Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Journal
- Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Volume
- 1935
- Issue
- 8.1935
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 394 (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
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394 Bedarfs zu decken, und in welchem Maße für uns noch die Möglichkeit zur Verstärkung und Entwicklung der Obstpflanzungen und Weinberge besteht. j. Ackerbau und bewässerter Futterbau. Dies ist einer der Wirtschaftszweige, in welchem wir zu besonders guten Erfolgen unserer Tätigkeit gelangt sind. "Wir verdanken dies in hohem Maße unserer Versuchsstation und dem früheren Leiter der Instruktionsabteilung, Herrn S. Zemach. Von elenden, brachliegenden Feldern mit verschwindend geringem Ertrage, wie wir sie heute noch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft finden können, gelangten wir im unbewässerten Feldbau zu Ernteerträgen, die vor denjenigen in den höchst entwickelten Ländern nicht zurückstehen — natürlich im Verhältnis zur jährlichen Regenmenge. Anstelle der 60 kg Weizen pro Dunam, die wir bestenfalls am Anfang hatten, erreichen wir heute in der Mehrzahl unserer Wirtschaften 125 —150 kg pro Dunam. In der Gerste ist bereits die Grenze von 200 kg pro Dunam überschritten. Der Mais, den wir als Sommerfrucht anstelle der Durra und des Sesams in der Fellachenwirtschaft bei uns eingeführt haben, gibt uns ein saftreiches Material zur Einsäuerung an den Stellen, wo die Bewässerung fehlt, und liefert Körner als Viehnahrung. Gewiß leidet der unbewässerte Feldbau häufig unter Dürre, Getreidebrand, der Feldmäuse- sowie anderer Plagen; dennoch ist seine Bedeutung innerhalb unserer Bauernwirtschaften erheblich, weil er den Bedarf des Bauern und seines Viehs an Körnern und Stroh deckt und noch Überschüsse für den Markt liefert. Der Feldbau hat dank der rationellen Bewirtschaftung, der zweckmäßigen Düngung, dem regelmäßigen Felderwechsel und der rechtzeitigen Aussaat und Ernte eine hohe Stufe erreicht. Die Mechanisierung der Arbeit hat inhohem Maße zu ihrer Verbilligung beigetragen; die Traktoren, Sämaschinen, Combines und die automatische Strohpresse bewirken eine erhebliche Ersparnis an Arbeitskräften. Die Erkenntnis der Vorteile einer kooperativen Bearbeitung der Ackerflächen zum Zwecke der Ersparnis an mühsamer Handarbeit und Zeit ist nicht nur in die Kwuzoth, sondern auch in die Moschawim eingedrungen. Die Ergebnisse dieses Zweiges für das Jahr 5694 können aus der beigefügten Aufstellung der Bilanzen der Wirtschaften für 5694 ersehen werden. Auch im bewässerten Futterbau ist ein Fortschritt erkennbar. Die Luzerne ist noch nicht in die Wirtschaften eingedrungen, weil noch eine erhebliche Arbeit zur Erforschung der Sorten, der Bearbeitungsweise, der Bewässerung usw. zu leisten ist; dagegen sind wir beim Klee bereits zu Ernten gelangt, die sich nicht vor den Ernten seines Herkunftslandes, Ägypten, zu verstecken brauchen. Das Grünfutter wirkt günstig auf die Entwicklung der Vieh Wirtschaft ein und verbilligt den Futterbedarf des Rindviehs sehr.