Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 146)
- Language
- German
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abgehalten und im Laufe von wenigen Wochen die in Anbetracht der wirtschaftlichen Verhältnisse beträchtliche Summe von etwa £ 7000 für den „ Keren Haganah" aufgebracht. Aus fast allen Ortschaften Ostgaliziens wandten sich ferner die Juden mit Protest-Kundgebungen an den Völkerbund und an die englisch© Regierung. Selbstverständlich lag die Leitung dieser Bewegung bei der Zionistischen Organisation. Das angespannte Interesse der Juden Ostgaliziens für die zionistische Sache hält mit unverminderter Kraft an, und die Entwicklung der Ereignisse wird von allen Juden mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt. 2. Nachruf. Am 1. Dezember 1929 starb plötzlich an den Folgen einer Operation der langjährige Präsident der Zionistischen Organisation Ostgaliziens, eine der markantesten Persönlichkeiten des polnischen Judentums, sein langjähriger politischer Führer, Dr. Leon Reich. Sein Tod ist ein unersetzlicher Verlust für das polnische. Judentum und für die zionistische Bewegung, sein frühzeitiges Hinscheiden der schwerste Schlag für die Landesorganisation. Dr. Reichs Tod weckte im ganzen Lande tiefe Trauer, und 40 000 Juden begleiteten den verehrten Führer auf seinem letzten Wege. 3. Organisation. Nach dem Ableben Dr. Reichs übernahm zunächst für die Zeit bis zur Landeskonferenz Dr. Emil Schmorak die Leitung der Organisation. Die im April 1930 abgehaltene Jahreskonferenz wählte dann folgende Leitung: Dr. Emil Schmorak, Präsident; Dr. Henryk Rosmarin, Dr. Emil Sommerstein, Dr. Moses Lustig, Vizevorsitzende; Prof. Abraham Stupp, Generalsekretär. Zu Mitgliedern der Exekutive wurden gewählt: Dr. Hermann Dattner, Dr. Majer Gayer, Frau Dina Karl, Ing. Naftali Landau, Salomon Langnas, Dr. Salomon Leder, Dr. Israel Muenzer, Dr. Adolf Rothfeld, Prof. J. Rothman, Mgr. Dawid Bojko, Dr. M. Landau. Die drei Letztgenannten sowie Dr. Lustig gehören der revisionistischen Gruppe an. Ferner wurde ein Parteirat, bestehend aus 70 Mitgliedern, gewählt. Sein Präsident, Dr. Dawid Schreiber, hat Sitz und Stimme im Präsidium der Exekutive. Die Organisation wurde in der Berichtszeit ausgebaut und gestärkt. Außer den gewöhnlichen Jahreskonferenzen fanden zwei Konferenzen aller Obmänner der zionistischen Ortsgruppen des ganzen Landes statt, und zwar eine im November 1929, an der auch das Mitglied der Exekutive, Herr Lazarus Barth, teilnahm, und eine im März 1931, unter Beteiligung des Mitgliedes der Exekutive, F. Rosenblüth. Der Parteirat versammelte sich in der Berichtszeit achtmal. Endlich wurden 12 Kreiskonferenzen in den größeren Provinzstädten abgehalten, denen auch Mitglieder der Landes-Exekutive beiwohnten. In den letzten zwei Jahren war eine besondere Entwicklung der Jugendbewegung zu verzeichnen. Die Jugendorganisationen „Achwah", ,,Hanoar Haiwri" sowie der „Brith Trumpeldor" entwickeln sich immer mehr, so daß die oft vernommene Klage, die Jugend sei in den Reihen der allgemeinen Zionisten nicht zu finden, für Ostgalizien nicht mehr zutrifft. Auf dem Gebiete der Chaluz-Bewegung war Galizien (Ost und West) bahnbrechend dadurch, daß von hier die ersten allgemein-zionistischen Chaluzim nach Palästina gingen. Seit mehr als einem Jahre arbeitet in Petach-Tikwah der erste allgemein-zionistische Kibbuz des „Hanoar Haiwri", auf dessen Initiative auch im-Februar 1931 die erste 1U2.