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Das jüdische Echo · 1914-07-01 · 7 (Juli 1914) · p. Seite 87

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
1 (1913-1914)
Issue
7 (Juli 1914)
Date
1914-07-01
Page
Seite 87 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 7 1** *< kfa Tel.-Nr. 41441 ÜS*s£ Hggjk ""SS , von l*4 Vftfal*0 rlftfl'' ,l864e' Das Jüdische Echo 87 kaum existiert, der Bäuerin in guten Verhältnissen, die sich für den Schmuck des Gärtchens mehr interessiert als für den der eigenen Person, und für den Stall mehr als für das Klavier. Es wird uns gelingen, wie es uns auch gelungen ist, die hebräische Sprache in die Kolonien zu tragen, die sich bisher mit Stolz Pflanzstätten französischer Kultur, „Klein Paris", nannten. Denn die Landessprache ist hebräisch in einem Masse, das selbst unsere Erwartungen übertroffen hat. Hebräisch sind die ersten stammelnden Laute des Kindes, das in seinem mit hebräischen Anfangsbuchstaben gezeichneten Hemdchen auf dem Arm der Mutter sitzt. Hebräisch sprechen die älteren Geschwister in der Schule und auf der Straße, hebräisch zanken sie sich und sprechen sie mit ihren Eltern, die der Kinder wegen die Sprache erlernt haben. Nur die Babe, die Großmutter, die vor kurzem aus Rußland nachgekommen ist, sitzt auf der Bank vor dem Hause und sucht sich mit den Enkeln in dem ihr geläufigen Jargon zu unterhalten. Die älteren Kinder können ihn noch verstehen, die kleinsten nicht mehr. Vom Deutschen als Umgangssprache, als Schulsprache ist keine Rede, einen „Sprachenkampf" hat es in Palästina nur zwischen den Beamten des Hilfsvereins und den Lehrern und Schülern gegeben, die den Beamten nicht willfährig sein wollten. Von der Parteinahme eines Teiles der Bevölkerung für das Deutsche hat man nur in Deutschland gehört, in Palästina ist hiervon nichts bekannt. Und wie rührend ist die Begeisterung der „verhetzten" Kinder für ihre Sprache, mit welcher Imbrunst singen sie im „Gan", im Kindergarten und in der Schule ihre Lieder, und mit welchem Stolz sehen sie auf uns herab, die wir der Sprache zum größten Teil noch nicht mächtig sind! Diese Generation wird sich ihre hebräische Muttersprache nicht mehr rauben lassen, mag sie auch später auf der Mittelschule des Anschlusses an die moderne Kultur wegen die europäischen Sprachen dazu lernen. Heute Abend ist „Neschef" in der Kolonie, Abendunterhaltung, zu Ehren der „Studentim Migermaniah". Eine dichtgedrängte Menge füllt das Beth-Am, eine Art großer Turnhalle, in der primitive Bänke und Tische stehen. Da gibt es wiederum Rede und Gegenrede, Erfrischungen für den Geist, soferne man hebräisch versteht, und auch für den Gaumen, und, je nach der Leistungsfähigkeit der Kolonie, vielleicht ein hebräisches Theaterstück ernsten und aktuellen Inhalts. Mein Wirt, ein älterer Kolonist, der neben mir sitzt, erinnert sich mit Wehmut der Zeit, wo auch er als Jüngling hier auf den Brettern stand, damals aber spielten sie im Jargon ein deutsches Ritterstück. Dann marschieren in ihrer schmucken Uniform die „Makkabim" herein und flössen uns mit Freiübungen und Geräteturnen ordentlich Respekt ein, für eine so junge Organisation zeigen sie schon sehr beachtenswerte Leistungen. Aber wir sind ja auch „Turner", wir danken in gleicher Sprache und bestehen mit unseren Freiübungen, die wir in mancher Übungsstunde während der Reise erlernt haben, in allen Ehren. Die Aufführungen sind zu Ende, die Bänke werden zur Seite geräumt, und „die Jugend kommt zu ihrem Recht". Erst wird zum „Rondo" angetreten, einer mit orientalischem Temperament geladenen Polonaise, noch beliebter aber ist die arabische „Horrah", die meist von Männern getanzt wird und an die körperliche Leistungsfähigkeit keine geringen Anforderungen stellt. Mit Bedauern konstatieren wir, daß uns zum Schlafen nicht mehr viel Zeit bleibt, denn morgen geht es früh weiter, und Zuspätkommen kostet hohe Strafe. Und nach einigen Stunden stehen wir wieder „gruppenweise angetreten" mit Rucksack und Wanderstab. Noch ein herzlicher Abschied von den Kolonisten und „im Gleichschritt vorwärts marsch!", ein neuer Tag liegt vor uns. Werke von Theodor Herzl Der Judenstaat..........Mk.—.30 -.50 —.10 3.50 3. - 4. — 4. — 5. — Das neue Ghetto (Schauspiel) Der Baseler Kongreß........ Zionistische Schriften........ Ältneuland (Roman)........ Philosophische Erzählungen...... Feuilletons (2 Bände)........ Das Palais Bourbon (Sammlung von Essays) Gedenknummern: „Welt", anläßl. Herzli 50. Geburtstag . . Mk. —.50 „Welt", anläßl. Herzls 10. Todestag . . . Mk. —.50 „Ost und West", anl. seines Todes . . . Mk. 1.— „Jüdische Rundschau" anl. seines Todes . Mk. —.25 Porträts: Gerahmtes Hcrzlbild. Format 20X26 cm. 2 Ausführungen: a) brauner Kunstrahmen mit Goldleiste; b) roter Naturrahmen. Preis 1,20; Porto —.50. Theodor Herzl im Profil, Heliogravüre. Bildgröße 60X80 cm. Preis 3.— Zu beziehen von der Expedition des jüdischen Echos, München. Herzog Maxsir. 4 Das Porträt Theodor Herzls auf der ersten Seite dieser Nummer stammt aus der zu seinem Todestag erschienenen Biographie von Adolf Friedemann, das Bild Herzls und des Deutschen Kaisers aus den „Zionistischen Schriften" Herzls, erschienen im Jüdischen Verlag Berlin (Preis M. 3.50). £2=D Jüdischer Turn- und Sport- Verein München Herrenturnen: Mittwoch abend Vs? bis ioxU Uhr Damenturnen: Dienstag abend %9 bis io Uhr in der Turnhalle des T.-V. Jahn, Widenmayerstr. 40 Adresse für Anfragen u. Anmeldungen: Widenmayerstr. 40 Gesellige Veranstaltungen — Touren — str. 40 Familienausflüge *\ * I " , Q I H ANDELSKURSE GROBE/NÜRNBERG KAROLINEN-STRASSE 22 TELEPHON NR. 9347 BEHÖRDLICH GENEHMIGTE UNTERRICHTS-flNSTÄLT Kaufmännische Ausbildung. Kurse zur Befreiung von der Fortbildungsschule. Unterrichtsleiter: m Diplom. Handelslehrer LIPPER.

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