Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 14 (7.4.1922)
- Date
- 1922-04-07
- Page
- Seite 184 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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184 Das Jüdische Echo Nr. 14 Feuchtwanger 50.—, Bernh. Koch 10.—. Weiteren Spenden sieht entgegen Chaluzim-Fiirsorgestelle: Paul Grünbaum, Rothmundstr.6. Postscheckkonto 15029. Donnerstag, den 30. April abends veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe Nürnberg einen Purimabend, der in allen Teilen vorzüglich gelang. Der Besuch war äußerst zufriedenstellend; der Festsaal des Künstlerhauses war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Damen Steinhardt bewiesen am Klavier ihre musikalische Feinfühligkeit und hohes Können, das allgemein in seinen Bann zwang. Herr Dr. Katz las aus den „Bädern von Lucca“ und erntete mit seiner sicher treffenden Charakterisierungsgabe stürmischen Beifall. Dr. S t e i n f e 1 d gab einige Lautenlieder scherzhaften Inhalts zum besten, womit er ebenfalls sehr gefiel. Den Glanzpunkt des Abends bildete jedoch die Uraufführung eines „fünfaktigen Purimsingspiels“, das; Herr Redakteur Karl Glaser verfaßt hatte. Herr Dr. Steinhardt hatte die einleitende Musik geschrieben, die er wie auch die übrige Musik mit Schwung vortrug. Das Stück selbst entrollte in witziger, geistreicher Pointierung und wirkte trotz seiner mitunter beißenden Ausfälle erheiternd. Die ausgezeichnete Darstellung setzte dem Stück noch besondere Lichter auf. In die Rollen teilten sich Frau Dr. Katz, Frau Glaser, Herr Dr. Katz, der als Achaschwerosch wohl die beste Figur abgab, die Herren Dr. Meier, Dr. Steinfeld, Bonne, Bein und der Verfasser, der den Türhüter im Stile des preußischen Schutzmanns mit grotesker Komik spielte. Die Beifallsstürme, die sich von Szene zu Szene steigerten, wollten am Schlüsse kaum ein Ende nehmen. Der Autor, der schon früher mit zwei Puppenspielen ähnliche Erfolge erzielte, mußte sich immer wieder zeigen. Ihm vor allem und den übrigen Mitwirkenden gebührt der Dank für die gelungene Veranstaltung. B. Jüdischer Jugendverein München. Am Montag, den 10. April spricht Herr Lehrer Rosenfeld um <8 Uhr im ßibliotheksaal der Gemeinde über „Die Hagadah schel Pesach“, ein jüdisches Volksbuch (mit Ausstellung von Hagadah-Ausgaben). Bezirksverband Nürnberg im K.J*V. Am 9. April 1922 findet in Nürnberg eine Tagung des Bezirks- Verbandes Nürnberg im Kartell Jüd. Verbindungen statt. Der eigentlichen Tagung geht eine Führung durch Nürnberg sowie ein gemeinschaftliches Mittagessen bei Plant voraus. Die Tagesordnung enthält folgende Punkte; 1. Berichte aktiver Bundesbrüder aus den Verbindungen, 2. Wahl der Delegierten zum Kartelltag, 3. Anträge zum Kartelltag. Abends 8 Uhr gibt der Bezirksverband als Werbeabend einen Tee mit Gästen in den Klubräumen der Maimonidesloge, Karolinenstr. 23. Auswärtige Bundesbrüder, die an der Tagung teilnehmen wollen, wollen dies (wegen Unterkunft usw.) rechtzeitig an Herrn Dr. Katz, Frommanstraße 19, mitteilen. Nürnberg, 30. März 1922. Für den Bezirksverband: gez. Dr. Katz. Nürnberg, 3. April. (Konstituierung der Verwaltung der Kultus gemeinde.) Nachdem im März auf Grund eines gemeinsamen Wahlvorschlages der Liberalen und der Volkspartei die 24 Gemeindevertreter gewählt worden waren, wie schon kürzlich an dieser Stelle berichtet wurde, fand heute abend durch den Wahlleiter, Herrn Geh.-Rat Dr. Held', die Konstituierung der Verwaltung, zunächst die Wahl des Vorstandes statt. Im Sinne eines Abkommens zwischen den Parteien wurden gewählt die Herren Geh.-Rat Dr. Held als 1. Vorsitzender, Ludwig Rosenzweig, 2. Vorsitzender, 3. K.-R. Metzger, Leo Katzenberger, Geh.-R. Josephthal, Dr. J. B a m b e r g e r. Es rückten entsprechend in die Gemeindevertretung 6 Ersatzleute auf. In dieser Doppelkörperschaft sind nun die Liberalem mit 20, die Volkspartei mit 10 Mitgliedern vertreten. Des ferneren wurden die bisher bestehenden Ausschüsse neu konstituiert unter entsprechender Berücksichtigung des Zahlenverhältnisses der Parteien, auch in der Besetzung der Vorsitzenden. Als drittes folgte die Konstituierung der Gemeindevertretung; Vorsitzender: Herr Auf seeser, Schriftführer; Herr Dr. G e ß n e r. Nach dieser formellen Arbeit erfolgte eine Ansprache seitens des 1. Vorsitzenden, Geh.-Rat Dr. Held, der zunächst mit Freude die Frauen in der Gemeindevertretung begrüßte (Frau Justizrat Dr. Dormitzer, Frau Paula Erlanger) und dann die übrigen Mitglieder die nach dem allein gerechten Proportionalwahlrecht als Vertreter aller Anschauungen ins Gemeindeparlament eingezogen seien. In warmen Worten gedachte der Redner der alten Weggenossen, die nicht mehr zurückgekehrt, deren Verdienste aber nicht vergessen werden sollen und können. Des weiteren charakterisiert der Vorsitzende die Aufgaben der Kultusgemeinde, die sich frei von allem staatlichen Zwang ausschließlich dem Religionsgesetz entsprechend entwickeln könnten. Dazu gehöre die Fürsorge für die Synagoge und den Gottesdienst, den Friedhof, für die Beamten, die das Rückgrat jeder Gemeinde bilden, für die Schechitah und ihre Träger; zum Schlüsse konnte der Redner mit Recht betonen, daß bisher trotz aller Gegensätze der religiöse Friede in der Gemeinde gewahrt werden konnte, von der bisherigen Verwaltung, die sich dies als ein besonderes Ruhmesblatt in ihre Geschichte zeichnen darf; auch in Zukunft solle das eines der wichtigsten Dinge sein, allen Anschauungen freie Betätigung zu gewähren. Als Vertreter der Damen dankte Frau Justizrat Dormitzer, für die liberale Fraktion Justizrat Dr. Erlanger, für die Volkspartei Dr. Bamberg e r für die warmen Worte: der Begrüßung unter KREU-UCKO DAS HAU S nnfckh~V%llVTHEATINERSTR. 16 TELEFON 27831—32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN