Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 11 (13.3.1925)
- Date
- 1925-03-13
- Page
- Seite 179 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 11 Das Jüdische Echo 179 :ab diesen Sonntag den 15. c. von 10 Uhr ab Lauftraining auf dem Sportplatz an der Säbenerstr. (Linie 25) statt. Die Verpflichtung unserer Mitglieder wird selbstverständlich auch auf dieses Training ausgedehnt. Diejenigen, die die Karte noch nicht eingesandt haben, werden nochmals aufgefordert, dies sofort zu tun. Die Leitung. Schiabteilung Bar Kochba: Sonntag, 13. März Schifahrt (nur bei einigermaßen guten Schneeverhältnissen). Treffpunkt Sonntag früh V25 Uhr Holzkirchner Bahnhof. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez München. Wir weisen nochmals auf den morgen Sonntag, den 15. März 1925 im Tabarin Luitpold, Salvatorstr. stattfindenden Theaterabend hin, an dem zur Aufführung gelangen: Mit’n Strom von Scholem Asch und Masel-Tow von S c h o 1 e m A1 e j c h e m. Die Spielleitung liegt in den Händen des Herrn L ö w y. In den Hauptrollen sind die Herren Kluger und Eisen beschäftigt. Den Abend wird Herr Kapellmeister Jos. Zieg- 1 e r mit eigenen Kompositionen (Impromptu F-dur für Klavier) einleiten. Wir bitten ausdrücklich um pünktliches Erscheinen, da die Saaltüren während der Vorstellung geschlossen bleiben. An der Abendkasse sind noch Karten zu Mk. 4.—, 3.—, 2.— und Kategoriekarten zu Mk. 1.— erhältlich. Spenden für das Buffett können Sonntag vormittags ab 10 Uhr im Tabarin abgegeben werden. Die Leitung. München. Der jüdische Kulturverein J. L. Perez trat am 5. 3. 1925 durch einen musikalischen Abend an die Öffentlichkeit und bewies schon mit diesem ersten Versuch, wie lebensnotwendig er ist. Einige Worte, durch den zweiten Vorstand Herrn Bruno Kluger übermittelt, gaben uns den Zweck des Vereins bekannt, worauf einige sehr beachtenswerte musikalische Darbietungen folgten. Besonders hervorzuheben wäre die technisch gute Klavierbegleitung von . Frl. Zuckerber g, deren Partner (erste Geiger) Herr Schapira sich würdig anzureihen vermochte, was er besonders in dem Violinkonzert F-moll v. Mendelsohn bewies. Das ausdrucksvolle rythmische Spiel von Herrn G o 1 d b e r g , das ihm besonders in dem „Eischis Chajil“-Niggen von Reb Luser Erfolg brachte, sei besonders hervorgehoben. Frl. Berger hat gute Stimmittel und verstand es durch ihr bescheidenes Auftreten den Abend harmonisch zu beenden. In der Pause trug Herr Bruno Kluger gefühlvoll und technisch gebessert „Die Landstreicher“ v. Moris Rosenfeld vor. Ich für meinen Teil sehe hier jüdische Arbeit in idealer Form und wünsche dem Verein Glück für die Zukunft. c- Nürnberg. B e r i c h t i g u n g. In Nr. 9 des Jüdischen Echo ist im Bericht über die Ergebnisse der Generalversammlung bei der Mitteilung über die Zusammensetzung des Vorstandes ein Irrtum unterlaufen. Zum Keren-Hajessod- Kommissar wurde nicht nur Herr Dr. M. Nußbaum, sondern auch Herr Oskar Rosenfelder gewählt. Derfudien sie »^Smyrna-Flamme“ zu lOPfa. mit StrobmunMtück in eleganter Bledipackung 3igarettenfabrik DibolD, Hlundren Fürth i. B. Am Montag, den 2. März sprach in einer für Fürther Verhältnisse außerordentlich gut besuchten Versammlung, die das Vorbereitende Komitee der Jüdischen Volkspartei einberufen hatte, Herr Dr. Alfred Klee, Berlin über: „Die Aufgaben der Jüdischen Gemeind e“. Ausgehend davon, daß der Grundgedanke, auf den sich jede jüdische Gemeindearbeit aufzubauen habe, das Gefühl der Volksgemeinschaft sein muß, die alle Juden umspannt, gliederte Dr. Klee seinen Vortrag in der Weise, daß er die einzelnen Hauptaufgaben, die einer wirklichem jüdischen Gemeindeverwaltung zufallen, aus seiner reichen Erfahrung als Führer der Berliner jüdischen Gemeinde und als Mitglied des Preußischen Landesverbands klarlegte. In einer von jedwelcher unsachlichen Polemik freien Rede beleuchtete er die Wichtigkeit der Schulfrage für die Zukunft des Judentums, kennzeichnete er die Aufgaben einer wohlverstandenen Ausübung der Wohltätigkeit durch die Gemeindeverwaltung und hob schließlich die Verpflichtung der Gemeinde hervor, von sich aus aktiv an der Wiedererstehung des jüdischen Palästina mitzuarbeiten. Nur mit wenigen, aber um so treffenderen Sätzen wies er auf die unmöglichen Verhältnisse hin, wie sie gerade in Fürth bestehen und betonte, wie unerhört und unwürdig einer jüdischen Gemeinde es sei, daß sie einen Trennungsstrich zwischen Ost- und Westjuden ziehe und das Wahlrecht zur jüdischen Gemeindeverwaltung, die sich doch nur mit jüdischen Dingen zu beschäftigen habe, davon abhängig machen will, ob der betreffende Jude einige Meilen östlich oder westlich der Grenze geboren sei. Der beschränkte Raum gestattet nicht, auch nur annähernd ein Büd von dem groß angelegten und überzeugenden Vortrag zu geben. Festgestellt sei lediglich, daß ein geradezu überwältigender Beifall dem Redner beweisen konnte, daß er der Sache, für die er sprach, einen großen Dienst erwiesen hatte. Es scheint uns kein Zweifel mehr zu sein, daß der Vortrag Dr. Klees die Grundlage für die Schaffung einer geschlossenen jüdischen Volkspartei gelegt habe, was sich schon in einer von der Versammlung völlig einstimmig angenommenen Resolution äußerte, die die sofortige Konstituierung der jüdischen Volkspartei in Fürth und die Gewährung des Wahlrechtes auch den nichtreichsdeutschen Ju-. den in Fürth mit allem Nachdruck fordert. Spendenausweis Berichtigung: In unserem Ausweis der letzten Woche hat sich ein bedauerlicher Irrtum eingeschlichen: Statt „Gostinsky zur Verlobung seiner Tochter Mk. 5.—“, muß es heißen „Holzapfel zur Verlobung seiner Tochter Mk. 5.—“. Münchner Spendenausweis vom 3.—10. März 1925. Allgemeine Spenden: Gebr. Marx 2.—, Fam. Monheit grat. Farn. Hebenstreit z. Vermählung ihrer Tochter 2.— 4.—. Büchsen: geleert durch Walter Freytag Ullmann 6.73, Fuchs 2.25, Durst 1.—, M. Lieber 5.—■, Weil 2.—, Engelberg 3.—, Pardal 4.61, Dr. Neumeyer 3.—, Blumenfeld 1.34, Postowsky 2.—, Weiss 3.70 34.63.