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Das jüdische Echo · 1925-11-13 · 46 (13.11.1925) · p. Seite 860

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
46 (13.11.1925)
Date
1925-11-13
Page
Seite 860 (sequence 12)
Language
German
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860 Das Jüdische Echo Nr. 46 Sprechsaal Sprechsaal. Auf den Vorwurf (vgl. Nr. 42, Seite 793) einer Stellungsuchenden gegen die Adas-Isroel in Nürnberg, daß sie eine christliche Sekretärin angestellt habe, haben wir folgendes zu erwidern: Wir erkennen das Prinzip, möglichst jüdische Angestellte zu nehmen, als vollkommen richtig an. Unsere Sekretärin ist dagegen schon seit vielen Jahren bei uns tätig und wurde in einer Zeit engagiert, wo es nicht möglich war, eine jüdische brauchbare Kraft für diesen Posten zu bekommen. Es wäre ein Akt der Undankbarkeit und Unmenschlichkeit, wenn wir sie jetzt, wo sie im 59. Lebensjahr steht, auf die Straße setzen würden. Dies hätte die Einsenderin auch durch mündliche oder schriftliche Anfrage erfahren können, ohne die Öffentlichkeit damit zu befassen, wenn es ihr nur um Aufklärung zu tun gewesen wäre. Die Vorstandschaft der Adas-Isroel, Nürnberg. Literarisches Echo Das neue Palästina, (Verlag Rudolf Müsse.) Die nunmehr zum Buch zusammengefaßten, ganz ausgezeichneten, im ,,Berliner Tageblatt1“ erschienenen Artikel Felix Pinners sind — und nennen sich so — „Volkswirtschaftliche Studien“. Pinners Ziel ist nicht Lyrik. Er geht nicht darauf aus, die neuen jüdischen Menschen und die Umbildung des Verhältnisses zwischen Seele und Körper, zwischen „Ich“ und „Volk“ zu schildern; er will aber auch vermeiden, nur Fachliches zu bringen. Seine Aufgabe erblickt er darin, den Gesamtbereich des palästinischen Aufbauwerks zu erfassen, die großen Zusammenhänge darzustellen, die das alles, was im Vordergrund geschieht, in die großartige Geschieht sidee eingliedern, die es erst sinnvoll macht. Er schildert die Entwicklungslinie der jungen jüdischen Gesellschaft, wie sie vom Problem der „Eroberung des Bodens“ zu dem der „Eroberung der Arbeit“ vorschreitet und sich jetzt in dem der „Eroberung der Märkte“ befindet. Die sieben Kapitel, die durch alle Gebiete des palästinischen Lebens führen, durch Stadt und Land, Industrie und Landwirtschaft, sind knapp und klar; sie fesseln und bereichern. J. „Der Kampf um das heilige Land“ von Wolfgang Weisl, Verlag Ullstein. Ganz anders als der Weg Pinners ist der Weg Weisls, „Palästina von heute“ zu schildern. Pinner geht den Wirtschaftsphasen nach, Weisl der politischen Entwicklung. Er fängt Erhatic & Wille Herren- und Damenschneiderei MÜNCHEN Marienplatz 18/1 Telephon 23829 VORANZEIGE Der Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Herr Kurt Blutneiifeld, hält Dienstag, den 24. November, 8 Uhr abends, im Konzertsaal des Hotels Bayerischer Hof, einen großen programmatischen Vortrag über die aktuellen Fragen der zionistischen Bewegung, die Fragen der Palästinapolitik, der Palästinawirtschaft und der Beziehung des Zionismus zur nichtjüdischen und jüdischen Umwelt. mit leichten Strichen an — „Wie es begann . . .“ —, beim Brief Herzls von 1895 an Baron Hirsch, beim ersten Versuch, ein „judenpolitisches“ Gespräch zu führen; und endet mit „Feldmarschall Lord Plumer, dem neuen Oberkommissär Palästinas“. Der eine Teil bringt die Darstellung des Werdegangs des Palästinagedankens; die Fragen, die mit der Politik Englands, den Kämpfen der Dynastien Husseins und Ibn Sauds um Arabien und Kalifat Zusammenhängen. Der zweite Teil schildert in ungemein fesselnd geschriebenen Bildern, die ursprünglich in der „Vossischen Zeitung“ und der „Neuen Freien Presse“ veröffentlicht worden sind, das Alltagsleben Palästinas, Alltagsfron und Alllagsfreude, „Das Pessachopfer auf dem Berge Gerizim“, „Nuris“, „Die Ermordung de Haans“, „Die hebräische Oper in Jerusalem“ und vieles andere. Im Anhang sind statistische Daten und Dokumente zur Geschichte Palästinas und der des Nahen Ostens geboten; sie erhöhen den Wert des mit 44 Abbildungen und 4 Karten ausgestatteten, überaus hübschen und lesenswerten Buchs. J. Palästina 300 Bilder, Einleitung von Sven H e d i n , herausgegeben von Georg Landauer, in Ganzleinen gebunden M. 20.—, Meyer & Jessen, München. Die moderne jüdische Bücherei ist um ein prachtvolles Buch bereichert. Der jüdische Schenker ist einer Sorge nach dem Was enthoben. Kaum ein jüdisches Buch eignet sich seines Inhalts, seiner prächtigen und zugleich gediegenen Ausstattung wegen besser zum Geschenk. Das alte Palästina und das neue Erez Israel entstehen lebendig vor unsern Augen, und zwar das ganze Palästina. Der große unparteiische Forscher Sven Hedin führt uns in einem Vorwort in diese geheiligte orientalische und moderne Welt hinein, der Kenner des Landes, Georg Landauer, entwickelt uns die Probleme des Neubaus. Mit ungewöhnlichem Fleiß sind hier Bilder gewonnen und mit besonderer Sorgfalt ausgewählt. Wer das Land kennt, empfindet mit freudiger Genugtuung, daß hier jemand mit künstlerischen Augen gesehen und mit Liebe geschaut hat. Selbst ein Hasser der jüdischen Sache wird sich dem Zauber des Landes und der Tat jüdischer Arbeit nicht entziehen können. Das ist kein „Bilderbuch“, das man im Buchladen durchblättert oder an einem Abend im Freundeskreis; man muß es in stillen Stunden auf sich wirken lassen. — Der Preis des Werks ist in Anbetracht des Gebotenen und der Ausstattung sehr mäßig gehalten, so daß wir nur wünschen, daß dieses Palästinabuch ein richtiges jüdisches Volksbuch werden möge. Dr. M. J. Gulmann. Die hier besprochenen Bücher sind in der „Ewer- Buchhandlung, Ottostraße 2, erhältlich.

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