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Das jüdische Echo · 1917-09-21 · 38 (21.9.1917) · p. Seite 424

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
38 (21.9.1917)
Date
1917-09-21
Page
Seite 424 (sequence 12)
Language
German
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424 Das Jüdische Echo Nr. 38 nichts. Seine Schwester Gitili kam zu ihm und sagte: „Heiliger Bruder, ich bitte dich, sage mir, warum bist du so traurig?“ Er antwortete: „Es ist nichts“. Einen Augenblick nachher hörte sie, daß er tief stöhnte und sie trug nochmals wie früher und er antwortete nochmals ebenso. Als sie aber noch ein Stöhnen hörte, ließ sie ihm keine Ruhe, daß er ihr die Ursache sage. Da sprach er: „Hast du nichts gehört von der Lage unserer Brüder in Rußland?“ Sie antwortete: „Mir scheint, daß diese Leiden schon die Wehen der Erlösung sind“. Da antwortete der Sadagorer: „Es ist wirklich wahr, mit diesen Leiden dürften schon die Wehen der Erlösung überwunden sein, doch was kann man tun, wenn die Leiden so drücken, daß man sie nicht auszuhalten vermag und der Herr, gelobt sei sein Name, denkt wohl, daß durch diese Leiden die Diaspora schon enden soll, aber die Juden schreien, sie können die Leiden nicht ertragen, und Gott, der voll Erbarmen ist, hat Mitleid und macht die Leiden kleiner, dadurch wird aber das Ende und die vollkommene Erlösung Tag für Tag verzögert, und deshalb bin ich traurig." — Wie das Haus vor Feuer geschützt wird. Rabbi Israel von Ruzhin erkrankte und ging zu einem Professor nach Lemberg. Wie es Sitte ist, stattete er dem Ortsrabbiner, dem bekannten Gaon Raw Jakob Ornstein, dem Verfasser des bekannten Bibelkommentares, ..Jesuas Jakob“, einen Besuch ab.. Der Gaon, wenngleich ein eifriger Misnagid, war ein höflicher Mann und bereitete dem Ruzhiner einen großartigen Empfang. Er erwartete, daß der Ruzhiner mit ihm über Thorafragen diskutieren und er von ihm irgend einen Chiduch (neuer Einfall) hören werde. Doch als der Ruzhiner bei ihm erschien, war seine erste Frage, womit die Hausdächer gedeckt seien, worauf der Gaon erwiderte, diese würden gewöhnlich mit Blech gedeckt. Da ward der Ruzhiner unzufrieden und wendete ein, es wäre richtiger, wenn man die Häuser mit Ziegel deckte, weil solche dadurch feuersicher würden. Als der Ruzhiner fortging, lachte dieser und meinte: „Nun kenne ich den Mann, den die chassidische Menge für den weisesten der Gegenwart hält und dem sie nachläuft, um ein Wort von seinem Munde zu hören.“ Nach einigen Tagen traf Rabbi Meier von Przemyslany in Lemberg ein, um sich mit dem Ruzhiner zu treffen. Doch war es vom Himmel bestimmt, daß sie sich nicht sehen sollten, denn der Ruzhiner war inzwischen abgereist. Rabbi Meier erkundigte sich, was der Ruzhiner während seines Aufenthaltes in Lemberg getan und erfuhr von dem seltsamen Gespräch beim Gaon, und daß sich dieser über die Frage des Ruzhiners mißbilligend äußerte. Da sprach Rabbi Meier: „Der Gaon begriff nicht, worauf der Ruzhiner hinzielte. In Wirklichkeit meinte der Ruzhiner: Wie das Dach ein Schutz des Hauses ist, ebenso muß der Rabbiner ein Schützer seiner ganzen Gemeinde sein. Und er muß ein weiches, eindrucksfähiges Herz, nicht aber ein eisenhartes Herz haben, um seine Gemeinde vor dem Feuer des bösen Triebes zu schützen“. Ein gutes neues Jahr wünscht allen seinen Freunden und Bekannten z. Z. im Felde Abe Monbeit Elektrolyt Georg Hlrth Energiesteigernd In jeder Apotheke erhältlich in: Pulverform (zu 0.50, 2.25 und 6 Mk.); Tablettenform (zu 0.50, 1.50 und 3.20 Mk ). — Literatur kostenfrei. — Hauptvertrieb und Fabrikation: Ludwigs-Apotheke München Neuhauserstr. 8. SCHREI B ♦ BÜRO Ubschriflen Diktate SIEGFRIED München, Schützenstr. ia/i! (Kontorh. Imperial) Tel.Kttflfri 9%uncken, SiffaxUmäiaiwtr: W. Dl Albert Diederich HL-.-Ü? München, Türkenstr. 60 (früher Adalbertstr.) Fernsprecher 22261 Uebernahme von Wohnungseinrichtungen, Anfertigung sämtlicher Polstermöbel und aller einschlägiger Arbeiten PH-.-. m Dentist Strobel!i früher über 7 Jahre bei Herrn Hof-Zahnarzt GO Df. med. Brubaeher tätig OO Luitpoldstraße 8 j| Ecke Prieimayerstr. gegenüber Warenhaus Tietz. J® Konservierung kranker Zähne und Wurzeln. OG Spezialität: Plattenloser Zahnersatz. GG Ganze Gebisse. Erstklassige Ausführung. GG ■■■■■■■•■■■■ Zahnoperationen ■■■■■■■■■■■■ GG mit den neuesten schmerzlosen Mitteln. GG Telephonische Nr. 53611. Anmeldung erwünscht. GG Sprechzeit nur Werktags von 9—5 Uhr. GG GG Gl Dreck Md Vertag i B. Heller, Bickdrickerel, MSnckea, Herzog Maxstr. 4. Veraatwertliek itr die Redaktion : Helene Hanna Lob«, Münche«, Von der T&nnstr. 22; llr de« Aazetgeateil i SL W. Stikr, Mlickaa

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