Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 287)
- Language
- German
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281 Außer unseren Investitionen für ständige Wohnungen haben wir fP 1700.— für Zelte ausgegeben. Wir taten dies, weil wir in einer kurzen Zeit viele Einwanderer unterbringen mußten und nicht das notwendige Geld für ständige Wohnungen aufbringen konnten, trotzdem wir wußten, daß das Wohnen der Einwanderer in Zelten einen gesundheitlichen und materiellen Verlust bedeutet. Als wir an die Errichtung der Lager gingen, stießen wir auf die Schwierigkeit, daß in jeder der Kolonien Bodenmangel herrscht. Das Hauptbüro des Keren Kayemeth Leisrael hat uns nach Möglichkeit geholfen. Jetzt, vor Beendigung der Arbeit in dieser Berichtsperiode, können wir erfreulicherweise konstatieren, daß die Schaffung von Chaluzlagern neben den Kolonien von hoher Bedeutung ist. Heute zählen die 40 in den Kolonien befindlichen Lager 2500 Arbeiter. In jedem Lager sind Hilfswirtschaften entstanden, Baumschulen, Geflügelhäuser, kooperative Werkstätten, Bäckereien usw. Jedes Handbreit Boden wurde auf die produktivste Art ausgenützt und es geht in den Lagern wie in einem Bienenstock zu. Die Arbeiterbank hilft den Kibbuzim mit Krediten für drei bis vier Jahre, die zur Entwicklung verschiedener Wirtschaftszweige dienen. Im Laufe dieser Jahre wurden zwischen einigen Kibbuzim und Freunden und Verwandten im Ausland starke Beziehungen geknüpft, und dank der Hilfe dieser Freunde konnten gewisse Geldbeträge aufgebracht werden, die der Entwicklung gut funktionierender Wirtschaftszweige auf durch den Keren Kayemeth Leisrael erworbenem Boden dienen. Nachdem die Kibbuzim eigene Anstrengungen machten, erhielten sie auch Kredite von der Zentralen Genossenschaftsbank der amerikanischen Economic Corporation und der Gesellschaft für die Ansiedlung der Tausend. Die Punkte, die diese Entwicklung erreichten, sind: Giwath Haschlosch a in Petach Tikwa mit 230 Mitgliedern, Giwath Brenner in Rechoboth mit 230 Mitgliedern, Kwuzath Hakowesch in Kfar Saba mit 150 und der Kibbuz des Haschomer Hazair En Samar bei Kerkur mit 95 Mitgliedern. Es gibt auch eine Anzahl Kibbuzim, die neben ihren Lagern keinen Boden erhalten konnten. Durch eigene Bemühungen und Ersparnisse in der Lebenshaltung und in anderen Ausgaben gelang es ihnen, auf Keren Kayemeth-Boden in anderen Gegenden eigene Wirtschaften zu errichten. Ein Teil hat den Platz schon neuen Chaluzim-Einwanderern geräumt, ein Teil wird dies in der nächsten Zeit tun. Wir können also zeigen, daß die Wohnungen in den Lagern schon heute neue Einwanderer aufnehmen können, da die alten sie verlassen. Eine wichtige Siedlungsarbeit wurde auch durch einzelne landwirtschaftliche Arbeiter geleistet. Einige Familien, die sich organisiert hatten, konnten Boden erwerben, zum Teil wurden sie durch Anleihen der Gesellschaft für die Ansiedlung der Tausend unterstützt, zum Teil geschah die Ansiedlung mit den eigenen spärlichen Mitteln und mit Hilfe besonderer Anleihen der Arbeiterbank. In den nächsten Monaten werden 300 Arbeiter in ihre eigenen Wohnungen in der Nähe der großen Kolonien übersiedeln. Einzele Arbeiterfamilien, die durch die überwärmten Irgunim keine Bodenflächen erhalten konnten, organisierten sich in kleinen Gruppen zwecks Errichtung von Wohnhäusern. In den Kolonien Chedera, Petach Tikwa und