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Das jüdische Echo · 1925-02-13 · 7 (13.2.1925) · p. Seite 102

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
7 (13.2.1925)
Date
1925-02-13
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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102 Das Jüdische Echo Nr. 7 aus dem einfachen Grunde, daß sie nicht da waren. Nur wenige dachten darüber nach, woher die dritte Alija nach dem Weltkriege gekommen sei, wie und woher plötzlich, im entscheidenden Augenblick, Tausende jugendlicher Menschen'sich fanden, die freiwillig ihr Elternhaus und die Schule verließen, um als Arbeiter und Chaluzim das Wunderwerk des Chausseebaus, des Emek-Jisreel, des neuen Tel-Aviv zu vollbringen. Alle diese Tausende Jugendlicher, die nur durch ihre Aufopferung, Beharrlichkeit und ihre geistig menschlichen Qualitäten den Eckstein zu dem nationalen und sozialen Aufbau des Landes gelegt haben, schufen jene Werke, über die beute die ganze Welt in Erstaunen gerät und die nunmehr als Basis für unsere politische Position nach außen dienen, — alle diese Menschen, die dies Werk im Laufe der letzten 5 Jahre geschaffen haben, waren nicht plötzlich vom Himmel gefallen und sind nicht über Nacht zu Chazulim geworden, und nicht infolge äußeren Zwangs, sondern aus innerer Disziplin, dem Bufe ihres Herzens folgend. Tausende Chaluzim der dritten Alija und die, die nach ihr kamen, sind Mitglieder der verschiedenen jüdischen Jugendorganisationen in allen Ländern. Sie wurden zu Chaluzim auf Grund ihres Lebens und ihrer Erziehung in den Jugendorganisationen. Ihr Chaluztum war eine direkte Folge, eine zwingende Konsequenz aus ihrem ganzen Entwicklungsprozeß. Die äußeren politischen Vorgänge beschleunigten zwar den Prozeß, schufen ihn aber nicht. Daraus ergibt sich die richtige Erklärung für dies gegenwärtige Nachlassen der Chaluzim-Alija und ihren Rückgang in bezug auf ihren Hachscharawerl. Die dritte Alija ist beendet und die vierte Alija hat noch nicht begonnen. Der ununterbrochene Einwanderungsstrom von im menschlichen Sinne wie im Sinne ihrer Qualifikation zur Arbeit geeigneten Chaluzim ist abhängig von der intensiven zielbewußten Erziehungsarbeit der Jugendbewegung. Das gegenwärtige Abflauen der Chaluzbewegung ist in vielem durch das Zurückgehen zahlreicher Jugendorganisationen veranlaßt, aus denen die dritte Alija ihre besten Führer entnommen hatte. Auch in den Kreisen des „Chaluz“ ist man zu der Ansicht gekommen, daß die geeignete Hachschara des Chaluz und der Chaluza bereits in ihrer Jugend mit einer Erziehung beginnen muß, die sie von Kindheit an zu dem zukünftigen Arbeitsleben vorbereitet, sodaß die Erziehungsarbeit der Jugendbewegung in Wirklichkeit eine Ergänzung zur Arbeit des „Chaluz“ in allen Ländern darstellt. Diese Erkenntnis war es, die zur Schaffung des „Haschomer Hazair“ führte. * * 'I' Die Jugendbewegung hat aber nicht nur eine große Bedeutung für Palästina, sondern auch für die Diaspora und das jüdische Leben auf der ganzen Welt. Die Assimilation nimmt überhand, der national-kulturelle Niedergang geht in schnellem Tempo seinen Weg auch in den osteuropäischen Ländern. Die Zufluchtsstätte des jüdischen Geistes, unsere alten Erziehungshochburgen, der Cheder, die Jeschiwah, das Beth-Hamidrasch, verschwinden eine nach der anderen und ein Ersatz für sie ist noch nicht geschaffen. Wenn die junge Generation weiter vernachlässigt und nicht rechtzeitig auf ihre Erziehung zur Sicherung des Bestandes des jüdischen Volkes und seiner Zukunft das Augenmerk gelenkt wird —, wer weiß, was ihr zukünftiges Schicksal sein wird. In diesem Sinne stehen die jüdischen Jugendorganisationen vor einer großen nationalen Erziehungsarbeit: zugleich mit Schulen eines neuen Typus auch Mittelpunkte des jüdischen Lebens in der Diaspora zu schaffen, die den Bestand und die Kontinuität des jüdischen Volkslebens sichern. Die unnormale Lage des jüdischen Volkes, das kein eigenes schöpferisches, kulturelles und wirtschaftliches Leben auf eigener Scholle führt, spiegelt sich auch in unserer Jugendbewegung. Man kann z. B. von einer jüdischen Jugendbewegung im Sinne einer deutschen Jugendbewegung etwa nicht reden. Diese letztere ist trotz ihrer Zerrissenheit gegründet auf das deutsche Volksleben, aus dessen Wurzeln sie ihre Kraft zieht. Ganz anders bei uns, wo jede Grundlage zu einer einheitlichen Jugendbewegung als reale homogene Wirklichkeit fehlt. Wir haben als notwendige Wirkung der Vielfarbigkeit unseres Galuthlebens viele jüdische Jugendbewegungen, viele jüdische Organisationen und Vereinigungen, von denen jede für sich auf ihrem begrenzten Gebiete lebt und arbeitet und deren mechanische Addierung noch zu keinem einheitlichen Ganzen führt. Die Schaffung einer einheitlichen jüdischen Jugendbewegung wird nur durch die sich vollziehende Einigung der Nation, durch Palästina gelingen. Die Konferenz in Danzig und der „Brith-Hanoar“ sind der erste Versuch in großem Maßstab, alle Organisationen der jüdischen Jugendbewegung zusammenzufassen und zu einem Ganzen durch Palästina zu verschmelzen. Nur die werdende Realität kann als Grundlage für die Einheit aller Teile der jüdischen Jugend dienen. Dementsprechend stellte sich „Brith-Hanoar“ zum Ziele, alle Kräfte der jüdischen Jugend zur Erfüllung folgender Aufgaben zu vereinen: a) Die Erziehung und Vorbereitung der Jugend zu aktiver Arbeit in der zionistischen Bewegung; h) ihre Erziehung zur Chaluziuth; e) Schaffung von Lebenszentren und Schulwerkstätten in den Ländern der Diaspora; d) Vereinigung und Weggemeinschaft in Palästina. Die Erfüllung dieser Aufgaben ist natürlich bedingt durch die organisatorische Aufgabe, alle Jugendorganisationen zu einer Welt-Organisation zusammenzufassen und sie zu einer wirkenden Kraft zu machen. In dieser Hinsicht ist in erster Linie die Schaffung einer lebendigen Verbindung zwischen den osteuropäischen Jugendorganisationen und denen des Westens bedeutungsvoll. Der west- D A S HAUS KRELl-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN —GARDINEN - DECKEN

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