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Das jüdische Echo · 1929-05-31 · 22 (31.5.1929) · p. Seite 350

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
22 (31.5.1929)
Date
1929-05-31
Page
Seite 350 (sequence 23)
Language
German
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350 Das Jüdische Echo Nr. 22 Tel-Awiw ein Empfang statt, dem die führenden jüdischen Persönlichkeiten Palästinas beiwohnten. Prof. Warburg war aus Anlaß seines Geburtstages Gegenstand sehr herzlicher Ehrungen seiten der palästinensischen Judenschaft. Er hat nach der Geburtstagsfeier sofort die Reise nach Deutschland angetreten. Prof. Warburg, der im Jahre 1959 in Hamburg geboren wurde, genießt als Botaniker Autorität in der ganzen Welt. Er bereiste als Forscher 1885 bis 1889 die Länder Süd- und Ostasiens. 1891 wurde er Dozent für Botanik an der Berliner Universität. 1897 wurde er zum Universitätsprofessor ernannt. Er besuchte Palästina und die Orientländer in den Jahren 1900, 1901 und 1903. 1911 wurde er, der seit der Schaffung der modernen zionistischen Bewegung durch Herzl dieser Bewegung gedient hatte, zum Präsidenten des Engeren Aktions-Comittes der Zionistischen Weltorganisation gewählt. Wichtige Dokumente zur Frage des Status quo an der Klagemauer Jerusalem, 21. Mai. (JTA.) Herr Professor Schorr, der Oberrabbiner der Warschauer Großen Synagoge, hat dem Rat der jüdischen Gemeinde von Jerusalem zwei Dokumente übergeben, die für die Frage des Status quo an der Klagemauer von großer Bedeutung sind. Das erste Dokument ist eine offizielle Mitteilung des Sekretariats der Palästinaregierung aus dem Jahre 1920, als eben die Zivilverwaltung in Palästina unter Sir Herbert Samuel errichtet worden war, und besagt, daß der Oberkommissar die Entscheidung über die Frage der Trennung der männlichen und weiblichen Andächtigen an der Klagemauer dem Rab- KÜHLRÄUMEN ^/c/lO^Ccrs6r: 3. Jbuxfetger&br'. 2*S~ ^'TX&nsz&röär'. S J\ bhoiung Kostenlos I. MÜNCHENER PLISSE-BRENNEREI FRANZ GRÖBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten, KostUmstlckereien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75 binat Palästinas überläßt. Das zweite Dokument enthält eine Mitteilung des früheren Gouverneurs von Jerusalem, Sir Ronald Storrs, ebenfalls aus dem Jahre 1920, in der es heißt, daß die Regierung nichts dagegen habe, wenn längs der Klagemauer Stühle zur Benutzung seitens der Betenden aufgestellt werden. Aus diesen beiden Dokumenten ist klar zu ersehen, daß die Errichtung einer Scheidewand und die Aufstellung von Stühlen keinerlei Verletzung des Status quo bedeuten. Bekanntlich haben diese zwei Angelegenheiten in den Jahren 1925 und 1928 zu sehr unliebsamen Zwischenfällen geführt, indem die Moslemiten angeblich in der Verteidigung des Status quo die jüdischen Andächtigen angegriffen haben. Am Versöhnungstage 1925 handelte es sich um Stühle, die zum Ausruhen für betende Greise und Greisinnen aufgestellt wurden; am Versöhnungstage 1928. handelte es sich um die Scheidewand. Die Ange-? legenheit hat bekanntlich auch den Völkerbund beschäftigt. Eine Synagoge aus dem ersten Jahrhundert in Transjordanien entdeckt Jerusalem, 17. Mai (JTA.) Der von der British School of Archeology und der Yale-Universität entsandten Expedition, die unter der Leitung von J. W. Crowland steht, ist es gelungen, in Jerash (Transjordanien), unterhalb der ausgegrabenen Kirche, aus dem Jahre 529 bedeutende Reste einer Synagoge zu entdecken, die, wie man glaubt, aus dem ersten christlichen Jahrhundert stammt. Man hat Grund anzunehmen, daß die Kirche über der Synagoge zur Zeit der antijüdischen Verfolgungen in Transjordanien als Folge des von Kaiser Justinian gegen die Juden erlassenen Edikts erbaut worden ist. Jerash ist das alte Gerasa, und liegt etwa.50 Meilen nordöstlich von Jerusalem zwischen den Bergen von Gilead. Gemeinden-u. Vereins-Echo Was geht In der Kultusgemeinde vor? Vor einiger Zeit wurde an dieser Stelle über die Beratungen des Kultusetats in der Gemeindevertretung berichtet und dabei auch mitgeteilt, daß schließlich dem Verein Ohel Jakob von der Gemeindevertretung die beantragte Erhöhung seiner Subvention um 4500 RM. zur weiteren Unterhaltung der Jüdischen Volksschule genehmigt wurde. Dieser Beschluß bedurfte allerdings noch der Zustimmung des Gemeindevorstands, um Gültigkeit zu erlangen, ebenso wie der auf Antrag der jüdischen Volkspartei gefaßte Beschluß, daß 3000 RM. in Beihilfen von je 500 RM. zur Förderung von Früehen bereitgestellt werden sollten. Über die Stellungnahme des Gemeindevorstands zu diesen beiden wichtigen Etatpositionen ist bisher nichts weiter bekannt geworden, wenn man nicht aus der Tatsache, daß zwei liberale Mitglieder der Gemeindevertretung ihren Rücktritt erklärt haben, auf besondere Schwierigkeiten schließen darf, die offenbar noch einmal entstanden sind. Es besteht daher Anlaß genug, in aller Öffentlichkeit die Frage zu stellen; Was geht in der Kultusgemeinde vor? Hat man die hart umkämpften Etatpositionen nun genehmigt oder ist

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