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Das jüdische Echo · 1929-02-08 · 6 (8.2.1929) · p. Seite 93

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
6 (8.2.1929)
Date
1929-02-08
Page
Seite 93 (sequence 22)
Language
German
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Nr. 6 Das Jüdische Echo 93 Pause. Während der Pause Erfrischungsbüfett, gestellt von der Jüdischen Frauengemeinschaft. 6. Hajowel. Von Achikam, Lustspiel in 1 Akt. Regie Max Fischer. 7. Al-Haschchitah. Von Ch. N. Bialik, Sprechchor. Der Vorverkauf hat bereits so stark eingesetzt, daß es sich empfiehlt, sich möglichst bald Karten zu sichern. Karten zu RM. 3.30, 2.20, 1.60, 1.10 im Vorverkauf bei Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2, Telephon 52 407; D. Goldberg, Schwanthalerstraße 24, Telephon 5 96 7 19; A. Gidalewisch, Müllerstraße 42, Telephon 22 9 74; S. Orljansky, Neuhauser Straße 29, Telephon 90 5 61; Zionistische Ortsgruppe, Herzog-Rudolf-Straße 1. Telephon 2 97 4 49. Kategoriekarten zu RM. —.60 nur an der Abendkasse. — Nachfolgend geben wir eine Inhaltsangabe des zur Aufführung gelangenden Einakters. Das Jubiläum von Achikam Meschulam, ein Lehrer in einer Kreisstadt, der sich mit Vorliebe schriftstellerisch betätigt und sich berufen fühlt, seinem Volke die Wege zur wahren Jugenderziehung zu weisen, versäumt dieser Lieblingsbeschäftigung wegen häufig seine Unterrichtstunden. Seine Frau Deworah, stets schimpfend und aufgeregt, bringt der Arbeit ihres Mannes auf seinem Lieblingsgebiet kein Verständnis entgegen, weil sie mit seinen Artikeln nicht Schabbath machen kann und erinnert ihn energisch an seine Pflichten als Ernährer seiner Familie. Als er wieder einmal über einem Artikel über das Erziehungsproblem seine Stunden versäumt, erfolgt ein erregter Auftritt, in dessen Verlauf Deworah ihrem Mann androht, alle seine Artikel — einen davon hat sie sogar zum Einwickeln von Fleisch verwendet — zu vernichten. Inmitten dieses ehelichen Streites erscheint die Tochter Sarah und übergibt ihrem Vater einen Brief, bei dessen Lektüre sich der Zorn und die Erregung des Vaters in helles Entzücken verwandelt. Die materialistische Deworah glaubt nichts anderes —• gibt es denn eine andere Ursache, die eine solche Freude auszulösen vermöchte —, als daß sie das große Los gewonnen hätten. Aber wie groß ist ihre Enttäuschung. Der Brief enthält nur die Anerkennung und Beglückwünschung der vielen Anhänger und Freunde ihres Mannes, der nunmehr 25 Jahre auf dem Gebiete der Publizistik segensreich gewirkt hat und dem man für diesen Abend anläßlich dieses Jubiläums ein Fest bereitet. Deworahs Enttäuschung ist grenzenlos, denn sie erwartet außer dieser Ehrung, mit der man wieder nicht Schabbath machen kann, noch Geld, Geschenke. Indes bringt sie aber die zerissenen Schuhe ihres Mannes zum Schuster, damit sie bis zum Festbeginn noch geflickt werden können, während Sarah den Rock ihres Vaters ausbessert. In der folgenden Stunde gibt sich Meschulam große Mühe sich zu konzentrieren, weicht aber immer wieder von dem Unterrichtsstoff ab, um unter versteckten Andeutungen bei seiner Schülerin zu erfahren, ob denn das große Ereignis schon bekannt geworden sei. Diese Stunde findet einen jähen Abbruch durch das Erscheinen eines Anhängers von Meschulam, der im Auftrag der Festveranstalter gekommen war, um das Bild des verehrten Meisters zu holen, damit es im Festsaal aufgehängt werden kann. Es folgt ein Intermezzo, wobei Daniel in jugendlichem Ungestüm auf den mit einem weißen Tischtuch bedeckten Tisch steigt, um das Bild herunterzunehmen, dabei eine Spinne entdeckt, und während man bemüht ist, das Hindernis zu entfernen, fällt das Bild auf Deworahs Haupt. Sie hat nun wiederum vollauf Grund zur Aufregung — und geht schließlich doch zum Schuster, um die Schuhe des Jubilars zu bringen. Indessen erscheinen weitere Abordnungen, um den Meister zu den bereits versammelten Festteilnehmern zu führen, aber die Schuhe sind noch nicht geflickt. Und da dies noch eine Weile dauert, sieht man plötzlich die ganze schon ungeduldige Festversammlung wie ein drohendes Unheil gegen das Haus des Meisters heraufziehen. Die Situation ist eine höchst peinliche, bis Deworah auf einen glücklichen Einfall kommt und Meschulam befiehlt, eine plötzliche Erkrankung vorzutäuschen und sich ins Bett zu legen. Die Gratulanten sind inzwischen angekommen und die Feierlichkeiten gehen nun an Ort und Stelle vor sich. Nach den Festreden und der Überreichung der nach Ansicht Deworahs viel zu schäbigen Geschenke erscheint der Schusterlehrling endlich mit den Schuhen. Und nun erfährt die Handlung ein tragikomisches Ende. Da der Junge auf Geheiß seines Meister ohne das Geld für die Schuhe nicht weggeht, ergreift die verzweifelte Deworah die silberne Feder, eines der Jubiläumsgeschenke, und drückt sie dem Jungen in die Hand mit dem Ruf: Nimm, dafür hat mein Mann sich 25 Jahre gemüht. Die Pädagogische Arbeitsgemeinschaft der Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes teilt mit, daß im Anschluß an einen Vortrag von Frau Gertrud Weil über „Unsere heranwachsende Jugend“ eine „Müttervereinigung im Jüdischen Frauenbund“ begründet wurde. Diese setzt sich zum Ziel, nach den an dem Vortragsabend entwickelten Grundsätzen Einfluß auf die geistige und Charakterentwicklung der Kinder zu nehmen und gemeinsam auf eine Reform der Kindergeselligkeit hinzuwirken. Wer sich dieser Vereinigung anschließen will, wird gebeten, sich bei Frau Dr. Wilmersdoerffer, Scheinerstraße 3, anzumelden. Es besteht die Absicht, etwa vierteljährlich zusammenzukommen; dabei sollen aktuelle pädagogische Fragen besprochen werden, die aus dem Kreis der Mütter selbst auftauchen; es wäre sehr erwünscht, wenn solche Fragen oder Vorschläge in bezug auf ein Thema an die obige Adresse eingesandt würden, damit die Aussprache wirklich Klärung über schwierige Punkte der Erziehung bringen kann. Dr. G. W. Treibt Turnen und Sport im Bar-Kochba

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