Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 6 (Juni 1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 75 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Musikalische Vorträge folgten: Geschwister Sophie und Leo H ö n i g spielten Klavier, Herr S. Epstein Violine. Nach einer Pause gelangte Schülern Aleichems Einakter „Ein Doktor" zur Aufführung. Diese humorvolle Komödie wurde von Vereinsmitgliedern, die reichen Applaus ernteten, gespielt. Ferner las Herr cand. med. Winogradsky „a Eize" (Ein Rat) von Schülern Aleichem vor. Zum Schluß wurden noch mehrere Volkslieder unter großem Beifall zum Besten gegeben. Der Abend hinterließ bei allen Anwesenden einen sehr günstigen Eindruck und brachte einen moralischen wie auch materiellen Erfolg. Der Reinertrag ist für die Bibliothek des „Bne Jehudah"' bestimmt. Schalom Schindler. Nürnberg Der jüdische Turn- und Sportverein (gegründet 6. Oktober 1913) trat am 7. Juni ds. Js. zum ersten Male durch Beteiligung am Stafettenlauf, den der Nordbayr. Landesverb, für Leichtathletik unter dem hohen Protektorat S. K. Hoheit des Kronprinzen von Bayern, veranstaltet hatte, an die Öffentlichkeit. An dem Lauf beteiligten sich außer den namhaftesten Nürnberger und Fürther Sportsvereinen auch vier Mannschaften Nordbayerischer Regimenter. Trotzdem sich die Leitung des Jüdischen Turn- und Sportvereins in letzter Stunde zur Beteiligung entschlossen hatte, gelang es, eine Mannschaft von 35 Mann „auf die Beine zu bringen". Unter 17 startenden Mannschaften gelangte die des jüdischen Turn- und Sportvereins als 16. ans Ziel, während eine 17. Mannschaft hinter ihr aufgeben mußte. Die ca. 13 Kilometer lange Laufstrecke wurde von der Mannschaft des jüdischen Turn- und Sportvereins in 36 Minuten 30 Sekunden durchlaufen. Die Zeiten der Preisträger schwankten zwischen 30 Minuten 7 Sekunden und 31 Minuten 59 Sekunden. Bedenkt man, daß der Mannschaft des jüdischen Turn- und Sportvereins, die aus keineswegs geübten Läufern bestand, zum Training nur 5 Tage zur Verfügung standen, ferner daß man mit einer Reihe bekannter erstklassiger Vereine, welche über zahlreiches, erprobtes Läufermaterial verfügten, in Konkurrenz trat, so darf das erzielte Resultat als völlig befriedigend bezeichnet werden. Rechnet man hierzu, daß das sportliche Ereignis den Beteiligten Gelegenheit gab, Ehrgeiz und sportliches Wollen zu bekunden und daß endlich dem Verein eine große Anzahl neuer Mitglieder zugeführt wurde, so darf mit Fug und Recht der Entschluß zur Beteiligung zum Stafettenlauf als richtig und seine Durchführung als ein nennenswertes Ereignis in den Annalen des jüdischen Turn- und Sportvereins bezeichnet werden. Am 11. Juni fand eine außerord. Generalversammlung statt, die stark besucht war. An Stelle des von Nürnberg verzogenen bisherigen % Vorsitzenden, Herrn Dr. med. Massenbacher, wurde der bisherige überaus rührige 2. Vorsitzende, Herr Artur Körösi zum 1. Vorsitzenden und an seiner Stelle als 2. Vorsitzender und Schriftführer Herr Willi Stern gewählt. Die Generalversammlung beschloß einstimmig den Anschluß an die jüdische Turnerschaft, ferner die Einrichtung verschiedener Sportriegen (vorerst Hokey, Fußball). Ein vorzüglich ausgeführtes Merkblatt wurde den Mitgliedern zu Propagandazwecken zur Verfügung gestellt. In später Stunde schloß der Vorsitzende, Herr Artur Körösi, mit dem Hinweis auf das fortwährende erfreuliche Anwachsen des Vereins und mit einem kräftigen Appell zur tatkräftigen Werbung neuer Mitglieder und zu turnerischer Arbeit die sehr angeregt verlaufene Versammlung. P. O. Nördlingen. Im Anschluß an seinen vor wenigen Wochen hier gehaltenen ersten Vortrag sprach Herr Jakob Reich aus München am 26. April vor der jüdischen Gemeinde Nördlingen über „Geschichte und Organisation des Zionismus". Das Referat, dem eine lebhafte und anregende Diskussion folgte, führte zur Konstituierung einer zionistischen Ortsgruppe, der sofort 21 Gemeindemitglieder beitraten. Die noch am gleichen Abend vorgenommene Wahl der Vorstandschaft hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: Herr Dr. med. Heimann, 2. Vorsitzender: Herr Lehrer Herrn. Strauß, Schriftführer: Herr Ignaz Ascher, Kassierer: Herr Hch. Eisenmann, N.-F.-Kommissär: Frl. E. Rosenberger. In der zionistischen Ortsgruppe München werden die HH. Rechtsanwalt Dr. E. S t r a u s und Dr. Wassermann am Dienstag, den 23. Juni, abends halb 9 Uhr über den Delegiertentag in Leipzig Bericht erstatten. Gäste herzlich willkommen. (Lokal: Hotel Reichshof, Sonnenstraße.) Vorlesung von J. L. Perez. Der Jüdisch-akademische Kulturverein (Zweigstraße 10) hat den ostjüdischen Dichter J. L. Perez zu einer Vorlesung aus seinen Werken eingeladen. Der Abend, der zu einem Ereignis für das jüdische Publikum Münchens zu werden verspricht, findet in den ersten Tagen des nächsten Monats statt. Jüdischer Wanderbund „Blau-weiß" München. Fahrtenzettel. Mädchen. 21. Juni. Baierbrunn-Buchsee-Icking. Schwimmanzüge. Treffpunkt 7.30 Uhr Isartalbahnhof. Mk. 1.10. Henny Feuchtwanger (Riva Kalmus). 28. Juni. Schleißheim-Dachau. 45 Pfg. Treffpunkt 7.30 Uhr Erlöserkirche. Käte Freyer. 5. Juli. Treffahrt zum jüdischen Turnfest. Buben. 21. Juni. I. Gauting - Oberpfaffenhofen - Weßling- Starnberg. Treffpunkt 6.15 Uhr Starnberger Bahnhof. Mk. 1.05. Kurt Tuchler. II. Hohenbrunn - Maschenfeld - Vaterstetten. Treffpunkt 1.30 Ostbahnhof. 60 Pfg. E. Freud. 29. Juni. Weßling-Pilsensee-Wörthsee-Ammersee. Treffpunkt 7.45 Hauptbahnhof. Mk. 1.25. 28. u. 29. Juni. Zweitägige Gebirgstour. Anmeldung Mittwoch vorher Bräuhausstraße 2. 5. Juli. Treffahrt zum jüdischen Turnfest. Niemand darf unentschuldigt fehlen. Für die Sommerferien planen wir eine große Tour. Anmeldungen erwarten wir bis 8. Juli.