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Das jüdische Echo · 1929-12-06 · 49 (6.12.1929) · p. Seite 732

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
49 (6.12.1929)
Date
1929-12-06
Page
Seite 732 (sequence 14)
Language
German
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732 Das Jüdische Echo Nr. 49 Saarbrücken versetzten Dr. R ü 1 f (Bamberg) wurde Dr. Keßler zum ersten Vorsitzenden des Bayerischen Landesverbandes gewählt und die Geschäftsführung nunmehr nach München verlegt. Die Israelitische Jugendhilfe E. V., die in diesen Tagen auf ein 25jähriges Wirken zurückblicken kann, hat sich in ihrem Jubiläumsbericht selbst das schönste Zeugnis ausgestellt; in einem Bericht, der jedoch jedes überflüssige Wort vermeidet und ganz sachlich, stichwortartig von der Entwicklung der Arbeit in den vergangenen Jahren erzählt, über die heutigen Verhältnisse Auskunft erteilt und schließlich noch eine Betriebsberechnung für das Jahr 1928 vorlegt. Über die augenblickliche Organisation sagt der Bericht: „Diese Wechselbeziehungen von praktischer Arbeit und finanzieller Hilfe haben dazu geführt, die Offene Jugendfürsorge nunmehr — seit dem 1. Januar 1929 — ganz zu vergemeindlichen, d. h. die Gemeinde finanziert die gesamte Offene Jugendfürsorge,, beauftragt jedoch den Arbeitsausschuß des Vereins zur Weiterführung der Geschäfte in der bisher geübten Weise und ordnet in die regelmäßig stattfindenden Arbeitssitzungen ein Mitglied der Gemeindevertretung ab. Damit sind für die Gemeinde die eingearbeiteten Kräfte der freien Wohlfahrtspflege für die Offene Jugendfürsorge erhalten, unserer Arbeit aber ist ein sicherer und stärkerer Rückhalt gegeben. Im Gegensatz dazu bleibt die Beschaffung der Mittel sowie die Leitung und Arbeitsleistung für die geschlossene Jugendfürsorge: Kinderheim, Lehrlingsheim (letzteres gemeinsam mit der München-Loge) in unseren Händen.“ Dieses Ergebnis ist durchaus zu begrüßen; die Aufgaben der Jugendfürsorge können sicherlich auf solche Weise, die organisierte Wohlfahrtspflege und freiwillige Hilfstätigkeit vereinigt, am besten erfüllt werden. Zur Feier ihres Jubiläums veranstaltet die israelitische Jugendhilfe am 27. November nachmittags ein Kinderfest und abends ein Festkonzert im Unionsaale. Der Besuch beider Veranstaltungen zeigte, welch großen Ansehens sich der Verein erfreut: Der Jubel der Kinder am nachmittag und der Beifall, der die erlesenen musikalischen Darbietungen lohnte, die freudige Stimmung, die noch lange die Besucher bei Tanz und fröhlicher Geselligkeit zusammenschloß, mag den Veranstaltern der schönste Dank für ihre nicht immer leichte Arbeit sein — zumal dann, wenn, wie angenommen werden darf, das finanzielle Ergebnis die Tätigkeit des Vereins in diesem schweren Winter wesentlich unterstützt. Die Entstehung des Judentums Der jüdische Kulturverein Perez hatte Herrn Dr. Raphael Straus zu einem Vortrag über „Die Entstehung des Judentums“ gewonnen. Der Vortragende behandelte jene entscheidende Epoche der jüdischen Geschichte, das babylonische Exil und die Zeit nach der Rückkehr, in der sich die Wandlung zur festorganisierten Religionsgemeinschaft vollzog. Es ist der Übergang von der israelitischen zur jüdischen Geschichte, die Entstehung des Judentums. Diese Wendung läßt sich schon bei dem Propheten des Exils, Ezechiel, wahrnehmen, sie wird dann bewußt gefördert und vollzogen durch Esra und Nehemia, die dem Judentum seine neue Gestalt gaben, in der es sich trotz aller Weiterentwicklung erhalten hat. Einen Schritt innerhalb dieser Entwicklung bedeutet auch — und zwar in ganz ähnlicher Weise — die Vergeistigung des Judentums und die Stärkung der Lehre nach der zweiten Zerstörung des Tempels und dem Untergang des jüdischen Staates. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez. Unser Vereinsabend fällt anläßlich des Konzertes vom Jüdischen Gesangverein aus. Wir ersuchen unsere Mitglieder, recht zahlreich zu diesem zu erscheinen. Sonntag nachmittag, pünktlich 2.30 Uhr, Gesangs- und Theaterprobe im Lessingsaal, Herzog- Rudolf-Straße. Die Romanfortsetzung mußte in dieser Nummer wegen der Berichterstattung über die Untersuchungskommission leider wegfallen. Keren Kajemeth Lejisrael Jüdischer Naftionalfonds Spendenausweis des Nürnberger Büros vom 29. November 1929 Spendenbuch: Frau F. S. anläßlich ihres 50. Geburtstages 5.-—. Allgemeine Spenden: Familie Max Bauer anläßlich des Hinscheidens ihres Sohnes Otto 10.—; Familie Schönfärber anläßlich eines Todesfalls 6.—; Familie S. Hirschmann anläßlich eines Todesfalls 2.—. Wertzeichen: Jugendaktion, Walther Löwenthal für 20 Bausteine gesammelt 10.—. Büchsen: durch Eva Mathilde Nußbaum: (Franz Steinhardt 13.—; Frau Henny Kahn 11.77; Graf 9.54; Siegfried Kahn 8.79; Dr. Liebstädter 5.18; August Ney, Stefan Erlanger, Dr. M. Nußbaum je 5.—; Julius Kahn 4.50) — 67.78. Durch Rahel Nußbaum: (Wilhelm Aufochs 10.—; Frau Rosi Mendle 4.—; Dr. H. Geßner 2.80; Bernh. Bing 2.28; Josef Blumenfeld 1.70; Sal. Ehrlich 1.32; Robert Kohn, Dr. Grünspecht je 1.—) 24.10. Viktor Reichenberger 13.—; Dr. Landauer 9.50; Dr. B. Kronacher 5.05; Lilly Vorhaus 5.—; Ida Ehrenbacher 4.60; Heinrich Gutmann 4.37; Ludwig Bildstein 4.20; Dr. A. Löb, Frau N. Götz je 4.—; Dir. Jacobsohn 3.94; Rudolf Heller, Harry Bein, Nathan Bonne je 3.—; 8 Büchsen unter 3.— 17.70) 84.36. Summa: 209.24. Seit 1. Oktober 1929 aufgebracht 1581.14 RM. Wegen Erbteilung ist in Reichenhall eine Villa mit schönem Garten in allerbester Lage und sehr gutem Zustande zu verkaufen. Sehr geeignet als Milchu. Mehlspeisenküche, da solche nicht vorhanden. Zuschr. erb. unter B.D. a. d. Anz.-Abt. d. ,Jüd. Echos‘*

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