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Das jüdische Echo · 1918-01-25 · 4 (25.1.1918) · p. Seite 38

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
4 (25.1.1918)
Date
1918-01-25
Page
Seite 38 (sequence 10)
Language
German
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38 Das Jüdische Echo Ziehung war halb jüdisch halb russisch. Mit 17 Jahren (1897) ging er nach Nikolajew um eine Mittelschule zu besuchen, liier begann sein Lebensschicksal. Durch einen Mitschüler Sokolowski wurde er in dessen Familie eingeführt, die mitten in der Revolutions-Bewegung stand und ihn dafür begeisterte. Er schrieb Aufrufe an „Brüder und Schwestern“, die der junge Sokolowski verbreitete. Die Folge war die Verhaftung Bromsteins und der Sokolowskis und ihre Verbannung nach Sibirien. Auf der Wanderung dorthin ließ er sich in Moskau als 20jähriger durch einen von ihm gerufenen Rabbiner mit der 15 Jahre älteren Schwester seines Schulkameraden trauen. Im April 1901 kam die ganze Gesellschaft in dem sibirischen Dorfe Snamenko an. Hier ernährte er sich und die Familie in einer Bauernhütte mit Holzhauen. Hl. Gmaehle’sclie Leihbibliothek (Inhaber: E. & M. Kraus) 9egr. 1810 Tiealiiißrslraßß 49, Enlresol gegr. mto Größtes Leseinstitut Münchens (60000 Bände) Sämtliche Novitäten belletristischen und wissenschaftlichen Inhalts in deutsch, französisch, englisch und italienisch. Oparntexte leihweise — Stadtu. Landabonnement Theatinerstraße 49, Entresol (Korsethaus Lewandowskl. VSr Dann schrieb er wieder Artikel für Zeitungen in Irkutsk und Petersburg, sie wurden großenteils von der Zensur gestrichen. Der Rest aber erregte durch seinen Inhalt derart die Aufmerksamkeit der Genossen, daß sie alle Mittel aufboten, um ihm zur Flucht zu verhelfen. Aber er wollte Frau und Kinder nicht verlassen. Für ein Monat wurde ihm erlaubt Irkutsk zu besuchen, von dort kam er nach Wercholensk, da verhalfen ihm die Genossen zur Flucht. Er kam nach der Schweiz. Hier nahm er den Namen Trotzki an. Dann ließ er seine Frau nachkommen. Die Kinder brachte er bei Vater und Schwager unter. Nun arbeiteten beide Eheleute in der „Bewegung“. Als 1905 die russische Revolution ausbrach, kehrte er nach Rußland zurück, kam in den Sowjet an leitende Stelle und hatte bald die Führung des Rates der Arbeiterdeputierten in Petersburg. Als der Aufstand in Moskau mißglückte, wurde er verhaftet und unter Anklage gestellt. Vor Gericht verteidigte er sich selbst, er wurde zum Ankläger der Gegenrevolution und dadurch zu einem der volkstümlichsten Verteidiger des russischen Volkes. Wieder zur Verbannung verurteilt, diesmal nach der Eis^ polarzone, entfloh er im Winter 1907 und gelangte nach Wien, immer in Berührung mit den Genossen. Sein Buch „Rußland in der Revolution“ und Aufsätze in deutschen und österreichischen Parteiblättern lenkten die Aufmerksamkeit der deutschen Genossen auf ihn. Bei Ausbruch des Krieges ging er nach Paris und gab eine russische Zeitung heraus, in der er den Imperialismus aller Länder bekämpfte, auch den der Entente. Da wies ihn die französische Regierung aus und setzte es durch, daß auch die Schweiz und Spanien ihm den Zutritt verwehrten. Nun entschloß er sich Europa zu verlassen und fuhr nach Amerika. Dort traf ihn die Kunde von der März-Revolution 1917. Sofort schiffte er sich wieder ein, um nach Rußland zurückzukehren. Ein englisches Kriegsschiff nahm ihn auf der Fahrt gefangen. Da erhob der Arbeiter¬ und Soldatenrat in Petersburg energischen Protest bei der englischen Regierung. England mußte seinen Gefangenen freilassen. Aber englische Heuchelei suchte den gefährlichen Gegner auf andere Weise unschädlich zu machen. Der Botschafter Buchanan erklärte die Verhaftung Trotzkis damit, daß er ein bezahlter Agent der deutschen Regierung sei. Trotzki hat nach seiner Rückkehr in Petersburg die dreiste Verleumdung in einer gewandten Schrift zurückgewiesen und auch bewiesen, wie England überhaupt nur darauf aus gehe, Rußland seinen Willen aufzuzwingen und deshalb überall seine Hand im Spiele habe Dentist Strobel früher über 7 Jahre bet Herrn Hof-Zahnarzt Dr. med. ßrubaoher tätig Luitpoldstraße 8 Ecke Prielmayerstr. gegenüber Warenhaus Tietz. Kontervierung kranker Zähne und Wurzeln. Spezialität: Plattenloser Zahnersatz. Ganze Qabisae. Erstklassige Ausführung. ■■■■■■■■■■■• Zahnoperationen •■■*■■■■■■■■ mit den neuesten schmerzlosen Mitteln. Telephonische Nr. 53611. Anmeldung erwünscht. Sprechzeit nur Werktags von 2—6 Uhr. •S •6 •t :: :: :: •t ILITROUrf Kunstgeschichte (mit * Führung) Literatur (verb. mit Lektüre) l in allen Gebieten Französische, Deutsche, Englische Sprache J T akad. Lehrerin für Kunstgcsch. IICIIIZC, und ncuc sprachen v. d. TannstraQe 15, II. Aufg. 0 r. — Sprechstunden 3—4 Uhr. W I München Telephon 40757 »M I Israel. Tochterpensloiial Frau Apotheker Rothsehllü Ww. M Elektrolyt Georg Hirth Energiesteigeriul In jeder Apotheke erhältiieh in: Pulverform (zu 0.50, 2.25 und 6 Mk.); Tablettenform (zu 0.50, 1.50 und 3 20 Mk ). - Literatur kostenfrei. — Hauptvertrieb und Fabrikation: Ludwigs-Apotheke München Neuhauserstr. 8. fl*;-. <2,-; K* : l»-" Ihnlmtü-- »IM Bll!. I (SM fei: De; GL iüL '•-1 h

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