Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 20 (15.5.1925)
- Date
- 1925-05-15
- Page
- Seite 388 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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388 Das Jüdische Echo Nr. 20 des Verbandes die Ostjuden jetzt in näheren Kontakt treten, worauf Herr Dr. Israel Taubes (Wien) über das Thema „0 s t j u d e n a r b e i t in Deutschland“ sprach. Dr. Taubes ging von der überall wütenden antisemitischen Hetze, die zu einer geschlossenen weißen Internationale sich entwickelte, aus und besprach die Lage der Juden in einzelnen Ländern. Er legte dar, nicht der blinde, über das eigene nationale Interesse stehende Haß könne zur Vernichtung des Judentums führen, hingegen müsse die Assimilation, als Programm im Judentum, bei jüdisch kulturellen nicht gefestigten Menschen, das Aufgehen dieser Menschen im fremden Milieu nach sich ziehen. Ein im Westen arbeitender ostjüdischer Verband müsse daher eine Erstarkung der jüdischen Kultur herbeiführen, um als kulturell gefestigte jüdische Menschen fremden, auf das Absterben des Judentums hinzielenden Einflüssen Widerstand leisten zu können. Verschieden ist das nach Deutschland eingewanderte ostjüdische Menschenmaterial und verschieden mußte sich auch der Wert dieser Menschen gestalten. Es kamen während und nach dem Kriege Leute, die fliehen mußten und die die Lebendigkeit der jüdischen Kultur, des jüdischen Solidaritätsgefühls mit sich mittrugen. Es wäre daher verfehlt, dieses „Problem“ unter rein politischen Gesichtspunkten zu betrachten, es müsse eher, in der Zeit eines stark entwickelten Nationalgedankens, nationale Kultur und Tradition entsprechende Berücksichtigung finden. Nur auf diese Weise werde der Ostjudei zu einem wertvollen Gliede der europäischen Gemeinschaft ausgebildet werden können. Diese Verschiebung des ostjüdischen Ideengehaltes von Ost nach West konnte den früher Eingewanderten und den hier seßhaften Juden nur Nutzen bringen, indem gegenseitige Beeinflussung und geistige Befruchtung erfolgt ist. Ein ostjüdischer Verband müsse sein Augenmerk auch dem Aufbau Palästinas widmen und könne als kulturelle Einheit sicherlich dieser geschichtlichen Tatsache nicht indifferent gegenüberstehen. Redner besprach dann eingehend jene Momente, die die in Deutschland lebenden Ostjuden zu einem wichtigen Faktor im öffentlichen jüdischen Leben ausbilden könnten. Die temperamentvollen und interessanten Ausführungen des Herrn Dr. Taubes fanden lebhaften Beifall. Die vom Vorstande des Verbandes der Versammlung vorgelegten Statuten wurden mit kleinen Ergänzungen einstimmig angenommen. Nach einer längeren Diskussion, an der sich viele Anwesende beteiligten, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Dresden. Am Sonntag, den 3. Mai d. Js, fand in Dresden eine Sitzung aller jüdischer Gemeinden Sachsens statt. Die Versammlung hat auf Grund eines Referates des Vertreters der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitnachweise, Herrn Dr. Kreutzberger, beschlossen, eine Landeskasse für den Freistaat Sachsen zu gründen. Die Landeskasse hat die Aufgabe, den gesamten Durchwandererverkehr Sachsens zu zentralisieren. Als Sitz der Landeskasse wurde Leipzig bestimmt. Die Landeskasse Leipzig wurde verpflichtet, die Durchwanderer auf möglichst weite Strecken zu befördern, das Meldewesen gut zu organisieren und der Schaffung eines Arbeitsnachweises näherzutreten. Die der Landeskasse angeschlossenen Gemeinden (Annaberg,. Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig, Plauen, Zittau, Zwickau) verpflichteten sich, vorläufig: 2 Prozent ihres Steuersolles an die Landeskasse abzuführen. Die Versammlung sprach den Wunsch aus, daß. sich möglichst bald alle dem Freistaat Sachsen angrenzenden Provinzen ebenfalls zu dem Gedanken der Zentralisierung bekennen und die Gründung von Provinzialkassen in die Wege leiten sollten, um die Wanderfürsorge in Deutschland einheitlich zu regeln und in sinnvolle Bahnen zu leiten. Auflösung des bebräiseben Quadraträtsels in Nr. 18 n 3 D D V D D V 1 D 1 n Buchstabenrätsel (ln deutscher Sprache) 1. 2. 3. 1. 4. 5. 3. 6. 7. 8. 2. 9. 10. 2. 9. 2. 5. 7. 11. 11. 12. 13. 13. 2. 14. 14. 4. 9. 7. 10. 15. 8. 4. 5. 3. 8. 8. 7. 10. 11. 7. 8. 1. 7. 5. 6. 7. 11. 8. 8. 4. 5. Die ersten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, bezeichnen einen bekannten Bibelkommentator. F. KEREN KAJEMETH LEJISRAEL (Jüdischer Nationalfonds) Postscheckkonto München IO 121 Nürnberg 24565 Fernsprecher München 56199 Nürnberg 9226 Zentrale für Deutschland Berlin W 15 Meinekestraße Nr. 10 100000 DUNUM fiiÄ'- BEN! HEKttM knJEMEItf Illl/KHII SQonnn PT UND fÜR. DEN l KEREN HQjEmErn UJifRnn Je ein Philosoph Münchener Spendenaus weis vom 5.—12. Mai 1925. Gold. Buch Jakob Fränkel. Statt Karten: Schloime u. Tina Monheit anl. i. Vermählung 30.—,