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Das jüdische Echo · 1928-04-13 · 15 (13.4.1928) · p. Seite 232

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
15 (13.4.1928)
Date
1928-04-13
Page
Seite 232 (sequence 6)
Language
German
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232 Das Jüdische Echo Nr. 15 Aus der jüdischen Welk Die Hauptversammlung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten — 500 Ortsgruppen Berlin, 2. April. (JTA.) Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat am Sonntag, dem 1. April, und Montag, dem 2. April 1928, seine außerordentliche Hauptversammlung im Logenhaus, Berlin, Kleiststraße 10, abgehalten. Die Tagung beschäftigte sich mit den Problemen, die die Hauptaufgabe des Bundes bilden: Siedlungstätigkeit, Aufrechterhaltung der inneren Neutralität und damit Entgiftung des politischen Lebens, starke Zusammenfassung aller am Weltkriege beteiligten Kameraden und Behandlung der sozialen Fragen. Der Bundesvorsitzende, Hauptmann a. D. Dr. Löwenstein, hielt ein umfassendes Referat über die politische Lage und die mit den kommenden Wahlen für den Bund im Rahmen seiner Neutralität zusammenhängenden politischen Notwendigkeiten. Die Tagung war aus allen Gauen Deutschlands zahlreich besucht. Wie der Vorsitzende in seiner Begrüßungsansprache feststellen konnte, hat der Bund im vergangenen Jahre eine erfreuliche Ausdehnung genommen. Er zählt über 500 Ortsgruppen im ganzen Deutschen Reich. Einen großen Teil der Beratungen nahm die Besprechung der inneren Fragen des Bundes in Anspruch. Drei neue Friedhofschändungen — 56., 57. und 58. Berlin, 29. März. (JTA.) Dem „Israelitischen Familienblatt“ wird über weitere drei Friedhofschändungen berichtet. In Eilendorf im Rheinland entdeckten Friedhofbesucher in der vorigen Woche, daß der jüdische Friedhof rohester Zerstörungswut zum Opfer gefallen ist. Eine Anzahl von Leichensteinen lag umgeworfen auf den Gräbern; zum Teil waren sie sogar aus dem Boden herausgegraben. Der Gottesacker bietet einen furchtbaren Anblick. Von den Tätern fehlt noch jede Spur. Auf dem jüdischen Friedhof in Baisingen in Württemberg wurden vor kurzem 12 Grabsteine umgestürzt. Als Täter wurden zwei 13jährige Knaben aus Baisingen ermittelt. Sie erhielten Schulstrafen. Nach Pflaumloch und Lauchheim ist dies in kurzer Zeit schon der dritte Fall der Friedhofszerstörung in württembergischen Gemeinden. Vergangene Woche wurde der alte jüdische Friedhof in Fulda geschändet. Die jüdische Gemeinde hat eine Belohnung für die Feststellung der Täter ausgesetzt. Jüdisch-Soziale Schulungswoche Berlin, 3. April. (JTA.) Unter Beteiligung von etwa 200 Teilnehmern, von denen ein großer Teil aus dem Reiche nach Berlin gekommen war, fand vom 18. bis 23. März 1928 in Berlin eine von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden gemeinsam mit den anderen großen Wohlfahrtsorganisationen veranstaltete Jüdisch-Soziale Schulungswoche in der Hochschule für die Wissen- PACKARD Deutsche Neuwäscherei O.m.h.H. FELIX BRANDNEU * MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage Schaft des Judentums statt. Unter den Teilnehmern waren vor allem in der jüdisch-sozialen Arbeit der verschiedensten Gebiete beruflich tätige Kräfte; aber auch Rabbiner, Lehrer und freiwillige Mitarbeiter der Wohlfahrtspflege nahmen an der Veranstaltung teil. Im Rahmen der Schulungswoche veranstaltete auch der Verein der Leiter und Leiterinnen jüdischer Erziehungsanstalten Deutschlands eine Sondersitzung. Die Anleihe der Frankfurter israelitischen Gemeinde an der Börse Frankfurt a. M., 26. März. (JTA.) Die 7prozentige Konsolidierungsanleihe der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. von nom. RM. 1 Million, über die schon berichtet wurde, wird jetzt von der Frankfurter Niederlassung der Diskontgesellschaft zu 92,5 Prozent angeboten (Auszahlungskurs 90 Prozent). Die neue Anleihe ist bis 1. April 1933 unkündbar, von da ab zu pari durch Rückzahlung oder Auslosung bis 1948 zu tilgen. Die Anleihe soll an der Frankfurter Börse eingeführt werden. Ein nationaljüdischer Jugendverband in der Schweiz In Zürich fand eine Tagung der jüdischen Jugendvereine der Schweiz statt, an der Delegierte von 20 Schweizer Vereinen, die etwa 900 Jugendliche vertraten, teilnahmen. Es wurde die Gründung eines „Jüdischen Jugendverbandes . der Schweiz“ beschlossen, der auf nationaljüdischem Boden steht und der zur Aufgabe hat, Organisierung der jüdischen Jugend der Schweiz, Vermittlung von Kenntnissen der jüdischen Geschichte und Kultur, des Hebräischen und von der Lage des jüdischen Volkes in der Gegenwart. Es soll nichts unternommen werden, was gegen die Satzungen der Religion verstößt. (Ziko) Der 100. Geburtstag von Johannes Heinrich Dunant, Begründer des Roten Kreuzes und Vorkämpfer für Jüdische Kolonisation in Palästina Genf, 28. März. (JTA.) Die Schweiz rüstet sich zur Feier des 100. Geburtstages ihres verstorbenen berühmten Sohnes Johannes Heinrich Dunant, in der ganzen Welt als der Begründer des Internationalen Roten Kreuzes bekannt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, lange vor Entstehen der modernen zionistischen Bewegung, trat Dunant mit Plänen über eine große Kolonisation in Palästina auf. Zunächst versuchte er Napoleon III. für diese Idee zu interessieren, später suchte er Unterstützung hierfür in Paris, London und Berlin. Er kam in dieser Sache mit den angesehensten Juden jener Epoche, wie Adolphe Cremieux, Moses Montefiore, Mitgliedern der Faverkörpert vornehmen Reichtum Generalvertreter: GEBR. BEISSBARTH / KOHLSTR. 2 beim Deutschen Museum

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