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Das jüdische Echo · 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
52 (30.12.1921)
Article
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Date
1921-12-30
Page
[Seite] (sequence 152)
Language
German
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G78 Das Jüdische Echo Nr. 52 vertuscht werden, wenn ihr euch hier nicht zusammentut. An euch liegt es, wenn eure Angehörigen noch im Tode geschändet werden! Das Gesudel ist in Schreibmaschinenschrift vervielfältigt und wird offenbar in großen Mengen verbreitet. Die Absicht ist klar: es soll bei urteilslosen Menschen durch das Märchen von den angeblichen Leichenschändungen eine Pogromstimmung erzeugt werden, und wenn nebenbei auch die „Judenregierung“. das heißt: die Republik gelyncht werden kann desto besser. Das ist Geist vom Knüppel-Kuntzes. Arbeiter, spuck aus und höre nicht hin.“ Rußland. Das jüdische Hilfswerk für Rußland. B e r 1 i m Die hier anläßlich der Beratung des vereinigten Emigrationskomitees anwesenden Mitglieder der jüdischen Welthilfskonferenz in Paris haben nach allseitiger Erörterung der Transportschwiergkeiten für das jüdische Hilfswerk in Rußland beschlossen, alle Hilfsmittel durch die Berliner Agentur des „Idgeskom“ (Jüdisches gesellschaftliches Komitee) nach Rußland zu befördern. Das „Idgeskom“ hat sich verpflichtet, der Exekutive der jüdischen Welthilfskonferenz jede gewünschte Kontrolle über die Verteilung zu ermöglichen und die Einreise eines Kontrollorgans -der Exekutive nach Sowjetrußland zu erwirken. Im Zusammenhang mit den die Hilfeleistung für jüdische Emigration aus Rußland betreffenden Verhandlungen zwischen dem Vereinigten jüdischen Emigrationskomitee und der russischen Vertretung in Deutschland begab sich ein hiesiger Vertreter des „Idgeskom“ nach Moskau, um den von ihm mitgeführten Entwurf eines diesbezüglichen Übereinkommens der Sowjetregierung zur Unterzeichnung vorzulegen. Das Übereinkommen soll die jüdische Auswanderung in gesetzliche Normen und geregelte Bahnen bringen, wobei dem Vereinigten jüdische Emigrationskomitee auch gewisse Rechte ein geräumt werden. (Gemeinden-u. Vereins-Echo Jüdischer Jugendverein München. Am Montag, den 19. Dezember, sprach Herr Dr. Alfred Apfel vor zahlreich erschienener Jugend über das Thema „Was geht in der jüdischen Jugend vor?“ Zuerst gab er ein Bild der Entwicklung des Jüdischen Jugendverbandes während seines nun 15jährigen Bestehens, die der Vortragende aus seiner Tätigkeit in der Leitung des Verbandes aufs genaueste kennt. Vor dem Kriege bestand die Hauptaufgabe des Jugendverbandes in der Abwehr des Antisemitismus. Heute jedoch sieht es anders in ihm aus. Die Jugend läßt sich nun nicht mehr in die Schranken der vor gezeichneten Vereinstätigkeit hineinpressen, sic wünscht selbst Anteil zu nehmen an der Bestimmung der Wege zu dem Ziel, dem sic zustrebt. Die neuen Pfade eines wahren und innerlichen Gemeinschaftslebens einzuschlagen, ist ihr Streben. Durch- Bildung von Jung-Gruppen, von kleinen Zirkeln und Wandergruppen wird nunmehr eine Verstärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls erreicht. Diese Entwicklung begrüßt Herr Dr. Apfel und will die ihr zukommende Bedeutung festgelegt wissen durch eine Umbildung des inneren Aufbaus der jüdischen Jugend. Die Jüngsten sollen eigene Gruppen für sich bilden, vollkommen autonom sein. Ihre Angliederung an den Gesamtkreis der jüdischen Jugend soll nur in einer Vertretung zum obersten Rat des Verbandes bestehen, wobei allerdings ihr Einfluß durah ein relativ stärkeres Wahlrecht gewährleistet werden soll, als der der beiden hinzutretenden Gruppen. Diese sollen gebildet werden von den älteren Jugendlichen, die in der bisher vorzugsweise geübten, loseren Gemeinschaft durch Vereinsabende zusammengehalten werden, Schließlich von den durch ihr Alter aus dem engeren Zusammenhang getretenen, die lediglich mit beratender Stimme und durch relativ geringstes Wahlrecht an der Gesamtorganisation Anteil haben sollen. Diese Anregung soll den ersten Versuch darstellen zur Vereinigung aller, in der Jugendbewegung Stehenden. Wegen der Ähnlichkeit der Erscheinungen in allen Jugendbewegungen hat dieser Vorschlag ein über die Kreise des Jüdischen Jugendverbandes hinausreichendes Interesse. Doch nicht nur die Form des Jugendverbandes bedarf einer durchgreifenden Neugestaltung, auch sein Inhalt muß erneuert werden. Jede Jugendbewegung verflacht, die sich damit begnügt, nur in Schwärmereien aufzugehen, und die es nicht versteht, dile Dinge des Tages zu erörtern. Dabei darf — um diese Klippe zu umgehen — der Verband den Vorwurf nicht scheuen, daß er eine „Politisierung“ der Jugend betreibe. Nachdem sich ergeben hat, daß der Abwehrkampf gegen den Antisemitismus keine positiven Werte im Fühlen der Jugend auslöst, daß der rühmliche Versuch Dr. Löfflers, die Jugend durch die Lebendigmaehung der religiösen Werte des Judentums, besonders des Prophetismus, nicht die erwünschte Wirkung auf die Allgemeinheit hatte, zeigte sich offensichtlich nur das Palästinaproblem als geeignet, die jüdische Jugend Deutschlands zu gemeinsamer Tat und dem daraus entspringenden Gemeinschaftsgefühl zu vereinen. Diese Auffassung spricht sich in dem einstimmig angenommenen Beschluß der Führertagung des Jugendverbandes aus, der im vergangenen Jahre zu Cassel stattfand. Damit hatte der Jugendverband als erste nichtzionistische Organisation das Palästina<- problem als eine allgemein jüdische, über allen Parteien stehende Angelegenheit bezeichnet. Palästina ist zum Gemeinschaftserlebnis der deutschen Juden geworden. Die Angelegenheiten der zionistischen Bewegung sind heute keine Parteidinge mehr. Am Keren Hajessod Anteil zu nehmen und KRELI-UCKO DAS HAU S THEATINERSTR. 16 TELEFON 27831 — 32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN Nr. 52 679 Das Jüdische Echo sich daran zu beteiligen, ist Sache der Gesamtjudenheit geworden. Der Rabbinerverband, die Großloge B’ne B’rith und — nach der Darstellung des Vortragenden — die meisten Mitglieder des Zentralvereins stehen auf dem gleichen Standpunkt. In Berlin wurde ein Komitee gegründet bestehend aus den Herren: Dr. Hantke, Dr. Rosenblüth, Blumenfeld, Hirsch-Halberstadt. Dir. Wassermann, Prof. Einstein, Rabbiner Baeck, Eugen Landau und Dr. Apfel. Dieses Komitee soll zu einem ganz Deutschland umfassenden Komitee erweitert werden und wird dann einen Aufruf an alle Juden Deutschlands erlassen. Palästina und die darin und dafür geleistete Arbeit wird den Beweis zu erbringen haben, ob dile Juden aufbauen können. Die lebhaft einsetzende Aussprache beschäftigte sich fast ausschließlich mit der Stellungnahme des Vortragenden zur Palästinafrage. Während nur wenige Redner den Standpunkt des Referenten bekämpften unter Heranziehung von Argumenten, die die geradezu einzigartige Bedeutung der Palästinaarbeit für die Gesamtjudenheit aller Zeiten völlig außer Acht ließen, sprach sich der größte Teil gerade von den Jugendlichen für die Schaffung eines gemeinsamen Bodens der jüdischen Jugendbewegung durch die gemeinsame Tat, das gemeinsame Werk aus. Im Schlußwort bekannte sich Herr Dr. Apfel wiederholt zu dem einzigen Heilmittel für die Krise, in der sich, dile im Jüdischen Jugendverein zusammengeschlossene Jugend befindet, und wies die Irrigkeit der erhobenen Einwände nach. Der Jüdische Jugendverein München hatte nicht nur einen sehr anregenden Abend zu verzeichnen; es ist zu hoffen, daß die Wirkung der Worte Apfels nicht ausbleibt und die Klärung der Meinung seiner Mitglieder zu einer engen Zusammenarbeit mit den anderen jungjüdischen Gruppen in München gerade durch Mitwirkung in der Keren Hajessod-Aktion führen wird. Dies angeregt zu haben, wäre das Verdienst des Herrn Dr. Apfel. Z’bi. Jüdischer Gesangverein München. Bei der am 27. Dez. stattgefundenen Chanukahieier wurde in der Garderobe eine Geldbörse mit Inhalt gefunden. Abzuholen bei Diamand, Müllerstr. 10/1. Spendenausweis Münchner Spendenausweis. Nationalfonds : Ges am tausschuß der Ostjuden grat. zur Vermählung Fleischer-Kandl 5.—, Familie D. Hoirn grat. z. Hochzeit Bier-Buch, grat. s. Amtskollegen Fleischer und Biller z. Verlobung ihrer Kinder 10.—, Jakob Landmann u. Frau grat. herzl. z. Vermählung Bier-Buch. 10.—, N. Blumenfeld und Frau grat. z. Vermählung Mysliborski- Eisenberg 10.—, Familie Blau grat. Familie Schönmann z. Vermählung ihres Sohnes 5.—, Schmikler jun. 100.—. Gold. Buch Raphael Hirsch Grünbaum: Paul u. Fanny Grünbaum grat. z. Vermählg. Glaser-Blaß 10.—, Ruppin-Jakobsohn 10.—, z. Verlob. Mahler-Dr. Katz 10.—, Fleischer-Biller 10.—, z. Genesung Meta Moch 10.—, kond. Justin Lichtenauer u. Hartwig Lewin 10.—. Münchner Ölbaumhain: N. N. z. dritten Jahrzeit 8 B. 200.—. Michel u. Dora Mahler-Garten: Sophie Fleischer dankt Oskar Orljansky u. Frau-Nbg. f. freundl. Aufnahme 1 B. 25.—, Frau Orljansky anl. d. Jahrzeit ihres Vaters Dubinsky 1 B. 25.—, dieselbe verlorene Wette mit Josef Orljansky 1 B. 25.—. Spenden können einbezahlt werden auf Konto: Karola Silber, München Nr. 10121. Gesamtausschuß der Ostiuden. L. Spielmann gratuliert z. Hochzeit Tuchmann-Tuchmann 10.—* Schönmann-Teig 10.—, zur Verlobung Mahler-Dr. Katz 20.—, Fleischer-Biller 10.—■, Teilertrag bei Versteigern d. Benschen bei Hochzeit Mysliborski- Eisenberg 1000.—, Ges. b. Familienunterhaltung b. Farn. Renkazischok 50.—, B. Chary u. Frau grat. z. Verlobung Fleischer-Biller und z. Vermählung Tuchmann-Tuchmann 30.—, Farn. Buchaster grat. z. Vermählung Buch-Bier 5.—, Familie J. Rosner desgl. u. z. Verlobung Barber-Kurzmantel 10.—* Familie Biller und Fleischer danken dem Gesamtausschuß für Aufmerksamkeit 100.—Familie I). Horn grat. z. Hochzeit Schömmann-Teig u. Monheit 10.—, auf der Hochz. Bier-Buch ges. d. Joel Bier 450.—, Familie H. Strumpf grat. z. Hochz. Schönmann-Teig 10.—, bei Verlobung Diamand-Groß gesammelt d. M. Diamand und Kraus 250.—, Familie N. Sturm grat. z. Verlobung Fleiischer-Biller, zur Vermählung Kluger-Wagovski, zur Vermählung Schönmann-Teig 50.—. Familie Stoff grat. herzl. z. Verlobung Diamand-Groß 10.—, Farn. J. Hauser grat. z. Vermählung Bier-Buch, Schönmann-Teig 20.—, M. Kohn Chanukahspende 100.—, Epstein 130.—, H. Mendler 25.—, Tuchmann 50.—, L. Irani 20.—. Buch 20.—. Schönberg 50.—. Dieser Nummer liegt ein Wandkalender bei, den wir uns gestatten unseren* Lesern mit der Bitte zu überreichen, uns ihr Wohlwollen auch fernerhin zu bewahren. Verlag des Jüdischen Echo. ROSEL CHEIKOWSKY PÄUL GUNDERSHEIMER Verlobte München, im Dezember 1921 Goethestraße 3/1 Herzogstraße 65/0 Zu Hause: Sonntag, 8, Januar 1922 SIGMUND FLEISCHER GISELÄ FLEISCHER geh. Kaudel V ermählte München im Dezember 1921 VEREINIGTE VEREINE Ägudas Achim — Linath Hazedek gratulieren ihren Mitgliedern SCHÖNMANN und BIER zur Vermählung ihrer Kinder Rn Familie H. SCHÖNMÄNN Da Telegramme nicht erwünscht, gestatten wir uns Ihnen auf diesem Wege zur Vermählung Ihrer Kinder herzlich zu gratulieren D. KORNHÄUSER und Familie l

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