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Das jüdische Echo · 1914-05-01 · 5 (Mai 1914) · p. Seite 58

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
1 (1913-1914)
Issue
5 (Mai 1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 58 (sequence 10)
Language
German
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58 Das Jüdische Echo Nr. 5 ruhen. Sie waren im verflossenen Winter auch in unserer Stadt heftig genug. Das Auftreten des Antizionistischen Komitees und die Abwehrmaßregeln der Angegriffenen, die öffentliche Betonung des Standpunktes der verschieden religiösen Richtungen, eifrige Propaganda der jüdischen Jugendbewegung, emsige, ruhige Innenarbeit des im Oktober gegründeten jüdischen Turn- und Sportvereins — all dies ließ die Pulse des jüdischen Lebens in Nürnberg rascher schlagen denn je. Wenn sich das aus langem Winterschlaf erwachte Interesse für jüdische Fragen auch noch im Anfangsstadium befindet, sicher ist, daß es nimmer ruhen wird. Seit unserm letzten Bericht ist folgendes Bemerkenswerte zu erwähnen. Distriktsrabbiner Dr. Kohn aus Ansbach hielt einen interessanten Vortrag vor den Mitgliedern des orthodoxen jüdischen Jugendvereins mit dem Thema: „Die Wahrheit über den Bannfluch in Uriel Acosta." Die zionistische Ortsgruppe trat mit einer Reihe von Versammlungen an die Öffentlichkeit, über die wir bereits einzeln berichtet haben. Alle zionistischen Vorträge, insbesondere aber die der Herren Rechtsanwalt Stern und Dr. Schmarja Levin standen im Vordergrund des Interesses. Die Nürnberger Ortsgruppe der zionistischen Vereinigung für Deutschland wächst stetig und erfreut sich neuerdings des Wohlwollens auch solcher Kreise, die sich dem Zionismus gegenüber bisher indifferent oder ablehnend verhalten haben. So stellte sich der Vorstoß der sogenannten jüdischen Notabein auch hier dar als ein Teil jener Kraft, die das Böse wollte und das Gute schaffte. Eine begrüßenswerte Neueinrichtung wurde auf Anregung unseres Gesinnungsgenossen Arnold Marie mit der Abhaltung regelmässiger Diskussionsabende im Kreise von Zionisten und Gästen geschaffen. Herr Marie bestritt das Referat des ersten dieser Abende, die, wie er einleitend ausführte, einerseits eine Quelle der Aufklärung für Nichtzionisten sein, andererseits den Gesinnungsgenossen das Rüstzeug zur Verfechtung der zionistischen Sache geben sollen. Marie sprach über: „Herzl und seine Idee" in wahrhaft meisterhafter Form. Die zahlreiche Hörerschaft lauschte bis in den frühen Morgen hinein der Kunde von dem Lebenswerk unseres herrlichen Führers, den der Redner einen zweiten Moses seines Volkes nannte. Eine äußerst rege- Diskussion entspann sich trotz der vorgerückten Zeit und bewies den Nutzen solcher Abende für die Ausbreitung unserer Ideale vollkommen. — Anknüpfend an den Vortrag Arnold Maries sprach am 25. April Herr Paul Ordenstein über das Thema: „Was will der Zionismus?" Der Referent legte seinen Ausführungen das Baseler Programm zu Grunde und verbreitete sich über den Begriff der öffentlichrechtlichen Sicherung des jüdischen Volkes, der Heimstätte und die Notwendigkeit, diese in Palästina anzustreben. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion, in der namentlich Damen und Herren, die das Interesse für den Zionismus zu den Diskussionsabenden führte, aufgeklärt wurden. In einem zündenden Schlußwort fand der Referent Gelegenheit, die aufgeworfenen Fragen gebührend zu behandeln und in temperamentvoller Weise einen begeisternden und anfeuernden Appell an die Schaffensfreudigkeit im Dienst für unsere Ideale an die sehr zahlreich erschienenen Zuhörer zu richten. — Der jüdische Turn- und Sportverein entwickelt sich, wie schon angedeutet, gut und kräftig. Seine Mitgliederzahl ist seit der Gründung (im Oktober | A ^^'y**S&4&jfc^' CAFE Erstkl. Cafe P &mmt**'i§ *>y -; ARADE Ludwigstraße 4 Ä. SCHULTE & Co. 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