Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 2 (14.1.1927)
- Date
- 1927-01-14
- Page
- Seite 29 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 29 Herr Sandelowsky behandelt das Siedlungsproblem nicht als Theoretiker, sondern auf Grund eigener Erfahrungen, die er in einem uns Großstädtern fremden Lebenskreis gewonnen hat. Jeder Besucher dieses Vortrages wird aufhorchen und nachdenken! Nürnberg. Konzert anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Keren Kajemeth Lejisrael. Am 5. Januar fand im großen Saale des Hotels „Deutscher Hof“ das Konzert zugunsten des Keren Kajemeth unter Mitwirkung junger jüdischer Künstler statt, die den Beweis erbrachten, daß die ernste Pflege musikalischer Begabungen durch die städtische Musiklehranstalt nicht nur eine vorzügliche individuelle Ausbildung ihrer Eleven erzielt, sondern auch ein Kulturniveau schaffen hilft, dessen Wert nicht leicht überschätzt werden kann. Mit Interesse verfolgt die Öffentlichkeit die kompositorische Begabung von Ludwig Grünbaum und Franz R e i z e n s t e i n , die in Bescheidenheit auf Vorführung eigener Werke verzichteten und mit der Interpretation von Regers Op. 72 „Aus meinem Tagebuch“ und Walter Niemannns Op. 73 „Präludium, Intermezzo und Fuge“ nicht nur ihre Musikalität, sondern auch eine beachtenswerte Technik bekundeten. In der „Phantasie für Klavier in fis-moll“ von Mendelssohn erwies sich Richard Bing als ein befähigter Spieler, der mit geistiger Reife eine nuancenreiche Tongestaltung verbindet. Frl. Fanny Sommerhäuser- Reiter erfreute die Hörer mit der G-dur Romanze und im Verein mit Karl Ochsenkiel und Ludwig Grünbaum mit dem G-dur Klaviertrio von Beethoven. Wenn in diesem Frühwerk Beethovens, das in nuce, keimartig, die späteren Tonschöpfungen des Op. 70 und 97 vorahnen läßt, noch nicht alles im Geiste des Meisters gelang, so wird häufiges Zusammenspiel und geistige Vertiefung mit der Zeit das Ziel näher rücken. Eine schöne Mezzosopranstimme ließ Frau Carry Dittmann, die aus der Münchener Akademie hervorgegangen ist, in den Liedern: „Nicht mehr zu Dir zu gehen“ von Brahms und „Gesang Weyla’s“ und „Ich hab’ in Penna einen Liebsten wohnen“ von Hugo Wolf ertönen. Dieser wohllautenden, dunkel gefärbten, warmen Stimme, die von einer gut gepflegten Aussprache besonders gestützt wird, kann man im Konzertsaal noch öfter zu begegnen lebhaft wünschen. Reicher Beifall vermochte den Mitwirkenden noch einige schöne Extragaben zu entlocken. G. Ächad-Haam-Hain Mit Achad Haam ist der Mann gestorben, dessen geistige Leistung die zionistische Bewegung aufs tiefste beeinflußt und gestaltet, ja sie recht eigentlich mitgeschaffen hat. Während Herzl der Schöpfer der Organisation und des politischen Gedankens des Zionismus war, stammt von Achad Haam ein wesentlicher Teil des die Bewegung erfüllenden geistigen Gutes. Er gab ihr die Fähigkeit, die Realität und ihre Möglichkeiten kritisch zu erfassen und damit zu meistern. In diesem Sinne ist der Zionismus, sind alle Zionisten für immer Erben und Schuldner Achad Haams. Die deutschen Zionisten wollen das Andenken des großen Toten durch Stiftung eines Achad- Haam-Haines ehren. Ölbaum-Spenden werden von den Sekretariaten des Keren Kajemeth, von seinen Vertrauensleuten und bei allen Trauerfeiern entgegengenommen. Keren Kajemeth Lejisrael Wollstein Schwarz Glaser Zionistische Vereinigung für Deutschland Blumenfeld Rosenblüth KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Jüdischer Nationalfonds Postscheck- Konto München 10442 Nürnberg 24565 Fernsprecher München 56199 Nürnberg 92 26 Zentrale für Deutschland Berlin W 15 Meinekestraße Nr. 10 Münchener Spendenausweis Nr. 10 vom 4. bis 11. Januar 1926 AllgemeineSpenden: Fritz Feuchtwanger grat. Herrn Dr. E. Straus 5.—, Jakob Reich grat. Herrn Selig Mysliborski-Misch zum 70. Geburtstag I. —, Dr. M. J. Gutmann kond. Dr. B. Nußbaum anl. des Hinscheidens seines Vaters 3.—, Dr. B. Weiß desgl. 2.—, Dr. S. Koschland desgl. 2.—, Dr. R. Straus desgl. 1.—, Dr. Eli Straus desgl. 2.—, Jakob Reich desgl. 2.—, Dr. Eli Straus dankt herzl. f. d. zahlreichen Glückwünsche anl. seiner Ernennung zum Justizrat 10.— 28.—. Gold. Buch für s. E. Herrn Rabbiner Dr. H. Ehrentreu s. A.: OLGR. Dr. A. Neumayer 10.—, J.-R. Dr. E. Straus 10.—, J.-R. Dr. E. Fraenkel 10.—, Jakob Reich 10.—, S. & A. Mysliborski-Misch 10.—. Gold. Buch Lea Mysliborski-Misch s. A.: Adolf Mysliborski-Misch grat. Herrn Dr. E. Straus zum Justizrat 5.—, derselbe kond. Farn. Rothschild 5.— 60.—. Bäume: K.J.V. Jordania-Garten: Die V.I.St. Jordania kond. ihrem lb. alten Herren B. Nußbaum 1 Baum 6.—, der A.H.-Bund der V.I.St. Jordania kond. seinem lb. Bundesbruder Benedikt Nußbaum 1 Baum 6.—, Materialverkauf: N.-F.-Telegramme 2.50 =r 14.50. Jubiläums-Aktion: a) Haussammlung: Durch Max Feder: A. Pilpel 10.—, Dr. F. Rosenberg 5.—, J. Kluger 2.— 17.—; b) durch Blocks: Durch Herrn Kantor Max Engel: J. Adler 5.—, S. Goldfarb 3.—, N. N. 4.— r= 12.—; Block durch Herrn Karl Neisser: M. Schlesinger 5.—, A. Schlesinger 5.—, R. Freudenfels 5.— 15.—; durch Herrn Adolf Mysliborski-Misch: Otto Lampl 10.—, J. Kultschinsky 5.—, G. Nathan 5.—, W. Borchhardt 5.—, F. Tausky 10.—, A. Mysliborski-Misch 15.— 50.—; durch Dr. Robert Beer: Frl. Dr. Schulhöfer 3.— 3.—. Summa: 199.50. Gesamtsumme seit 1. Oktober 1926: 2974.35.