, den 5. 6. November 1921. 2. Referat des Herrn Dr. Meinhold Nußbaum- Nürnberg, Vorsitzender des Zionistischen Gruppenverbandes für Bayern und Württemberg über: „Der Keren Hajenssod“; 3. Referat des Herrn Dr. Elias Strauß-München über: „Unsere Gemeindepolitik“. Nachmittags: 1. Ansprache des Herrn Rechtsanwalt Felix Rosenblüth; 2. Generaldebatte; 3. Anträge; 4. Endgültige Beschlußfassung über das Statut; 5. Decharge, Wahl des neuen Vorstandes. Bestimmungen über die Wahjen zum Gruppenverbandstag gemäß § 10 des vorläufigen Statuts des Gruppenverbandes. Sitz und Stimme auf dem Gruppenverbandstag haben: 1. die Mitglieder der Vorstandschaft, 2. ein Beauftragter der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, 3. die gewählten Vertreter der Gruppen. Jede Gruppe kann mindestens einen Vertreter für den Gruppenverbandstag wählen. Eine Gruppe mit mehr als 25 Mitgliedern kann für je 25 Mitglieder einen Vertreter wählen,. Die Vertreter können mehrere Stimmen, jedoch nicht mehr als drei auf sich vereinigen. In Ortsgruppen mit mehr als 200 Mitgliedern kann die Wahl der Vertreter im Wege der Verhältniswahl erfolgen. A u is f ü h r u n g s b e s t i m m u n g e n des Gruppenverblandsvorstandes : Unter „Gruppen“ sind Ortsgruppen zu verstehen. Zionisten in Orten ohne Ortsgruppe können einen Vertreter mit Sitz aber ohne Stimme auf den Gruppenverbandstag entsenden. Die Wahlergebnisse aus allen Gruppen sind bis Sonntag, den 30. Oktober dem Vorstand des Gruppenverbandes, Nürnberg, Fiirtherstr. 87, bekanntzugeben. Mitteilungen der Z\ i o n i s t üis c h e n Ortsgruppe München: Zionisten, die zum Gruppenverbandstag zu reisen beabsichtigen, müssen möglichst umgehend an d,as Büro der Ortsgruppe, Wagmüllerstr. 19, Mitteilung gelangen lassen, falls sie auf Besorgung von Unterkunft in München reflektieren. Für jugendliche oder unbemittelte Gesinnungsgenossen besteht in beschränktem Maße die Möglichkeit der privaten Aufnahme. Wer besonders billiges Quartier wünscht, möge dies angeben. Am Sonntag, den 6. November findet wahrscheinlich ein gemeinsames Mittagessen statt, zu dem Anmeldungen sobald wie möglich nach München gesandt werden müssen. Nähere Mitteilungen ergehen noch. Der Vorstand des Zionistischen Gruppenverbandes für Bayern und Württemberg. Dr. Nußbaum. Glaser.