Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 153)
- Language
- German
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Infolge landespolitischer Gegensätze innerhalb der Allgemeinen Zionisten sowie infolge innerer Kämpfe mit den Revisionisten hat die Organisation allerdings viel von ihrer früheren Schlagkraft gegenüber den nichtzionistischen Teilen der Bevölkerung verloren. 2. Mündliche und schriftliche Propaganda. In der abgelaufenen Berichtsperiode hat die Zionistische Landesorganisation, in Verbindung mit beiden zentralen Fonds, eine äußerst rege Propagandatätigkeit entwickelt. Diese Arbeit war in erster Linie Informations- und Aufklärungsarbeit, die infolge der politischen Ereignisse in Erez-Israel, des Shaw-Berichtes und des Weißbuches notwendig war. In diesem Zusammenhange sei hervorgehoben, daß in den kritischen Tagen, nach Veröffentlichung des Shaw-Berichtes und des Weißbuches, die Zentrale sofort mit allen Ortsgruppen des Landes in Verbindung trat und zweimal wöchentlich Informationsschreiben an der Hand authentischer Nachrichten versandte. Dank diesem gut eingerichteten Informationsdienste war es möglich, jedes Auftauchen einer defaitistischén Stimmung in den Kreisen unserer Gesinnungsgenossen zu verhüten. Die mündliche Propaganda wurde in der Berichtsperiode fast durchweg von freiwilligen Mitarbeitern, hauptsächlich von den Mitgliedern der Exekutive, bestritten. Von besonderer propagandistischer Wirkung waren die Besuche des Präsidenten Nahum Sokolow sowie von Dr. Schmarjahu Levin in unserem Lande. Die Vorträge und Versammlungsreden beider wurden von vielen tausenden Juden in Gernauti gehört und waren von nachhaltender Wirkung. Im Rahmen des „Sokolow-Monats", der durch ein Referat von Herrn Felix Rosenblüth im Parteirat eingeleitet wurde, wurde auch in der Bukowina eine Werbeaktion zwecks Heranziehung neuer Mitglieder organisiert, und diese Aktion hat einen verhältnismäßig guten Erfolg aufzuweisen: neue Mitglieder wurden gewonnen, eingegangene Ortsgruppen reorganisiert. In der Berichtsperiode wurden in Gernauti und Provinz ca. 600 zionistische Vorträge und Referate gehalten. Die schriftliche Propaganda wurde vor allem durch die „Ostjüdische Zeitung" sowie durch die „Neue Jüdische Rundschau" besorgt. 3. Kulturarbeit. Die Zionistische Landesorganisation rief im Winter 1929/30 eine jüdische Volkshochschule ins Leben, die ein umfassendes Lehrprogramm aufstellte und bereits im ersten Winter von 365 Hörern besucht war. Auch im Winter 1930/31 wurden diese Kurse mit sehr gutem Erfolge abgehalten. : j _ , ,, j| Von den einzelnen Kursen, die im Rahmen dieser Volkshochschulkurse abgehalten wurden, seien hervorgehoben: 1. Ideologische Grundlagen des Zionismus; 2. Die Zionistische Organisation in ihrer geschichtlichen Entwicklung; 3. Grundbegriffe der Nationalökonomie; 4. Marxismus und Poale-Zionismus; 5. Die neueste hebräische und jiddische Literatur; 6. Psychoanalyse und Hygiene. 1U9