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Das jüdische Echo · 1919-07-25 · 30 (25.7.1919) · p. Seite 368

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
30 (25.7.1919)
Date
1919-07-25
Page
Seite 368 (sequence 10)
Language
German
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358 Das Jüdische Echo Nr. 30 Wer hilft! Überall, wo Not und Elend, Krankheit und Sorge sich eingenistet haben, hat die alte jüdische Nächstenliebe einen Weg zur Linderung und zum Tröste gefunden. Ein Gebiet aber ist von unseren jüdischen Glaubensbrüdern bisher fast ganz vergessen worden, ein Denkmal muß noch errichtet werden, und es wird in kurzer Zeit höher ragen als manches andere, an dem schon seit Jahrzehnten mit Fleiß und Opferfreudigkeit gebaut wird. Viele Hundert armer unbemittelter jüdischer Familien, die einen Nervenschwachen oder Gemütskranken zu ihren Lieben zählen, rufen in ihrer Not die Mildtätigkeit ihrer Glaubensbrttder auf, strecken ihre Arme aus um Hilfe für die tiefste Armut, die es gibt. Besser Bemittelte finden für ihre armen Kranken leicht ein Heim, wenig bemittelte und arme jüdische Familien dagegen mußten es bisher zumeist mit ansehen. daß man ihre Kranken in die Landesheilanstalten brachte. Da konnte naturgemäß keinerlei Rücksicht genommen werden weder auf die jüdische Individualität des Kranken, noch auf das jüdische Milieu, aus dem er stammte und an das er gewöhnt war. Große Nervenärzte sind sich darüber klar, daß eine so tiefgehende Veränderung der Lebensgewohnheiten für Nervenschwache und Gemütskranke unbedingt schädlich wirken muß. Aus allen solchen ernsten Erwägungen heraus hat sich im Jahre 1903 der Verein für unbemittelte jüdische Nerven- und Gemütskranke. Ems. konstituiert. Die Aufrufe, mit denen dieser Verein ins Leben trat, waren von prominenten Persönlichkeiten gezeichnet, und wenn auch die Mittel nicht ausreichten, eine eigene Anstalt zu erbauen, so hat er doch bisher ungemein segensreich dadurch gewirkt, daß er mit einer wohleingerichteten Privatanstalt ein Abkommen traf, wonach durch seine Vermittlung unbemittelte Kranke gegen verhältnismäßig geringe Pension Aufnahme fanden. Aber die Anforderungen, die an den Verein herantraten, sprechen eine so laute und eindringliche Sprache von der Größe der Not. die es auf diesem Gebiete zu lindern gilt, daß der Verein vor die unabwendbare Notwendigkeit gestellt worden ist, ein eigenes Heim für jüdische Nerven- und Gemütskranke zu errichten. Helfen Sie mit offener Hand und mit offenem Herzen bei diesem Liebeswerk! Denken Sie an das tiefe unsagbare Leid, an dem eine Familie zu tragen hat. die einen Nervenschwachen oder Gemütskranken zu den ihrigen zählt, und erwägen Sie. daß doppelt groß die Not ist. wenn kleine Verhältnisse oder Armut es nicht gestatten, den Kranken so pflegen zu lassen, daß das schwere Los leichter wird und eine Hoffnung bleibt auf Besserung oder Wiederherstellung! Jetzt mehr denn je tut Hilfe not; denn der Krieg hat gerade auf dem Gebiete der Nervenkrankheiten unsagbar viele Leiden und Sorgen zurückgelassen! Kein jüd. Herz wird sieb dieser Bitte verschließen können und wollen, die die Unterzeichneten aussprechen im Namen der Ärmsten der Armen und als Sachwalter ihrer schwergeprüften Familien. 1 Es gilt dieses Mal, ein wenig Licht zu senden in die tiefsten Tiefen des MenschenleidesI Die Verhandlungen wegen der Eröffnung eines Heimes für nervöse und leichte, heilbare Nervenkranke, die unter ständiger Aufsicht eines tüchtigen Nervenarztes stehen, sind bereits soweit gediehen, daß damit alsbald nach Eintritt geordneter Verhältnisse gerechnet werden kann. Um was wir bitten: 1. größere Beiträge für Errichtung eines eigenen Heims, freundlichst zu richten an die Deutsche Bank, Filiale Frankfurt a. M. in Frankfurt a. M., zugunsten des Kontos des Hilfsvereins für unbemittelte jüdische Nerven- und Gemütskranke. Ems, oder auf unser Postscheckkonto Nr. 4440 Frankfurt a. M.. 2. um Ihren Beitritt als Mitglied zu unserem Verein, mit einem Jahresbeitrag. 3. um Ihren Beitritt als außerordentliches Mitglied (Mk. 200.—) einmalig. 4. um eine Bettstiftung (Mk. 15 000.—). Korrespondenzen, auch Einschreibe- und Wertbriefe, bitten wir an den Schriftführer E. H. Lehmann. Frankfurt a. M.. Schwanenstraße 11. adressieren zu wollen. Gründungskomitee und Verwaltung des Hilfsvereins für jüdische Nerven- und Gemütskranke E.V., Ems. Geh. Hofr. Prof. Dr. Adler, Leipzig. Dr. med. Apfel. Köln. St.-Rat Geh. Kom.-Rat Aronsohn. Bromberg. Rechtsanw. Dr. Baum. Vors. d. Wohlfahrtskomm. d. jüd. Gern., Berlin. Kom.-Rat Jos. Berliner. Hannover. Justizrat Dr. Blau, Frankfurt a, M. Rabb. Dr. Bloch. Posen. San.-Rat Dr. Bodenhelmer. Darmstadt. Kom.-Rat Moritz Bühler. München. Provinzialrabb. Dr. Cahn. Fulda. A. Carlebach, Lübeck. Caspary. Vors. d. Fürs.-Komm. d. jüd. Gern. Berlin. N. Cohn. Bürovorst, d. A.-Komm. d. jüd. Gern., Berlin. San.-Rat Dr. Toby Cohn. Nervenarzt, Berlin. Distriktsrabb. Dr. Cohn. Ichenhausen. Rabb. Dr. Cohn. Rawitsch. S. David. Berlin. Isidor Dülken. Köln. San.-Rat Dr. Ehrenfried. Vors, d. Synag.-Gem. Kattowitz. Rabb. Dr. Ehrentreu. München. Dr. med. Ehrlich. Posen. San.-Rat Dr. Elkeles. Posen. F. Elsbach. Hannover. San.-Rat Dr. Feuchtwanger. Frankfurt a. M. Dr. med. Aug. Feuchtwanger, München. Dr. med. J. Feuchtwanger, Frankfurt a. M. Geh. San.-Rat Dr. C. S. Freund. Nervenarzt, Breslau. Rabb. Dr. Freund. Hannover. Israel Friedländer. Posen. Harry Fuld. Frankfurt a. M. M. Goldschmidt. Vors. d. Synag.-Gem. Kattowitz. Meyer S. Goldschmidt. Frankfurt a. M. Prof. Rabb. Dr. Guttmann. Breslau. St.-Rat Guttmann, Kattowitz. Emil L. Heidenbeimer. Frankfurt a. M. Adolf Herzberg. Hannover. San.-Rat Dr. Heßberg. Essen. G. Heynemann. Magdeburg. Rabb. Dr. Meier Hildesheimer. Berlin. San.-Rat Dr. Wolf Hirsch, Frankfurt a. M. Kom.-Rat M. Horkheimer.

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