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Das jüdische Echo · 1916-03-10 · 10 (10.3.1916) · p. Seite 89

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
10 (10.3.1916)
Date
1916-03-10
Page
Seite 89 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 10 Das Jüdische Echo 89 gen erst am 1. Mai, könnte also mit dem Gelde, das er für sie erhält, erst von diesem Tage an Kriegsanleihe bezahlen. Dieser Schwierigkeit wird er durch den Umtausch enthoben. Auch die im Laufe befindlichen unverzinslichen Schatzscheine des Reichs werden in Zahlung genommen. Große Vorteile bietet die Eintrgaung der gezeichneten Reichsanleihe-Beträge ins Reichsschuldbuch. (Die Schatzanweisungen können nicht eingetragen werden.) Die Zeichnungen sind um 20 Pfennige für je 100 Mark billiger als die gewöhnlichen Stücke. Zudem gewinnt der Besitzer eines solchen Guthabens die Befreiung von jeglicher Sorge um die sichere Verwahrung und Verwaltung seines in Kriegsanleihe angelegten Vermögens und um die Einkassierung der Zinsen. Den Zeichnern von Stücken der Anleihe und von Schatzanweisungen bietet die Reichsbank den Vorteil kostenfreier Aufbewahrung und Verwaltung bis zum 1. Oktober 1917. Bis zum gleichen Termin ist auch die kostenfreie Aufbewahrung und Verwaltung der Stücke der früheren Kriegsanleihen verlängert worden. Alles in allem genommen bietet die vierte Kriegsanleihe dem deutschen Volke wieder so viele Vorteile, daß einem jeden, auch unter dem Gesichtspunkte seines persönlichen Interesses, zur Zeichnung nur zugeraten werden kann. Es ist deshalb abermals ein großer Erfolg mit voller Bestimmtheit zu erwarten. Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Laser sind zur Einsendung von Milteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnachrichten, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflichst eingeladen.) Personalien. Dem kgl. Justizrat Rechtsanwalt Dr. Isidor Harburger II. in München wurde der Titel und Rang eines kgl. bayer. Geheimen Hofrates verliehen. Ein Patent seines Dienstgrades wurde verliehen dem kgl. bayer. Major der aktiven Armee Karl Ortenau in München. Zum kgl. bayer. Hauptmann der Reserve wurde befördert der Oberleutnant Gustav Meyer (Berlin). Zu kgl. bayerischen Majoren der Reserve wurden befördert die Hauptleute Otto Ehrmann, Rudolf Herz und Otto Fechheimer (Nürnberg). Zu kgl. bayer. Stabsärzten der Reserve wurden befördert die Oberärzte Dr. Martin Kramer und Dr. Alfred Hirsch. Zu kgl. bayer. Oberärzten der Reserve wurden befördert die Assistenzärzte Dr. Moriz Heidemann (München), Dr. Walter Wolff (München), Dr. Julius Löbenstein (Aschaffenburg), Dr. Wilhelm Benary (Hof), Dr. Josef Schwarz (Hof) und Artur Heß (Erlangen). Dem Rechtspraktikant Vizefeldwebel Jakob Ofner, Sohn des Justizrats Abraham Ofner, erster Vorstand der israel. Kultusgemeinde in München, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Dem kgl. bayer. Oberleutnant der Reserve Josef Hesselberger in Nürnberg, zurzeit bei der deutschen Militärkommission in der Türkei, wurde das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Dem kgl. württemb. Hofopernsänger Benno Ziegler, einem Sohn des kgl. Hofchorsängers Wilhelm Ziegler in München, wurde das Charlottenkreuz verliehen. Der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens (Münchener Ortsgruppe) hielt am Samstag, den 5. März seine Hauptversammlung. Diese wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Dr. Heilbronner, eröffnet und geleitet. Der Vorsitzende gab einen Bericht über die Tätigkeit der abgelaufenen Geschäftsperiode, in welcher sowohl die Ortsgruppe München wie auch der Zentralverein eine bedeutende Zunahme an Mitgliedern zu verzeichnen hat. Er wies auf die Maßnahmen zur Bekämpfung antisemitischer Angriffe hin. In der folgenden Aussprache verbreitete sich Herr Redakteur Oppenheim eingehend über die Wichtigkeit der Vereinstätigkeit und beklagte die zu geringe. Mitarbeit der Mitglieder. Er betonte nachdrücklich die Bedeutung der Presse und hob in diesem Zusammenhang hervor, wie auch das „Jüdische Echo“ eine brauchbare Waffe im Kampfe gegen den Antisemitismus darstelle, als einzige jüdische Zeitschrift Münchens, wie sie aber eine zu geringe Förderung — auch im Inseratenteil — gerade von seiten der jüdischen Mitbürger erfahre. Herr Justizrat Ofner gab ein klares Bild der Aufgaben und Ziele des Vereins. Auch er behandelte ausführlich die Presse, besonders auch die Stellungnahme der Tagespresse und die des „Echo“. Herr Rabbiner Dr. Werner sprach über die mangelnde Mitarbeit der Mitglieder, dann aber auch über die wesentliche Förderung, welche die Regierung den Bestrebungen des Vereins angedeihen ließe. Herr Auerbach sprach kurz über die Haltung der „Münchner Neuesten Nachrichten“. Herr. Redakteur Oppenheim nahm hierauf nochmals das „Jüd. Echo“ warm in Schutz und betonte, wie sehr die aktive Förderung von seiten der Allgemeinheit fehle. Herr Dr. Heller plädierte gleichfalls dafür, daß man durch aktive Mitarbeit und praktische Förderung aus der Zeitschrift eine brauchbare Waffe gegen den Antisemitismus schmiede. — Nach seinen Erfahrungen aus dem Felde wäre übrigens von den Zurückkehrenden keine Verschärfung des Antisemitismus zu fürchten, sondern eine Stärkung des Gemeinsamkeitsgefühls. In dem Schlußwort gab Herr Justizrat Ofner seiner Befriedigung Ausdruck und betonte, bei aller prinzipiellen Ablehnung des Zionismus sei nach Idem Ausgeführten ein Zusammenarbeiten möglich, wenn in Zukunft persönliche Fehler vermieden würden. In der anschließenden Wahl wurde Herr Dr. Baron zum 1. Vorsitzenden, die übrigen Ausschußmitglieder, die Herren Dr. Heilbronner, R.-A. L e v i n g e r, Dr. Frei, Red. Oppenheim. Dr. Epstein wieder und die Herren N e u s t ä 11 e r und Dr. Heller neu gewählt. Nürnberg. Vorletzten Sonntag hielten im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde die drei Wohltätigkeitsvereine, die sich zur „Israelitischen Kriegsfürsorge“ zusammengeschlossen haben, ihre ordentlichen Mitgliederversammlungen ab. Zu Beginn derselben erstattete Herr Rabbiner Dr. Freuden thal in sehr eingehender Weise Bericht über die bisherige Kriegsfürsorgetätigkeit der 3 Vereine. Darnach wurde seit Ausbruch des Krieges eine sehr hohe Summe zur Unterstützung der Familien der Kriegsteilnehmer und der durch den Krieg Geschädigten aufgewendet; die einzelnen Kassen wurden dabei so stark in Anspruch genommen, daß wenigstens bei zweien derselben die Rücklagen angegriffen werden mußten. Die Tätigkeit der Fürsorge geschah nach

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