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Das jüdische Echo · 1928-03-23 · 12 (23.3.1928) · p. Seite 192

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
12 (23.3.1928)
Date
1928-03-23
Page
Seite 192 (sequence 10)
Language
German
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192 Das Jüdische Echo Nr. 12 Deutsche Neuwäscherei G.m.b.H. FELIX BRANDNEU * MÜNCHEN Wittelsbacherplatz 2/o, Eing. Finkenstraße Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwtschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage Löwenherz-Goldfarb RM. 3.—, M. Schumer und Frau gratulieren Herrn und Frau Saposchnik zur Verlobung ihres Sohnes, desgleichen Herrn Satonower und Frau zur Geburt des Sohnes, Herrn Hirschinger zum 70. Geburtstag, RM. 3.— Gesamtausschuß der Ostjuden. Die Pesach-Verteilung für Unbemittelte findet statt am Sonntag, 25. März 1928, nachmittags 2—3 Uhr, in der Reichenbachstraße 21. Würzburg. Im Jüdischen Fortbildungsverein sprach Dr. Ernst Simon (Frankfurt) über: Sechs jüdische Führer der Gegenwart. Er ging dabei aus von den drei geistigen Hauptrichtungen des gegenwärtigen Judentums und nannte für sie je zwei Vertreter: für den Liberalismus Hermann Cohen und Franz Rosenzweig, für den Zionismus Buber und Bialik und schließlich für die Orthoxie, zu der sich der Redner selbst bekannte, Birnbaum und den Oberrabbiner von Palästina, Kuck. Obwohl Hermann Cohen, als einziger unter jenen Männern, nicht mehr am Leben ist, so darf man doch von ihm sagen, daß er zum Bild der Gegenwart gehört und ein Führer für die Gegenwart geworden ist. Cohen ist weithin bekannt als Begründer des Neukantianismus. Seine Einstellung zum Judentum ist in den ersten Jahrzehnten seines Lebens die eines Outsiders. Später kehrte er zum Judentum zurück und fügte die jüdische Religion in den Rahmen der kantischen Auffassung der Religion der reinen Vernunft: sie wird aber zur Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums. In Cohens Religionsphilosophie stehen sich als Pol Gott und Mensch gegenüber, dazwischen der Bund. Er kommt zur Frage der Nationalität und des jüdischen Gesetzes, die er früher verneint hatte, von denen er aber nun insbesondere letzteres anerkennt. Immer mehr entwand sich so sein Geist dem liberalen Judentum. Franz Rosenzweig, hat in seinem Hauptwerk „Der Stern der Erlösung“ ein System der Philosophie aus jüdischen Elementen geschaffen. Organisatorisch trat Rosenzweig durch die Gründung des Freien jüdischen Lehrhauses zu Frankfurt hervor, das bezweckt, die dem Judentum Entrückten diesem zurückzugewinnen. Weiterhin hat Rosenzweig sich als Mithelfer Bubers bei der Bibelübersetzung und durch selbständige Übersetzungen jüdischer Literatur einen großen Namen gemacht. Martin Buber: Er ist der einzige Ost-Westjude, den es gibt; er war es, der den Chassidismus des jüdischen Ostens in Westeuropa bekannt machte. Buber glaubt, im Chassidismus komme die wahre Religiosität zum Ausdruck. So ist auch Bubers Zionismus zu verstehen; denn Buber spürt einen Hauch des Erneuerungslebens in den Aufbauenden in Palästina. B i a 1 i k ist der größte jüdische Dichter der Gegenwart und so erscheint er uns als Streiter für den kulturellen Zionismus. Er hat das hebräische Gedicht in ungeahnter Weise entwickelt. Sein Hebräisch ist erfüllt von den Umgestaltungen der jüdischen Sprache, die sie von alten Zeiten an bis in die Jetztzeit erfahren hat. Er hat gleichsam die jüdische Sprache modernisiert. Als Vertreter der Orthodoxie tritt uns zunächst Birnbaum gegenüber. Er fand eines Tages, daß das jüdische Volk nicht nur eine Sprache, sondern auch ein Gesetz hat und wandte sich so immer mehr der Orthodoxie zu. Dabei blieb und bleibt er der Ketzer, der er auch in den anderen Lagern früher war, indem er auf bestehende Fehler stets hinweist. Er vertritt die sogenannte „selbständige Orthodoxie“, die lediglich das Wort, das Gesetz anerkennt, eine Zusammenarbeit mit anderen Richtungen aber ablehnt. Im Gegensatz hierzu steht hier der Oberrabbiner von Palästina, Kuck, der es geradezu für eine Pflicht der Orthodoxie hält, mit anderen Richtungen in Fühlung zu treten. Kuck glaubt, daß der Aufbau in Palästina nicht die Erlösung selbst ist, aber ein Schritt dazu. Er hat besonders unter den irreligiösen Strömungen in Palästina sehr gelitten. Das Gemeinsame jener Männer sieht der Redner darin, daß ihr Wirken auf eine kulturelle Höherentwicklung des Judentums abzielt. Der äußerst interessante Vortrag des ausgezeichneten Redners fand bei den zahlreichen Zuhörern lebhaften Beifall. Regensburg. Schon seit längerer Zeit bestand in weiten Kreisen der Gemeinde der Wunsch, durch Veranstaltung von Vorträgen und Lehrkursen das jüdische Wissen zu vertiefen. Diesen Bestrebungen kam Herr Bezirksrabbiner Levy darin entgegen, daß er die Anregung zur Gründung eines Vereines für „Jüdische Geschichte und Literatur“ gab. Nach' mehrfachen Vorbesprechungen fand die Gründungsversammlung am 6. Februar statt. Einleitend hielt Frau Jettka Levy-Stein einen Vortrag über „Das jüdische Festkalendarium in historischer Bedeutung“, deren interessante Ausführungen lebhaften Beifall fanden. Über die Aufgaben und Ziele des Vereins sowie seine Arbeitsmethoden und über die Bedeutung dieser Gründung entspann sich sodann eine längere angeregte Debatte, die schließlich zur Gründung des Vereins führte, dem sich sofort mehr als 40 zahlende Mitglieder anschlossen. Spenden-Ausweis Jüdischer Nationalfonds München. Wir machen darauf aufmerksam, daß ab 25. März die Pessachaktion beginnt, aus welchem Anlasse eine Haussammlung stattfindet. Wir bitten unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter bei ihrer Arbeit freundlichst zu unterstützen und ihnen eine, dem Anlasse entsprechende Spende geben zu wollen. Münchener Spendenausweis Nr. 16 vom 14. bis 20. März 1928 Allgemeine Spenden: Purimspiele RM. 1.—. Purimsammlung der Jüdischen Frauengemeinschaft: J. Lichtenauer RM. 5.—. Goldenes Buch: Frieda und David Horn: Farn. J. Kluger gratuliert zur Verlobung Saposchnik-Bogopolsky, Hochzeit Goldfarb-Löwenherz und Bar-Mizwäh Schapira RM. 5.—. Farn. P. Grünbaum gratuliert herzlich zur Hochzeit Goldfarb-Löwenherz, zu den Verlobungen Saposchnik-Bogopolsky und Biberkraut-Joseph,

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