Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 22 (28.5.1920)
- Date
- 1920-05-28
- Page
- Seite 253 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22 Das Jüdische Echo 253 rföw 3 u b e liebt bas ©etb unb fürchtet bie ©efahr, ©r weifj mit wenig SDüh’ mtb ohne viel ju wagen, Storch ^)anbel unb burch 3>\n$ @elb aus bem Sanb $u tragen; fo läfjt ©oethe ben$önig2lh<t$*>cr ihm ant* warten: „3<h weifj bas nur ju gut, mein greunb, id) bin nicht blinb, D o <h bas tun anb’ re me(r, bie un^ b e f <h n i 11 e n fin b." Unb wenn im „gauff" ber Teufel intolerant wirb unb $u prebigen anfangt: „Die $ircb’ allein, meine lieben grauen $ann ungerechtes @ut verbauen", läfjt ©oethe ben guten beutfchen ©eiff ihm erwibern: „Das iff ein allgemeiner Brauch (Sin 3ub’ unb .ftönig fann bas auch." Der gute beutfc^e ©eifi ift eben o b j e f1 i v unb weifj, bafj felbff in feiner eigenen Bruft — leiber! — jwei ©eelen wohnen. Bon biefem guten b e u t f <h e n ©eiffe finb biej'enigen gänjlich vertaffen, bie mit rafferein p^arifäifd^er ©albung bei jeber paffenbett unb unpaffenben ©elegenheit wieber^olen: „D e u t f dj fein eine © a <h e um i r e r f e l b ff willen tu n." Halbe Wahrheiten finb oft ganje Sügen. (£$ gibt ©adjen, bie ^ebermann um ihrer felbff mitten tun muf, wenn er fie richtig tun will. Diefe um ihrer felbjf willen ju tun, ijf feine beut* fdje Befonberheit. (Sin 3ub’ unb ein (Snglänber tut bas auch. (Sö gibt anbererfeitS ©achen, bie man gar nicht um ihrer fetbff willen tun bar f. Wer j. 35. einen ßrieg ohne beffimmteS Siel fü^rt, einen grieben ohne Berffänbigung anffrebt, ^utfcpe mehr jur Herbeiführung neuer Unorbnung als jur Be* feitigung veralteter Drbnung veranffaltet, ber hanbelt nicht beutfcb, fonbern unvernünftig unb unverantwortlich. TCuch bie Sanbsleute Emmanuel .ftants tun, ob* wohl fie in ber SDfehrjahl feine <Philofophen finb, ihre ©achen in ber Siegel um praftifdj*vernünftiger 3wecfe willen. (Ss iff nur ©ache beutfch*völfifcher Demagogie, jeben Deutfdjen als eine Spielart bes „reinen" Dorbmenfchen vom @djlage 3ung*©ieg* friebö hinjufielXen. Allein audj b i e f e @ache gedieht burchauS n i ch t um ihrer felbff willen. 3. Tlffenfommöbie. Der jübifche ©eift hat niemals einen neuen ©ebanfen hervorgebracht. <Beine ©efchichte ift eine einige 2tffenfommöbie. Das ©hrifientum iff troh SutherS ©dwift „m unfer Herr 3efuö ein geborener 3ub geweff" feine j ü b i f dj e Deformation, fonbern eine inbogermanifche Denaiffance. Die ©chöpfungSgefchidjte ber Bibel iff burd) oie beutfche Wiffenfdjaft als ^Plagiat entlarvt, ©ie beruht auf Bergung babplonifdjer Urheber* rechte. Die ©chöpfung fetbff ift u n o r i g i * n e 11. eitles iff fchon einmal bagewefen. Die (Sr* fenntnis, b a fj alleö fchon einmal bagewefen ift, wirb jwar einem jübifdjen 3Beifen nantenö 7(fiba jugefchrieben. Allein ©ott mag wiffen, wo ber fie her h^Ue! 9Teue[tes aus bem 33ereid) bes SHöglic^eit 5)lünd)ett. Der ©tewarb Hruffon, nein, Herr Hvufion ©tuart ©ham^erlain, iff einer ftcheren ®e* heimmelbung jufolge nach München berufen wor* ben, um ber 9ttifjwirtfchaft ber antifemitifchen Da* baupreffe beö 35ölfifchen Beobachtern, ^luf ©ut Deutfeh, bie Deutfche greiheit ufw. ein ©nbe ju bereiten unb ben Münchnern enblich eine anffänbige antifemitifche Rheologie ju liefern, bie j'eber ehr* liehe Bürger im H&ufe unb auf ber ©trafje benüt* ^en fann. Befanntüch iü ber groüe gührer ber antifemitfehen 3Biffenfchaft ^nthropolog. Mitteln einer ^reujung helbenhafter Baltifumfrieger unb alteingefejfener HDfkräugaffe hofft er eine Hoch* raffe ju jüdjten, an beren Sßefen nun befinitiv bie ganje 3öelt genefen wirb. Die ebelffen Vertreter biefer Hochraffe follen baju außerlefen werben, einen H^fenfreujjug gegen bie ungläubigen ^uUn ju unternehmen, bie biefeö heilige ©pmbol burdj* aun nicht anerfennen wollen unb mit ihrer Beradj* tung ber SDafdjinengewehre unb Panzerwagen ber gefamten ^ulturwelt ein ©reuel finb. (Sglfing. (Sine ©ruppe treubeutfdjer ©pra^* reiniger h<U folgenben intereffanten Befchluh ge* faüt: ,,50flit feiner bösartigen HftW^rrigfeit, mit ber bie überwiegenbe Majorität beö verfluchten ^ubenvolfeö am bemofratifchen ©ebanfen feftbäll unb ft'ch weigert bie allein feligmadjenbe Autorität ber ^Ichfelffücfe unb beß 9)fonofelS anjuerfennen, hat eß auch bas Decht auf ben ©djimpfnamen 3uben verwirft. Die ©ruppe treubeutfeher ©prachs reiniger befdjliefjt beShalb, bah mit bem 3ßort „3 u b e n" grunbfäfelich alt biej'enigen ^Perfonen Erstklassiger Herrenschneider fl. E I h W J\ Q annehmbare Preise MÜMCHEfQ Residenzstraße 13/1 (Ma* ]oseph-Platz)