Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1918-02-22 · 8 (22.2.1918) · p. Seite 84

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
8 (22.2.1918)
Date
1918-02-22
Page
Seite 84 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9102973-9138240--01932-9074754
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

84 Das Jüdische Echo Nr. 8 mann. Albert Rosenthal und Eugen Wolff, alle in einem Inf.-Regt., Eduard Mühsam, Max Metzger, Heinrich Gärtner, Reinhold Seligmann und Karl Hirschmann, alle in einem Feld-Art.-Regt., Gust. Götz bei den Pionieren und Willi Sachs bei den Kraftfahrern. München. Der Rechenschaftsbericht der Israelitischen Religionsgesellschaft „Ohel Jakob“ für 1917 weist darauf hin, daß sich in der Entwicklung der Vereinigung kein besonders bemerkenswertes Ereignis vollzogen hat. Die Opferfreudigkeit der Mitglieder hat sich auch im abgelaufenen Jahre bewährt. Auch von dieser Gemeinde hat der Weltkrieg manches Opfer gefordert; deren Jahrzeitstage werden bei den jeweiligen Gottesdiensten in gebührender, ehrender Weise behandelt werden. Die Betriebsabrechnung zeigt ein befriedigendes Ergebnis. An den bisherigen Kriegsanleihen hat sich die Religionsgesellschaft für ihren Betriebsfonds und für die Beamten-Pensionskasse mit 48 000 Mark beteiligt. Die Generalversammlung der Vereinigung findet Samstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr statt. München. Der soeben erschienene VerWaltungsbericht der israelitischen Kultusgemeinde für 1917 bewegt sich im gleichen Rahmen wie seine Vorgänger. Die durch den Tod des Vorsitzenden, Herrn Justizrat Ofner, verwaiste Stelle nimmt jetzt Herr Landrat Michael' Nußbaum ein, während in die Verwaltung die Herren Rechtsanwalt Maximilian Kahn und für den verlebten Herrn Kommerzienrat Joseph Tannhauser Herr Sensal David Wein mann neu eintraten. Aus der bei Kriegsbeginn geschaffenen Hilfskasse wurden im abgelaufenen Jahre 51.076 Mark ausbezahlt, seit Beginn des Krieges die Summe von 181.166 Mark. Die Waisenstiftung wurde dahin erweitert, daß jetzt neben Münchner Waisenkindern auch bayerische Kriegswaisen unterstützt werden. Der Weltkrieg hat auch im letzten Jahre wieder schmerzliche Opfer aus der Gemeinde gefordert; die Zahl derselben, die bisher zu beklagen sind, beträgt nahezu 100. Von den Verwaltungsmitgliedern fehlt derzeit Herr Dr. O e s t r e i c h . der zuerst in französischer Gefangenschaft war, derzeit aber in der Schweiz interniert ist. Eine Erneuerungswahl in die Verwaltung hat, wie es satzungsgemäß sein sollte, wegen des Kriegs nicht stattgefunden. Von den Gemeindebeamten sind die Herren Kantor Müller und Sekretär R o s e n f e 1 d1 im Heeresdienst; Herr Rabbinatssubstitut Dr. B a e rw a 1 d ist nach dreijähriger Wirksamkeit als Feldrabbiner in die Heimat zurückgekehrt, um seine Dienste wieder der Gemeinde zu widmen. Das Finanzwesen der Gemeinde bietet ein erfreuliches Bild. Die Kultusbeiträge erbrachten mit 145 000 Mark den fast gleichen Betrag wie im Vorjahre; die Gesamtausgaben beziffern sich auf 235 000 Mark, denen Ausgaben in fast gleicher Höhe gegenüberstehen. Auf die verschiedenen Kriegsanleihen wurden 350 000 Mark aus Gemeinde- und Stiftungsgeldern gezeichnet. Trauungen wurden innerhalb der Gemeinde 20 vorgenommen; die Zahl der Todesfälle betrug 166 Erwachsene und 11 Kinder. (Über die Zahl der Austritte aus dem Judentum schweigt des Sängers Höflichkeit.) j f In der israelitischen Abteilung des Krankenhauses München-Schwabing wurden im Laufe des Jahres 98 Personen verpflegt; besondere Verdienste auf diesem Gebiete haben sich die Verwaltungsmitglieder Herr Albert Landauer und Herr Popper erworben. Der Hauptteil der Kosten wurde von der Krankenfürsorge israelitischer Vereine getragen. Der Verwaltung der Gemeinde unterstehen zurzeit 183 Stiftungen: neu hinzu kamen 16. (Die Summa der Stiftungen isrt nicht angegeben.) Die Einnahmen der gemeindlichen Wohltätigkeitskasse beziffern sich aus Vortrag vom Vorjahre, Spenden und Stiftungszuschüssen auf 63 500 Mark; hieraus werden meist hier wohnhaften israelitischen Bedürftigen Beiträge gewährt; ausnahmsweise werden auch Auswärtige mit Spenden bedacht. Die Israelische Waisenstiftung vereinnahmte an Zinsen und Spenden 29 000 Mark; für Erziehungsbeiträge an 70 Waisenkinder wurden 14 000 Mark verausgabt. Der Stand dieses Stammfonds beträgt nahezu 600 000 Mark. Der dem Verwaltungsbericht beigefügte Jahresbericht der rituellen Speiseanstalt (Rittersche Stiftung) verzeichnet an Kapitalzinsen, Spenden und Erlös von verkauften Speiseanweisungen 26000 Mark, die Ausgaben decken sich mit diesem Betrage nahezu'. Die Gesamtzahl der im Jahre 1917 verabreichten Mahlzeiten betrug 51,960; hievon wurden beinahe 34,000 unentgeltlich abgegeben; 6460 wurden zu 45 Pfg., 11500 zu 25 Pfg. verabfolgt. Die Anstalt hat das Anwesen Klenzestraße 4 käuflich erworben und wird zu den Pesachfeiertagen die neuen Räume beziehen. Notstandsaktion für Polen und Litauen. Das in München erst vor kurzem gebildete Notstandsaktionskomitee für Polen und Litauen ist bereits in der Lage die schöne Summe von 3370 Mark nach Warschau an die Zentrale abgehen zu lassen. Wir hoffen, daß sich für diese gute Sache auch weiterhin zahlreiche Gönner aus den weitesten Kreisen finden werden. Spenden werden in der Redaktion des „Jüd. Echo“ jederzeit gern entgegengenommen. fDie „WIRKLICHKEIT” Deutsche Zeitschrift für Ordnung und Recht. Die „Wirklichkeit“ ist die einzige politische Wochenschrift, welche von sich s»gen kann, daß sie schon mit dem Beginn ihres Erscheinens zu den angesehensten politischen Zeitschriften des deutschen Sprachgebietes gehörte. Die „Wirklichkeit“ ist eine von allen Parteien und Interessenvertretungen unabhängige, nicht belehrende, sondern unterrichtende politische Wochenschrift. Sie sieht ihre Aufgabe darin, alle politischen Vorgänge und Entwicklungen zu Das Einzelheft kostet 50 Pf der Bezugspreis des Vierteljahres beträgt M. 5- _ „ , Man verlange kostenlos Probeheft beim Verla , München, Friedrichstr 2 Bestellungen nimmt entgegen jede Postanstalt (Zeitungsverzeichnie München 1216a), der Buchhandel und der Verlag. Herausgeber: Karl Graf v. Bothmer, München, nehmen wie sie sind, den Sinn für das geschichtlch Gewordene zu pflegen und unser politisches Denken frei zu machen von allen ungesunden utopischen Einflüssen. ^'e >»Wtr,klichkeit“ hat sich in der politisch interessierten Welt heute schon einen sicheren Markt geschaffen und ist für jeden Staatsbürger, der die Kenntnis des politischen Lebens als unerlässlich begriffen hat, unentbehriloh geworden. 0 0

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.