Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 163)
- Language
- German
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157 Die Revisionisten, die früher Mitglieder unserer Organisation waren, haben in der Berichtsperiode die Verbindung mit unserer Organisation — wie bekannt — gelöst. Unsere organisatorische und erzieherische Arbeit hat aber diesen Verlust durch Werbung von Tausenden neuer allgemein ziofnistischer Chawerün mehr als wettgemacht. Als Frauenorganisation ist die „Wizo" tätig, die eioen interfraktionellen Charakter trägt. Außerdem gibt es in einer Reihe von Städten Organisationen allgemein-zionistischer Frauen, die den Namen „Kolo Kobiet Zydowskich" führen. An der Durchführung der Schekelaktion beteiligten sich unsere Genossen besonders aktiv. Der Erfolg der Aktion war auch im laufenden Kongreßjahr ein überaus schöner. Es wurden zirka 85.000 Schekalim verkauft. Zum vorigen Kongreß hatte Ostgalizien 50.000 Schekalim. In der Berichtszeit haben wir uns bemüht, einen lebendigen Kontakt mit Palästina herzustellen. Wir haben mehrere Gesellschaftsreisen dorthin organisiert. An der Reise, die im März 1932 stattfand und 192 Touristen umfaßte, beteiligten sich auch viele Mitglieder unserer Exekutive und des Parteirates mit Dr. Schmorak an der Spitze. Wir haben nachher noch weitere zwei Reisen organisiert. Von den Touristen haben viele in Palästina Kapitalien investiert und außerdem haben diese Reisen viel zur Steigerung der Palästinastimmung bei uns beigetragen. Aus Palästina zurückgekehrt, haben wir eine [Enformation&abteluing bei der Exekutive errichtet, die eine rege Korrespondenz mit vielen Interessenten Ostgaliziens unterhält. Über die Tätigkeit der Fonds in unserem Lande sei hier nur erwähnt, daß unsere Genossen sowohl im Keren Kayemeth als auch im Keren Hajessod sehr aktiv arbeiten und in beiden Institutionen an den leitenden Stellen tätig sind. (Im KKL als Vorsitzender Dir. M. Fischer, im KH Ing. N. Landau.) Das Palästinaamt wird von Dr. D. Schreiber geleitet. Das Interesse an Palästina wird bei den Juden unseres Landes ein immer größeres. Die Zahl der erhaltenen Zertifikate konnte aber nur einen verschwindenden Teil der an uns gestellten Forderungen befriedigen. In der Berichtszeit waren wir leider gezwungen, bei der Exekutive der Jewish Agency Beschwerden gegen das Palästinaamt in Warschau und auch gegen das Emigrationsdepartement in Jerusalem einzubringen, weil die Tendenz hervortrat, die Autonomie des Lemberger Palästinaamtes abzubauen und es ganz dem Warschauer Palästinaamt unterzuordnen. Die Kulturarbeit wird in unserem Latnde von zwei Institutionen geführt, vom jüdischen Schulverein und vom „Tarbuth". Der jüdische Schulverein, der von Dr. M. Geyer geleitet wird, erhält in Lemberg eine hebräische 7jährige Volksschule mit Öffentlichkeitsrecht und utraquistische Gymnasien in Lemberg, Stanislau und Przemysl. Der „Tarbuth", an dessen Spitze Dr. Maks Leser steht, führt sowohl in Lemberg als auch im Land hebräische Kurse für Jugendliche und Erwachsene. Außerdem werden in Lemberg Seminarien-Kurse zur Heranbildung hebräischer Lehrer geführt, welche Anstalt besonders von Rabbiner Dr. Lewin unterstützt und gefördert wird.