Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 47 (21.11.1924)
- Date
- 1924-11-21
- Page
- Seite 408 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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408 üas Jüdische Echo Nr. 47 fügung stehen. Die Unterstützungskommission arbeitet im Zusammenwirken mit dem Wohlfahrtsamt der Kultusgemeinde, wo sämtliche Unterstützungsgesuche erledigt werden; solche sind deshalb zweckmäßigerweise ausschließlich dorthin, z. H. von Frau Stein zu richten. Referent für Unterstützungswesen im Gesamtauschuß ist Herr Jakob Kluger, Utzschneiderstraße 3, Referent für Schiedsgerichte ist Herr David Horn, Karlstraße 54. Schriftführer Herr Jakob Sturm, Pestalozzistraße 38, an welchen sonstige Mitteilungen zu richten sind. Beiträge erbeten an den Kassier Herrn M. Schumer, Josefspitalstraße 13, Sämtliche Interessenten, von denen bisher Beitragszahlungen fehlen, werden dringend gebeten, solche baldigst an den Kassier zu richten. Jeden Donnerstag Abend finden im Klublokal Ottostr. 2/o zwanglose Zusammenkunft statt, bei denen Interessenten willkommen sind. Bar Kochba Damenabteilung: Turnstunde Dienstag abends A8 bis 9 Uhr Herrnschule, Herrnstr. 21. Heimabend Mittwoch abends 8 Uhr Ainmillerstr. 35 bei Rieser. Mädchenabteiung: Turnstunde Mittwoch 5 bis A7 Uhr Herrnschule, Herrnstr. 21. Heimnachmittag Mittwoch ZA4 bis ZA5 Uhr Wagmüllerstr. 16/3 bei Fränkel. Von dort aus gemeinsames Gehen zum Turnen. (Kleine Buben können in diese Abteilung aufgenommen werden.) Reigenprobe für das Chanukkafest (Kleinen) Dienstag 6 bis 7 Uhr Ohmstr. 20/o. Kinder von 13 bis 14 Jahren, die sich am Festzug beteiligen wollen, können noch mitwirken. Auskunft: Ewer-Buchhandlung, Ottostr. 2. Tel. 52407. Nürnberg. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Landesverband Bayern. Am Sonntag den 9. XI. 24 fand in Nürnberg die Landesausschußsitzung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Landesverband Bayern, unter dem Vorsitz von Dr. Landenberger, Nürnberg, statt. Sie war von zahlreichen Delegierten aus allen Teilen Bayerns beschickt. Aus dem Jahresbericht ging vor allem hervor, daß zahlreiche neue Ortsgruppen entstanden sind und es nun allmählich gelungen ist, bis in die kleinsten Dörfer hinein alle jüdischen Frontkämpfer zu erfassen. Die Versammlung gab sich neue Satzungen. Vorort wurde Nürnberg; erster Vorsitzender Dr. Landenberge r, Nürnberg, zweiter Dr. Werner, München. Aus der reichhaltigen Tagesordnung war von allgemeinem Interesse die Stellung des Bundes zur Jugend, insbesondere zu deren körperlichen Ertüchtigung dadurch, daß man entweder alle jüdischen oder nichtjüdischen, wenn keine jüdischen am Platze seien, sportlichen Organisationen unterstütze oder unter Umständen eigene Jugend-Turn- und Sportriegen gründe und weiter die Stellung zu den bevorstehenden politischen Wahlen. Infolge seiner strikt durchgeführten Neutralität steht es dem Landesausschuß nicht zu, für die eine oder andere Partei einzutreten, aber als jüdische Abwehrorganisation fühle er sich verpflichtet, seine Mitglieder aufzufordern, keiner Partei ihre Stimme zu geben, die irgendwie judenfeindlich sei und diejenigen Parteien energisch zu unterstützen, die den Judenhassern mannhaft entgegentreten. Am Vorabend vereinte die auswärtigen Delegierten ein bunter Abend mit den hiesigen Frontsoldaten und deren Angehörigen, bei dem es infolge Ueberfülle etwas zu bunt zuging. Dr. V. Bericht über den Vortrag von Dr. Goldmann, gehalten in Nürnberg am Donnerstag 13. November 1924. Am Donnerstag den 13. d. M. sprach Herr Dr. Goldmann im großen Maxfeldsaale über das Thema „Der Jude als Schöpfer“. Kein Wunder, daß bei dem Rufe, der dem Redner vorausging, der Besuch auch diesmal ein recht guter war. An der Gegenüberstellung der beiden Typen des werkschaffenden und des wirklich schaffenden Menschen zeigte der Redner die Situation des jüdischen Volkes im Galuth auf und bewies an Hand der einzelnen Perioden jüdischer Geschichte, daß die wahrhaft werkschaffende Leistung des schöpferischen Menschen die Existenz einer jüdischen Wirklichkeit zur Voraussetzung habe. Ohne diese jüdische Wirklichkeit mußte gerade in der Zeit der jüdischen Assimilation der Typ des jüdischen Literaten entstehen. Mit dem Gedanken, daß auch die anonyme Leistung des anonymen Juden das neue Werk einer jüdischen Gesamtheit schaffen müßte, schloß der Redner seine gehaltvollen Ausführungen, die auf Freunde und Gegner unserer Sache einen gewaltigen Eindruck machten. Fürth. Am Mittwoch, den 12. November 1924 sprach im vollen Waisengartensale D r. Nahum Goldmann über das Thema: „Untergang und Aufbau“. Der Vorsitzende, Herr Dr. Oppenheimer, eröffnete mit kurzen Worten der Begrüßung die Versammlung. Herr Dr. Goldmann zeichnete zunächst die beiden Typen des untergeheniden und des aufbauenden Menschen. Der Mensch des Untergangs, das ist der satte, zufriedene, unschöpferische, der von vorne herein die Umwelt, in die er hineingestellt ist, bejaht. Der aufbauende Mensch, derjenige, der fortwährend in einem Spannungszustand lebt und die Welt nicht hinnimmt, wie sie ist, sondern sie nach seinem Bild gestalten möchte. Die Juden sind in diesem Sinne immer ein aufbauendes Volk gewesen, denn sie haben die Umwelt, in die sie hinengestellt wurden, stets verneint. Ihre tausendjährige Ghettogeschichte ist ein lebendes Beispiel für den Trotz, den sie der Welt entgegensetzten. Erst das Zeitalter der Assimilation, das mit der Oeffnung des Ghettos hereinbrach, schuf jenen Typus jüdischer Menschen, die sich hemmungslos in das europäische Leben stürzten und damit der Aufgabe des Judentums untreu geworden sind. Der Redner vergleicht den heutigen Zustand des jüdischen Volkes mit einem Orchester vor Beginn des Konzertes. Jeder Einzelne spielt seinen eignen Satz durchaus nicht schlecht, aber dem Ganzen fehlt jeder harmonische Zusammenklang. Nur wenn es gelingt, das ganze Volk auf eigenem Boden wieder zu schöpferischer Leistung zusammenzufassen, wird sich die Gesamtleistung des jüdischen Volkes unter die der anderen Völker würdig einreihen können, und die schöpferische Arbeit des Einzelnen wird den Boden haben, indem sie fest und sicher wurzeln wird. ‘Spendenausweis Münchener Spendenausweis vom 11.—18. Nov. 1924 Allgemeine Spenden: N. N. M. 5.—, Dr. Koschland und Frau anl. der Barmizwah ihres Sohnes Walther 27. Tischri 5685, 25. Okt. 1924, M. 20.—. Bäume: Gitel-Saslawsky-Garten s. A.: verlorene Wette 2 Bäume M. 12.—. Markenerlös M. 1.—. Büchsen: geleert durch A. Goldstern: Justizrat Dr. E. Fraenkel M. 5.60, Fr. J. Feuchtwanger M. 3.—, N. N. M. 26.—, U. Ascher M. 3.50, M. Bogopolsky M. 5, L. Boehm M. 10, E. Lustig M. 5, E. Schaal M. 5, Fr. CI. Weil M. 1.50, A. Kahn M. 5.50, B. Aß M. 5.—, Dr. Schäler M. 3.—, S. Eichengrün