Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 46 (18.11.1927)
- Date
- 1927-11-18
- Page
- Seite 759 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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N r. 46 Das Jüdische Echo 759 General Motors Automobile Chevrolet Oakland LORIN/ER & CO Nymphenburger Straßei 28/Telephon 61836 La Salle Welt-Echo. Fortsetzung von Seite 756 Verlangen wieder ausgeliefert wurde, weil er im Verdacht stand, in Glasgow einen Raubmord an einer älteren wohlhabenden Frau begangen zu haben. Das hauptbelastende Moment gegen Slatcr bestand darin, daß er eine wertvolle Diamantbrosche für 50 Pfund versetzt hatte, die angeblich der Ermordeten gehört hatte. Später stellte sich heraus, daß die Versetzung vier Wochen vor dem Mord geschah, daß also die Brosche der Ermordeten nicht gehört hatte. Dennoch war Slater im Mai 1909 vom Schwurgericht in Edinburgh zum Tode verurteilt worden. Am Vorabend der Hinrichtung erreichte eine von 20 000 Bürgern Unterzeichnete Petition, die den Schuldbeweis als nicht genügend bezeichnete, daß Slater zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt wurde. Schon 1921 sollte er wegen guter Führung entlassen werden, allein da Slater wegen zehnjähriger Abwesenheit von Deutschland seine deutsche Reichsangehörigkeit verloren hat und „staatenlos“ geworden ist, konnte seine Entlassung nicht verfügt werden. Die amerikanischen Zionisten über die britische Palästina-Politik Neuyork, 1. November. (JTA.) Die am 31. Oktober von der Konferenz des United Palestine Appeal in Cleveland angenommene Resolution über die englische Politik in Palästina lautet: „Die Konferenz des United Palestine Appeal, die alle dem Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Palästina gewidmeten Kräfte der amerikanischen Judenheit vertritt, entbietet der britischen Regierung ihre Grüße und gibt ihrer Wertschätzung für die Bemühungen der britischen Regierung, mit dem jüdischen Volke an der Erfüllung dieser historischen Aufgabe zusammenzuarbeiten, Ausdruck. Der United Palestine Appeal, der diejenige Institution der amerikanischen Judenheit ist, die für die Aufbringung der Fonds zum Wiederaufbau Palästinas zu sorgen hat, ist deiner Wählerschaft gegenüber für die zweckentsprechendste Verwendung dieser Fonds verantwortlich. Es ist die einmütige Überzeugung dieser Konferenz, daß die zweckentsprechende Benutzung dieser Fonds zum Aufbau des Jüdischen Nationalheims in entscheidendem Maße von der Interpretation abhängt, die die Palästina-Administration gemäß den Anweisungen der britischen Regierung dem Inhalt der Balfour-Deklaration gibt, wie sie (die Deklaration) in dem Mandat für Palästina zum Ausdruck kommt, besonders in jenem Abschnitt des Mandatsstatuts, in welchem die britische Regierung durch ein Gelöbnis verpflichtet wird, die Schaffung eines jüdischen Nationalheims in Palästina zu unterstützen. Es ist ferner die einmütige Überzeugung dieser Konferenz, daß die Palästina-Administration dieser Bestimmung nicht im vollen Sinne der Balfour- Deklaration entsprochen hat; die Konferenz lenkt die besondere Aufmerksamkeit der britischen Regierung auf das System der Bodenbesteuerung und der Tarifregclung, das jetzt in Palästina in Geltung ist, hin. Die Konferenz erklärt, daß diese Methoden eine schwere und in den Tatsachen nicht gerechtftigte Belastung des schöpferischen kolonisierenden Elements des Landes, sowie eine Abschreckung für industrielle Unternehmer zur Folge haben. Die Konferenz lenkt die Aufmerksamkeit der britischen Regierung auf den klaren Widerspruch hin, der zwischen dieser Sachlage und der Aufgabe der britischen Regierung, die Schaffung eines jüdischen Nationalheims in Palästina zu erleichtern, besteht. Die Konferenz gibt ferner ihrer festen Überzeugung Ausdruck, daß die britische Regierung in dem Wunsche, den schöpferischen, dem Wiederaufbau Palästinas sich widmenden Kräften freien Spielraum zu lassen, ungesäumt Schritte unternehmen wird, um alle Hindernisse aus dem Wege zu räumen, die gegenwärtig jene Kräfte in ihrem Vorwärtskommen hemmen.“ Diese Resolution wurde nach einer Rede von Dr. Stephan S.Wise angenommen, in der Dr. Wise, der Präsident des United Palestine Appeal, scharfe Angriffe gegen die britische Verwaltung in Palästina richtete und der zionistischen Leitung den Vorwurf machte, daß sie nicht genug Energie aufbrachte, um die britische Administration zur Erfüllung der von ihr übernommenen Verpflichtungen zu veranlassen. Eine interessante Naturerscheinung über Jerusalem Die hebräische Tageszeitung „Dawar“ berichtet über ein meteorologisches Phänomen, das vor einigen Tagen in Jerusalem beobachtet werden konnte. Nach zwei Tage anhaltendem starken, trockenen, heißen Wind senkte sich über Jerusalem eine Art Nebel nieder, der einen intensiven Schwefelgeruch verbreitete und das Atmen erschwerte. Der Nebel zog sich dann gegen Norden weiter und verbreitete von dort her einen eigenartigen Lichtschein. Die Erscheinung hielt den ganzen Tag über, bis gegen Mitternacht an. Großer jüdischer Bodenkauf in Palästina Nach Meldungen der arabischen Presse, die von der palästinischen hebräischen Presse wiedergegeben werden, haben Juden in dem Gebiet zwischen der arabischen Stadt Tul Kerem und dem Meeresstrande 48 000 Dunam Boden erworben, die vor allem für Melonenkultur benutzt werden und die außerordentlich fruchtbar sein sollen. Das Gebiet befindet sich zwischen dem jüdischen Siedlungsblock von Petach Tikwah und Magdiol im Süden und dem von Chederah im Norden, trägt also dazu bei, das jüdische Siedlungsgebiet entlang der Küste des Mittelländischen Meeres geschlossener zu gestalten. (Ziko.) 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