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Das jüdische Echo · 1927-11-18 · 46 (18.11.1927) · p. Seite 761

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
46 (18.11.1927)
Date
1927-11-18
Page
Seite 761 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 46 Das Jüdische Echo 761 non Selbstmordgedanken berauscht, für die jugendliche Schar der jüdischen Pfadfinder besonders geeignet war, dürfte allerdings dahingestellt bleiben. Die Gedenkrede von Manfred Heß, inhaltlich knapp, treffend zusammengefaßt und stilistisch gut, konte gleichwohl nicht befriedigen, da der Vortragende über ein ziemlich monotones Ablesen aus seinem Manuskript, das auch nicht den Stempel sonderlicher Originalität trug, nicht hinauskam. — Mit gewohnter Meisterschaft las Bernhard Renka, der nicht umsonst heute als einer der besten Münchener Vortragskünstler und Humoristen gilt, und den ich einem Plaut und Salzer nicht nachsetze, die kleine Novelle ,,das Bettelweib von Locarno“, ein Gedicht und die bekannte Anekdote von einem preußischen Reiter von Kleist. Renka versteht es, auch als Vorleser Stimmungen mit Tonfall und Gebärde zu malen. Allgemeine Heiterkeit erzielte er mit der bekannten Kleistanekdote von dem Schnapssäufer und den Berliner Glocken. Im Rahmen des Abends trat zum erstenmal das jüdische Kammerorchester München an die Öffentlichkeit. Das Programm war noch etwas kurz, allein man darf nach dem bisher Gehörten mit Interesse den ersten vollständigen Konzertabend dieses_ Orchesters erwarten; denn es hat bereits bei seinem Debüt gezeigt, daß es gut geleitet ist und sich schon sehr sauber zusammengespielt hat, und daß die einzelnen Spieler ihre Instrumente gut beherrschen. Die ersten drei kleinen Stücke dirigierte Heinrich Lamm, von dessen gutem musikalischen Empfinden man sich schon früher hat überzeugen können; als Dirigent fehlt ihm allerdings noch jegliche Übung, allein die wird er sich in seinem Orchester ja bald aneignen. Die beiden altdeutschen Tänze, exakt, diszipliniert und mit Verständnis gespielt, fanden guten Anklang, während Hindemith weder den Spielern noch den Zuhörern sonderlich lag. — Ein Mozart-Quartett für Klavier, Geige, Bratsche und Cello, ließ den Mozartschen Schwung vermissen, man hörte nur die Noten. — Einen sehr frischen, hübschen, geläufigen Eindruck machten dagegen unter der ausgezeichneten Leitung von Franz Kleinbauer, vom Orchester mit Schwung und Begeisterung gespielt, die drei Menuette von Mozart. Die Zuhörer waren denn auch so entzückt, daß das letzte Stück wiederholt werden mußte. Alles in allem, ein sehr erfreulicher Anfang des jüdischen Kammer-Orchesters, dem man für die weitere Arbeit alles Glück wünschen möchte, und dem recht viele jüdische Amateurmusiker in München beitreten sollten. Dr. Fr. S. Jüdisches Kammerorchester München. Anschrift: Max Kupfer, Fraunhoferstraße 5, Tel. 26667. Die regelmäßigen Proben finden jeden Mittwoch, abends 8 bis 11 Uhr, im Jüdischen Kindergarten, Herzog-Rudolph-Straße 3 (rechts neben der Synagoge) statt. —■ Neuanmeldungen erwünscht. Schachklub Lasker. Unsere neue Vorstandschaft besteht aus den Herren: Dr. med. Armand Oster, prakt Arzt, 1. Vorsitzender, Arnold Goldberg, Schriftführer, Dr. Fritz Silber, Kassier; Turnierleiter sind die Herren: Martin Holzmann und Moritz Blumenfeld; Schachwarte: Die Herren Walter Winter und Otto Abeies. Unser Schachklub, in dem im letzten Jahre infolge mißlicher Umstände leider wenig Spielbetrieb und Leben geherrscht hat, soll nun unter tatkräftiger, neuer Leitung wieder zu allgemeiner Befriedigung arbeiten. Jeden Mittwoch, abends 8 T h r, findet Spielabend im Restaurant „Herzog Heinrich“, Ecke Landwehr~Mathildenstrjße, statt, zu dem unsere sämtlichen bisherigen Mitglieder stets vollzählig und pünktlich erscheinen sollen. Neue Mitglieder, Herren und Damen und Gäste sind stets willkommen. Vor allem fordern wir auch die jüdischen Studenten und Studentinnen auf, zu uns zu anregender geistiger Erholung und Beschäftigung zu kommen. Eine reichhaltige Schachbibliothek zum theoretischen Studium des edlen Spieles steht den Mitgliedern zur Verfügung; Anfänger erhalten kostenlos Schachunterricht; bereits in allernächster Zeit werden prominente Münchner Schachspieler in unserem Klub Demonstrationsspiele mit Erörterungen vorführen und Schachvorträge halten; Simultanspiele sollen auch den weniger geübten Schachspielern Anregung und Vergnügen bieten. Anfangs Januar veranstalten wir ein Winterturnier für sämtliche Mitglieder mit Preisen. Der Monatsbeitrag ist sehr niedrig bemessen, um jedermann Gelegenheit zum Beitritt zu gewähren. Wir hoffen daher, daß die jüdischen Schachspieler und Schachfreunde Münchens recht zahlreich unserem Klub beitreten, soweit sie ihm noch nicht angehören. Spielabend bis auf weiteres jeden Mittwoch, abends 8 Uhr, im Herzog Heinrich! Der Vorstand: I. A.: Dr. Silber. Zionistische Ortsgruppe Nürnberg. Von der Zionistischen Ortsgruppe aus sprach am Montag, dem 7. November, im grünen Zimmer des „Deutschen Hofes“ Herr Lazarus Barth vom Misrachi. ln seinem Vortrage über „die Stellung der Fraktionen auf dem Kongresse“ vertrat er in sachlicher Weise den Standpunkt der gesamten verantwortungsbewußten Opposition der Exekutive gegenüber. Besonders kritisierte er die Tatsache, daß auf dem Kongresse die wirklich bedeutungsvollen Fragen, wie die der Erhöhung der Einnahmen des Aufbaufonds, gar nicht angeschnitten wurde. Statt, wie dies der Gedanke der Konsolidierung von selbst erfordere, sich auf dem Kongreß oder in den Kommissioner über die wichtigen und die weniger wichtigen Ausgaben für Pa1ästina zu unterhalten und die weniger wichtigen zugunsten der lebenswichtigen zu streichen, hätte man zu mechanisch alle Ausgaben um soundsoviel Prozent gekürzt, kurz: dieser Exekutive gebühre die Die Wäscherei der Münchener Hausfrau ist ein mit allen neuzeitlichen Mitteln auf das hygienischste eingerichteter Betrieb. Streng getrennte Behandlung jedes WascheaPostens Größte Mietwäscherei Münchens Wir laden die Hausfrauen ein, d. bill., schonendste und dabei müheloseste Verfahren zum Reinigen der Wäsche praktisch kennenzulernen. Jede Hausfrau ist begeistert von der schönen Einrichtung Viele Anerkennungsschreiben. Trockenanlage und Bügelmaschinen stehen zur Verfügung. Wir bitten um unverbindliche Besichtigung unserer Anlagen. Auto zum Abhoien und Zubrin s en. Wäscherei d. Münchener Hausfrau HOCKER & BÄUERLE Landwchrstr.57 59, T 596858

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