Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 5 (4.2.1926)
- Date
- 1926-02-04
- Page
- Seite 70 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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•70 Das Jüdische Echo Nr. 5 Presse-Tee bei der Z. V. f. D. Berlin, 30. Januar. (JTA.) Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat, dem aus Journalistenkreisen geäußerten Wunsche Folge gebend, die in Berlin weilenden Vertreter der jüdischen Presse zu sich zu geladen, um sie über die Vorgänge im zionistischen Lager aufzuklären. Herr Dr. Martin Rosenblüth, der Vizepräsident der Z. V. f. D., gab in der Einleitung und in der Beantwortung auf die Fragen der Journalisten eine gedrängte Schilderung der Fortschritte der zionistischen Idee und der zionistischen Arbeit in Deutschland und in der ganzen Welt.. Das vor zwei Jahren in der Wiesbadener Konferenz der Z. V. f. D. aufgestellte Arbeitsprogramm ist fast ganz zur Durchführung gelangt.. Das Finanzprogramm ist ja nicht allein Sinn und Inhalt des Zionismus. Das Werben um den jüdischen Menschen bleibt weiter ein Hauptziel. Die Gegner sind wieder erstarkt und kehrten in das alte Gleis zurück. Uns steht eine schwere Arbeit bevor. Wir wissen, daß nur ein gekräftigte Diaspora den Zionismus verwirklichen kann.. Hauptarbeitsgebiete sind z. B. Erziehungswesen und Gemeinde. Die Gemeindearbeit wird von den Herren Blumenfeld und Kollensc-her geleitet. In der größten deutschen Gemeinde, in Berlin, müssen wir uns im Augenblick vorbereiten, in Gemeinschaft mit den verbündeten Parteien die Konsequenzen aus den Ergebnissen der letzten Wahlen zu ziehen, die uns eine, wenn auch knappe Mehrheit gebracht haben. Es liegt uns aber ganz fern, eine Politik der Verärgerung treiben zu wollen; im Gegenteil, wir werden jede Möglichkeit einer Mitarbeit mit unseren jetzigen Gegnern begrüßen. Der Delegiertentag hat einen Erziehungsausschuß eingesetzt, dem Männer wie Dr. Martin Buber und Dr. Max Soloweitschik angehören. Der Ausschuß beschloß die Publikation des trefflichen hebräischen Lehrbuches von Bornstein sowie einer Reihe deutsch-hebräischer Lehrbücher, enthaltend die verschiedenen Wissensstoffe über das Judentum in Vergangenheit und Gegenwart. Das Ziel ist: die jüdische Erziehung mit jüdischen Inhalten zu füllen. Bei alledem — fuhr Dr. Rosenblüth fort — stand die Palästina-Arbeit selbstverständlich nicht in zweiter Linie. Die Ergebnisse der Keren-Kajemeth- und der Keren-Hajessod-Arbeit im Jahre 1926 waren sehr erfreulich und überstiegen die anfänglichen Erwartungen. Es wurden rund 700 000 Mark erzielt, bei gleichzeitiger Verminderung der Spesen um volle 3 Prozent. Als ein großer Erfolg für den gesamten Zionismus ist die Gründung des Pro-Palästina-Komitees aus Angehörigen der geistigen Elite Deutschlands zu buchen. Die Führer fast aller politischen Parteien gehören dem Komitee an und es sei bekannt, daß innerhalb der Parteileitungen über das Pro-Palästina-Komitee diskutiert und die Haltung der Führer gebilligt worden ist. Im antisemitischen Lager besteht natürlich Unzufriedenheit, weil man in dem Bestehen und in der Arbeit des Komitees eine Gegenwirkung gegen den Antisemitismus erblickt. Mit einem Rückblick über die allgemeine Lage des Zionismus und des Palästina-Aufbaues schloß Herr Dr. Rosenblüth seine Darlegungen. Palästina als Absatzgebiet für deutsche Waren Berlin, 28. Januar. (JTA.) Der deutsche Export nach Palästina ist seit 1923 von 5,4 auf 14,1 Millionen Mark im Jahre 1925 gestiegen. Darunter ist sehr viel Aufbaubedarf, Baumaterial, Röhren, Elektromaterial. Deutschland steht an dritter Stelle hinter Großbritannien und Syrien, Der deutsche Anteil an der palästinischen Einfuhr beträgt 12,5 Prozent. Um den Markt herrscht scharfe Konkurrenz nicht bloß von England und Amerika aus, sondern auch von Italien, Polen, Österreich und der Tschechoslowakei. Eine deutsche Handelsmission für Palästina Jerusalem, 30. Januar. (JTA.) Im Verlauf des Monats Februar wird eine deutsche Handelsmission unter der Führung des früheren Staatssekretärs für Handel Dr, Eduard Hanel Palästina und Ägypten besuchen. Der Kommission gehören hervorragende Sachverständige in Handel und Industrie an. Sie wird die Lage in Palästina und Ägypten studieren, um die Möglichkeit einer Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen diesen Ländern und Deutschland zu schaffen. Deutsche Wirtschaitsführer nach Palästina Berlin, 28. Januar. (JTA,) Dem Vernehmen nach wird der Präsident des Keren Hajessod in Deutschland, Herr Oskar Wassermann, Direktor der Deutschen Bank, im Frühjahr 1927 eine Reise nach Palästina antreten. Auch andere deutsche Wirtschaftsführer planen für diese Zeit eine Reise nach Palästina. Ein schweizerisches Honorarkonsulat in Palästina Bern, 31, Januar. (JTA.) Der Bundesrat hat die Errichtung eines schweizerischen Honorarkonsulats in Jaffa beschlossen. Der neue Konsul erhält die Jurisdiktion für Palästina und Transjordanien. Das Honorarkonsulat ist dem in Palästina geborenen Schweizer Kaufmann Kuebler übertragen worden. Die Aufhebung der Monopol-Konzessionen in Polen Warschau, 30. Januar, Die Durchführung des Gesetzes über die Liquidierung der bisherigen Konzessionen für den Handel mit Monopolwaren (Tabak- und Spirituswaren) hat begonnen. Obwohl in den Verhandlungen zwischen der Regierung und den jüdischen Parlamentariern vereinbart worden war, daß das Gesetz nur zum Teil und unter Berücksichtigung der Verhältnisse jedes einzelnen Monopol-Inhabers verwirklicht werden sollte, gehen die Behörden unnachsichtig vor, so daß die Stimmung unter den Juden eine verzweifelte ist. Familien, die schon seit Jahrzehnten sich dem Handel mit Monopolwaren widmen, bleiben auf einmal ohne jede wirtschaftliche Existenzmöglichkeit. Besonders stark ist die Erregung in OstgalizLen, wo eine Katastrophe droht. Die Interventionen der jüdischen Deputierten sind bisher fast erfolglos geblieben. Ernste Nachrichten treffen aus dem Kreis Baranowiczi ein, wo an einem Tage fast hundert Konzessionen den bisherigen Inhabern weggenommen wurden. Allein in dem Städtchen Nieswicz wurden 17 Konzessionen als ungültig erklärt. Angesichts der Panik im Lande wird jetzt im Finanzministerium über die weitere Praxis der Konzessions-Entziehung beraten. Deutsche Neuwäsch**rei Q.m.h.H. FELIX BRANDIRR . MÜNCHEN Wittelsbacherplatz 2/o, Eing. Finkenstraße Telefon Nr- 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage