Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 168)
- Language
- German
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162 Es wurden in die Exekutive folgende Herren gewählt: Präsident: Abgeordneter Misu Weißmann, Mitglieder: Dr. A. Mibashan, David Nußbaum, Philippe Rosenstein und Advokat Mayer Segall, als Vertreter der verschiedenein Gruppierungen im Lande. Diese Exekutive führt auch jetzt die Geschäfte der Zionistischen Landesorganisation. Entsprechend der sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage konnten die einzelnen Ortsgruppen nicht in der Weise arbeiten, wie das in früheren Jahren der Fall war. Vom rumänischen Zionismus gilt dasselbe wie von dem vieler anderer Länder: Die Bewegung ist zweifellos im den letzten Jahren bedeutend erstarkt, wenn auch die Organisation und die Organisationsformen weit hinter dem Zustand der früheren Jahre zurückgeblieben sind. Der Drang nach Palästina, der in den letzten Monaten außerordentlich stark hervortrat, zog seit Beginn des Jahres 1932 in der jüdischen Bevölkerung des Landes immer weitere Kreise. Der Zusammenhang zwischen Zentrale und Ortsgruppen wurde schlecht und recht aufrechterhalten, doch gelang es erst gegen Ende des Jahres 1932, eine regere Beteiligung der einzelnen Sektionen an der zionistischen Arbeit zu erzielen. Heute wirkt sich die organisatorische Arbeit auch dadurch mächtiger aus, daß es uns im Kongreß jähr möglich war, auf die Ortsgruppen Einfluß zu nehmen, daß sie eine umfassende Schekel-Kampagne durchführen. Wir werden in diesem Jahre wahrscheinlich über 12.000 Schkalim in Altrumänien haben, was zwar im Vergleich mit den guten alten Jahren nicht übermäßig viel ist, indessen gegenüber den letzten Jahren als ein großer Erfolg gebucht werden darf. Einzelne Mitglieder der Exekutive und insbesondere die Herren Misu Weißman und Dr. A. Mibashan, haben viele Ortschaften im Lande besucht und den Kontakt zwischen der Exekutive und den betreffenden Ortsgruppen wieder hergestellt. Auch ist die Arbeit des Zentralkomitees,, der obersten zionistischen Behörde des Landes, in der letzten Zeit sehr rege gewesen. Es wurde oft einberufen und faßte Beschlüsse in wichtigen zionistischen Angelegenheiten. Mehrere öffentliche Versammlungen in Bukarest und eine ziemlich große Anzahl von Propagandaveranstaltungen im Lande haben das zionistische Leben in der Hauptstadt und der Provinz aufrecht erhalten. Als Mittel der zionistischen Propaganda wurde, außer den üblichen Korrespondenzen und Zirkularschreiben, im Januar 1933 das Erscheinen des zionistischen Parteiorgans „Stiri din Lumea Evreeasca" wieder aufgenommen. Diese Zeitung, welche unter der verantwortlichen Leitung von Dr. A. Mibashan' steht, aber als Organ der Zionistischen Exekutive von derselben einheitlich kontrolliert wird, bildet ein ausgezeichnetes Mittel zur Information und Propaganda in den) jüdischen Lesekreisen Rumäniens. Die Haltung dieses Blattes ist eine vollkommen neutrale, es vertritt den Standpunkt keiner einzigen Partei, läßt aber alle zu Worte kommen. Außer der „Stiri" erscheint gegenwärtig im Lande die nationaljüdisch orientierte „Renasterea Noastra" (Organ der jüdischen Partei Rumäniens), ferner einige kleinere und minder bedeutende Blätter und Blättchen in verschiedenen Provinzstädten. Die meisten dieser Zeitungen erscheinen in rumänischer Sprache.