Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVI (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 299)
- Language
- German
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hatte, bestimmt. Da auch im Jahre 1928/29 keine Möglichkeit bestand, einen Direktor zu ernennen, ersuchte die Zionistische Organisation die Herren Dr. Tscherniawski und Pewsner, ihre provisorische Direktionsarbeit auch dies Jahr fortzusetzen. Allein die Einsetzung eines ständigen Direktors ist Voraussetzung für einen Erfolg des Technikums. c) Der Unterricht. Die beiden letzten Jahre waren die wichtigsten in der Entwicklung der Institution. Im Jahre 1927/28 wurde der vierte Kurs eröffnet, der letzte in den vier Jahreskursen des Technikums. Dies erforderte die Hinzufügung von neuen Fächern, Lehrern und Instrumenten. Allein die finanzielle Lage gestattete keine neuen Ausgaben, in den Jahren 1928/29 war das Technikum sogar gezwungen, weniger als im Jahre 1927 auszugeben. Die Eröffnung des vierten Kurses war nur möglich dank der Hingabe der Direktoren und dank der Tatsache, daß die Lehrer die Abhaltung von Zusatzstunden übernahmen und daß in einigen Fächern zwei Kurse zusammengelegt wurden. Dieser Zustand kann nicht fortgesetzt Averden, wenn man nicht den Unterricht gefährden Und nicht das unter großen Mühen erreichte Niveau drücken will. Im kommenden Jahre müssen die Kurse wiederum getrennt und dem einzelnen muß das ihm zukommende Maß an Unterricht gewährt werden. Die Zahl der Studenten in jedem Kurs steigt dauernd, und das Pensum, das ein Lehrer in einem Kurs von 25 bis 30 Studenten zu bewältigen in der Lage ist, kann unmöglich in einem Kurs vont 40 und mehr Studenten bewältigt werden. d) Prüfungen. Die Bedeutung des Jahres 1928/29 in der Entwicklung des Technikums liegt darin, daß außer den regulären Jahresprüfungen zum ersten Male im Institut und überhaupt im jüdischen Unterricht Diplomprüfungen von Ingenieuren und Architekten veranstaltet wurden. Diese Prüfungen verursachten viele Mühe und Arbeit, allein es kann gesagt werden, daß sie in vollem Umfange gelungen sind. Eine besondere Kommission (eine diplomierte Prüfungskommission) nahm die Prüfungen, die auf Grund besonderer Vorschriften unternommen wurden, vor. In dieser Kommission saßen außer Vertretern des Technikums und den prüfenden Lehrern Vertreter der Zionistischen Organisation, der palästinensischen Regierung sowie des palästinensischen Ingenieur- und Architektenver« bandes. Jeder Kandidat überreichte eine umfangreiche Diplomarbeit vor Ablegung der mündlichen und schriftlichen Prüfung. Die Prüfungen fanden Ende November und Anfang Dezember in Anwesenheit der Diplomprüfungskommission sowie Vertretern der Regierung statt; 17 Kandidaten (zehn Ingenieure und sieben Architekten, unter ihnen eine Frau) erhielten die ersten hebräischen Diplome für Baukunst und Architektur. Die Verteilung der Diplome fand in einem feierlichen Akt Unter Vorsitz von M. Ussischkin am 27. Februar 1929 statt in Anwesenheit vieler Gäste, unter ihnen Vertreter der Regierung und der Stadt. Das Erfreulichste ist, daß bis Mai 1929 (4 Monate nach der Prüfung) 13 Absolventen Beschäftigung in ihrem Fache fanden, von ihnen sechs bei der Regierung und einer in einem technischen Büro in Ägypten. 294