Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVI (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 268)
- Language
- German
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4. Die Textil-, Metall-, Chemikalien- und Lederindustrie weist Anzeichen eines gesunden Wachstums auf. Die Baumaterialien-Industrie und das Druckereigewerbe befinden sich immer noch in schwieriger Lage. Die Lage der Holzbearbeitungs-Industrie ist in letzter Zeit besser geworden. Einige" Zweige der Nahrungsmittel-Industrie, insbesondere die Biskuit- und Makkaronifabriken haben sehr gute Fortschritte gemacht. Dagegen ist die Lage in der Alkohol-Industrie schlechter als je zuvor. In den vor zwei Jahren bereits bestehenden Unternehmungen insgesamt sind heute etwa 700 Arbeiter mehr beschäftigt als damals. 5. Während der Berichtsperiode ist versucht worden, in größerem Maße von heimischen Rohmaterialien Gebrauch zu machen. So fand das aus den Eukalyptusbäumen in Chedera gewonnene Kistenholz bei der Fabrikation von Orangenkisten Verwendung. Während der Orangensaison des letzten Jahres wurden 10 000 solcher Kisten verwandt. Aus getrockneten Eukalyptusbrettern werden jetzt hochwertige Möbel hergestellt. Marmor aus Metulla wurde vielfach, insbesondere in Haifa verwandt, und aus dem nordpalästinensischen sowie dem Jerusalemer Marmor werden jetzt viele kleine Gebrauchsgegenstände hergestellt. Die Steinbruchanlage ,,Sela", die vor etwa vier Jahren durch das Departement für Handel und Industrie und das Arbeitsdepartement gemeinsam ins Leben gerufen wurde, um die Steingewinnung und -bearbeitung bei Jerusalem mit modernen maschinellen Mitteln zu fördern, ist bis jetzt noch nicht vollendet. Die Exekutive verhandelt gegenwärtig mit einer privaten Gruppe über den Verkauf der Unternehmung, wobei die Bedingung gestellt wird, daß das Unternehmen ausgebaut wird und seine Tätigkeit zu einem baldigen Zeitpunkt aufnimmt. Von den beiden Departements wurden mehr als £ 9000 in den Steinbruch ,,Sela" investiert. ■— Der Anbau von Sonnenblumen und Flachs wird von der Öl- und Seifenfabrik „Schemen" in Haifa mit gutem Erfolge betrieben. Die ausgedehnten Versuche, die in Petach Tikwah mit Durrah für die Produktion von Alkohol und als Viehfutter gemacht wurden, haben befriedigende Resultate ergeben. Es darf daher erhofft werden, daß diese Versuche zu einem Neuaufbau der gesamten Alkohol-Industrie auf gesunderer Grundlage führen werden. Es mag noch erwähnt werden, daß jetzt versucht wird, den einheimischen Markt mit größeren Mengen frischer und konservierter Fische zu versorgen. 6. Über das Kraft-Transportgewerbe ist nichts Außergewöhnliches - zu berichten. Die drei Gütertransportgesellschaf ten, die den Verkehr zwischen den Hauptzentren Palästinas und Transjordaniens unterhalten, leisten der heimischen Industrie wichtige Dienste. Transporte verschiedener Warengattungen wurden von den Produktionszentren direkt an die Käufer in Beyrut, Amman und Es-Salt geliefert. Feldbahnen spielen jetzt eine bedeutende Rolle beim Orangentransport, insbesondere nach dem Hafen von Jaffa. In den drei wichtigsten Städten des Landes verkehren jetzt über 200 in jüdischem Besitz befindliche Autoomnibusse. In Tel-Awiw sind diese zu 100 % in jüdischen Händen; für Jerusalem beträgt dieser Prozentsatz annähernd 75 o/o und für Haifa etwa 60 °/o. 7. Im Laufe der ersten fünf Jahre des Bestehens des Departements für Handel und Industrie sind über 200 Darlehen im Gesamtbetrage von über £P 40.000 an Industrielle gegeben worden. Diese aushilfsweise ge- 263