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Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1931-01-01 · XVII (1931) · p. Seite 144

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Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
XVII (1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 144 (sequence 148)
Language
German
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IRI
…/9038125-9093591--2557-9089144
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aus Mitgliedern der Landes-Exekutive. Vorsitzender war in der Berichtszeit Dr. Arnold Schwarz; nach seinem ans Gesundheitsrücksichten erfolgten Rücktritt wurde zum Vorsitzenden Dir. Moses Fischer gewählt. Der Keren Kajemeth besitzt in Ostgalizien 220 lokale Kommissionen, die Eingänge steigen ganz deutlich. Einen überwiegenden Teil der Sammelarbeit leistet die allgemein-zionistische Jugend. In Ostgalizien besteht endlich ein Fonds lokalen Charakters, die „Ezra". Seine Aufgabe ist, den Chaluzim bei der Hachscharah und bei der Alijah behilflich zu sein. Für diesen Fonds werden jährlich etwa 80 000 Zloty aufgebracht. Vorsitzender der Zentrale des Fonds ist Rabb. Dr. Lewin. Das Palästina-Amt wird von Senator Dr. Schreiber geleitet. 7. Landespolitik. Die Zionistische Organisation Ostgaliziens wurde in der Berichtszeit sehr stark in Anspruch genommen durch die im November 1930 abgehaltenen Wahlen zu den gesetzgebenden Körperschaften der polnischen Republik. Auf Grund einer Verständigung mit der Zionistischen Organisation für Westgalizien wurde für ganz Galizien eine gemeinsame jüdisch-nationale Kandidatenliste aufgestellt, auf die bei den Wahlen vier Abgeordnete zum Sejm durchgebracht wurden. Im allgemeinen war diese Liste die einzige jüdische Liste im Lande. Wo. in einzelnen Kreisen die „Aguda" die jüdischen Stimmen für eine eigene Liste zu werben versuchte, gelang es ihr, nur eine ganz geringe und unwesentliche Zahl zu erreichen. Zum erstenmal erschienen ferner bei den Wahlen auf nicht jüdischen Listen Namen jüdischer Kandidaten. Die Wahlresultate bewiesen jedoch, daß die Judenheit Galiziens in ihrer überwiegenden Majorität sich im jüdisch-nationalen Lager befindet. Die zionistische Liste erzielte in ganz Galizien weit über 200 000 Stimmen, in Lemberg allein 31000. Dagegen ist aus Gründen, die von den Juden unabhängig waren, das einzige jüdisch-nationale Mandat zum Senat verloren gegangen. Ein vor den Wahlen eingeleiteter Versuch, zusammen mit den Zionisten Kongreßpolens eine gemeinsame jüdisch-nationale Kandidatenliste zustande zu bringen, ist leider gescheitert. Das gegenwärtige jüdische Kolo im Sejm zählt 6 Abgeordnete, darunter 4 zionistischer Richtung; den Vorsitz führt Rabb. Dr. Ozjasz Thon. 8. Wirtschaftstätigkeit. In der letzten Zeit hat sich die wirtschaftliche Not unter den Juden Galiziens bedeutend verschärft. Diese Not findet ihren Ausdruck in einem Verarmungsprozeß, der breiteste Schichten der jüdischen Bevölkerung ergriffen hat. Die Zionisten Ostgaliziens sind bemüht, dieser Not nach Möglichkeit abzuhelfen. Die Kreditgenossenschaften und Gemiluth Chesed-Kassen, die dem jüdischen Mittelstande, den Kleinhändlern und Handwerkern, niedrigen und billigen Kredit vermitteln, weisen eine günstige Entwicklung auf. Seit dem letzten Bericht konnte das Netz dieser Kreditanstalten erweitert und ausgebaut werden. Auf Initiative der Landesorganisation fand am 2. Februar 1930 unter starker Beteiligung der Zionisten eine jüdische Wirtschaftskonferenz in Lemberg statt, die von etwa 100 Delegierten verschiedener jüdischer Wirtschaftsorganisationen beschickt war. Die Konferenz beschäftigte sich mit der Not der jüdischen Bevölkerung und nahm eine Reihe von Anträgen und Vorschlägen betreffend Revision und Verbesserung des staatlichen Steuersystems und des Kreditwesens an. im

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