Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1921-02-04 · 5 (4.2.1921) · p. Seite 67

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
5 (4.2.1921)
Date
1921-02-04
Page
Seite 67 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9072829-9103024-9144785--03895-9076721
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Pas Jüdische Echo ■ SAMSTAG, DEN 12. FEBRUAR 1921, ABENDS 8 UHR im Bayerischen Hof, Promenadeplatz ALLGEMEINE JÜDISCHE WÄHLERVERSAMMLUNG Referenten die Herren Kommerzienrat Siegmund Fraenkel, Dr. Elias Straus und Jakob Reich über ZERFALL ODER ERNEUERUNG Freie Aussprache Die „liberalen“ Verwaltungsmitglieder sind besonders eingeladen Kein Jude, keine Jüdin darf in dieser Versammlung fehlen Eintritt frei. Reservierte Plätze M. 2,—. Karten zu haben im Jüdischen Echo, Herzog Maxstr. 4 (Tel. 53099) und im Büro der Jüd. Volkspartei, Wagmüllerstr. 19 (Tel.21499) llllllinillllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliilllllllllllllllllllllllllllllillllllllilllllllll Illllllllllllllll!llllllllllllllllll!lllllllllllllllillll!ill!llllllllillllillll!lllllllllllll11 „LIBERALISMUS“ odor JÜDISCHE VOLKSPARTEI? Die „Liberalen“ stellen in ihrem Wahlflugblatt „liberale Ziele“ auf. Wer hat sie in den langen Jahren ihrer unbeschränkten Gemeindeherrschaft an der Verwirklichung gehindert? Die Partei der Macht ist nicht nach Programmen, sondern nach Taten zu beurteilen, über die sich_die Liberalen selbst bezeichnenderweise ausschweigen. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Wie sieht es heute in der Gemeinde aus? Verfall des religiösen Lebens! Die Synagogen stehen leer. Taufen und Austritte häufen sich. Dürfen sich die unreligiösen Liberalen als Hüter der Religion aufspielen? Haben sie je einen ihrer Kandidaten gefragt, ob er die Religionsgesetze kenne, geschweige denn hält? Entjudung der Jugend Der „liberale“ Religionsunterricht entläßt die Jugend ohne jüdische Kenntnisse. Damit fehlt die Grundlage für ein jüdisches Selbstbewußtsein, und die Jugend wird wehrlos allen entjudenden Einflüssen ausgeliefert. Untätigkeit gegenüber dem Antisemitismus. Die Gemeinde kümmert sich nicht um die uns umgebende Feindschaft und überläßt es privaten, nicht genügend autorisierten Vereinen, dagegen aufzutreten. Wer hat je in dieser schweren Zeit in der Gemeinde einen Rückhalt gefunden? Keine kulturelle Für die Gemeindeverwaltung gibt es keine Aufgaben für die Jugendbewegung, - für jüdisches Bildungswesen, Bibliothek, Lesehalle, soziale Fürsorge usw. UHCI soziale Was es in München auf diesen Gebieten gibt, geschieht ohne oder gegen Arbeit! die Gemeindeverwaltung. Ausschaltung der Gemeinde mitglieder. Die Gemeindemitglieder erhalten nie Information. Sie haben keine Kenntnis, was in der Gemeindestube vorgeht und keinen Einfluß darauf. Als Resultat steigende Interesselosigkeit! Wenden!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.