Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 20 (1933)
- Issue
- 4 (27.1.1933)
- Date
- 1933-01-27
- Page
- Seite 30 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Das Jüdisch© Echo Nr. 4 risti-sch für sein Schaffen war der Mangel eines einheitlichen Niveaus. Geniale Leistungen wechselten mit hilflos dilettantischen ab. Dem lag zweifellos ein Mangel an artistischer Sicherheit zugrunde, da der Künstler außergewöhnlich stark von seinen Eingebungen abhängig war. St. Stückgold hat in seinem umfangreichen Werk biblische Motive und Erlebnisse seiner Heimat, außerdem eine Menge Porträts jüdischer Persönlichkeiten gemalt, so Else Lasker-Schüler, Albert und Margot Einstein, Oskar Cohn. Martin Buber u. v. a. Hervorragend sind seine biblischen Aquarelle „Adam und Eva“ „Eva mit Apfel und Schlange“ u. a. hervorzuheben sind noch „Ahasver“, seine Blumenstücke „Rosen“, „Rosen und Flieder“, Chrysanthemen“. 1929 stellte er in Berlin über 50 Gemälde aus. 1930 waren Viele, die Stückgold von früher her kannten überrascht über die starke Verbundenheit mit Palästina, die man von Stückgold in früheren Jahren nicht erwartet hatte. M. S. Zionistische Ortsgruppe, Nürnberg-Fürth Am Donnerstag, dem 19. Januar 1933. veranstaltete unsere Ortsgruppe, anläßlich des 60. Geburtstags des Dichters, im internen Kreis einen Vortrag über: „Die Dichtung Bialiks“ (mit Rezitationen). Das Referat hatte der an der Sprachschule Chowewe-Iwrith als hebräischer Lehrer tätige Herr Josef Schuksteliski übernommen. Er gab den zahlreich erschienenen Zuhörern ein abgerundetes Bild der Bedeutung Bialiks für das Gesamtjudentum und der Werke des Dichters. Das Referat war von Rezitationen umrahmt, die von Schülerinnen der Sprachschule mit schönem Ausdruck gesprochen wurden. Besonders angenehm fiel dabei auf. in welch kurzer Zeit die Schüler der Sprachschule, unter Leitung von Herrn Schuksteliski, sich recht gründliche Kenntnis des Hebräischen angeeignet haben. Als sichtbaren Erfolg des Abends hatten wir einige Neuanmeldungen zur Sprachschule zu verzeichnen. Im Laufe der Monate März oder April wird die Hebräische Sprachschule mit einem ..neschef ivri“ vor die breitere Öffentlichkeit treten: bei dieser Veranstaltung sollen ausschließlich Dichtungen Bialiks aufgeführt und gesprochen werden. Aus dem Münchener Bar-Kochba Wir machen unsere Mitglieder und Freunde auf das Kostümfest des J. N. F. Weekend im Pardess aufmerksam und erwarten vollzähligen Besuch dieses von einigen unserer Turnbrüder geleiteten Festes, das besonders schön zu werden verspricht. Tischtennis im Bar Kochba, München Die in diesem Jahr zum erstenmal an die Öffentlichkeit getretene Tischtennisabteilung hat sich sofort zur regsten und mit zur erfolgreichsten Abteilung des Bar Kochba entwickelt. Die von Dr. Berger, Helfeld und Goldstern geleitete Abteilung hat in ihren Reihen die besten Spieler Münchens und hat auch bisher alle Kämpfe ihrer 1. Mannschaft gewonnen und nach ihrem letzten großen Erfolg gegen den lange Zeit führenden Münchener Tischtennisklub die erste Runde der Südbayerischen Verbandsmeisterschaften unter 14 Vereinen als Sieger beendet. Die Resultate gegen die Münchener A-Klassenvereine waren alle überzeugend glatt, so daß wohl mit einem endgültigen Sieg in der südbayer. Mannschaftsmeisterschaft zu rechnen ist und Bar Kochba dann als Vertreter Südbayerns bei der geplanten Mannschaftmeisterschaft von Deutschland teilnehmen kann. Die Ergebnisse der 1. Runde waren: Gegen: Pasing 9:0, Neuhausen 7:2, Concordia 8:1, Jahn 8:1 und Münchener Tischtennisklub 7:2. Dieses letzte Treffenwar das schwerste und niemand hätte gedacht, daß der Bar Kochbasieg so hoch ausfallen würde. Helfeld I (BK) schlug Einstoß nach blendendem Spiel, in dem Verteidigungskunst mit guten Schüssen wechselte, glatt 3:0! Goldstern (BK) fand sich erst nach verlorenem 2. Satz beim Stande von 1:1 zurecht und gewann dann überlegen spielend 3:1, Spiro mußte mit aller Energie kämpfen um Dr. Kuffler, der im Entscheidungssatze schon 20:17 führte noch knapp zu besiegen. Helfeld II übertraf ebenso wie Schneuer, der alle Kämpfe für Bar Kochba bisher gewann, die Erwartungen und gewann gegen Korn, bzw. Weißlein mit 3:1! Gröbel war noch nicht in gewohnter Form und unterlag gegen den gut spielenden Hoffmanen 1:3. Im Doppel waren die Bar Kochbapaare Helfeld I und II und Goldstern-Spiro glatt mit 3:0 gegen Herz-Einstoß und Dr. Kuffler-Hoffmann überlegen, während Schneuer-Kornhauser nicht harmonierten und gegen Korn-Weißlein verloren. — In einem Freundschaftsspiel gewann Bar Kochba gegen die starke Nürnberger Tischtennisklubmannschaft. die erst vorher gegen Augsburg 12:0 gewonnen hatte, nach harten, spannenden Kämpfen mit 5:4. Auch die 2. und 3. Mannschaft schlug sich gut und Bar Kochba 2 führte nach Beendigung der 1. Runde der Verbandsspiele punktgleich mit Reemstma und wird hoffentlich in die A-Klasse 'aufsteigen. Nur die Damenmannschaft ist noch nicht so gut wie sie sein sollte, aber da genügend Talente vorhanden sind, die bald turnierreif sein werden, ist auch hier für die nächste Zukunft mit einigen Erfolgen zu rechnen. Jedenfalls war die Idee einer Tischtennisabteilung gut und der ganze Verein wird sicher durch den Eifer unserer Tischtennisspieler angesteckt werden und auch auf anderen Sportgebieten Erfolge erzielen. Wie wir vor Redaktionsschluß erfahren, ist der Plan einer jüdischen Siedlung in Transjordanien gescheitert, Jerusalem, 25. Januar. (ITA.) Der Emir von Transjordanien, Abdullah, veröffentlicht heute eine Erklärung, daß er den vor kurzem mit einer jüdischen Gesellschaft abgeschlossenen Vertrag, laut dem er 70 000 Dunum Boden aus seinem Privatbesitz in Transjordanien einer jüdischen Gesellschaft in Pacht für die Dauer von 99 Jahren gibt, für ungültig erklärt. Abdullah gibt ausdrücklich bekannt, daß die Anullierung des Vertrages unter dem Druck der Palästina-Regierung erfolgt. Diese Erklärung veröffentlichte der Emir kurz nachdem er den Großmufti von Jerusalem, Haj Amin el Husseini, in seinem Schloß zu Amman empfangen hat. Noch gestern erklärte Emir Abdullah Pressevertretern gegenüber, er sei entschlossen, alle Bedingungen des Vertrages zu erfüllen, obwohl er einem starken Druck seitens der Palästina-Regierung, die aus einer jüdischen Einwanderung nach Transjordanien Schwierigkeiten befürchtet, ausgesetzt ist. Er werde versuchen, die Regierung davon zu überzeugen, daß eine jüdische Arbeit in Transjordanien dem Lande großen Nutzen bringen wird.