Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Journal
- Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Volume
- 1935
- Issue
- 8.1935
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 390 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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390 4. Der Gemüsekonsum des Jischuw: Es stehen weder Zahlen noch irgendwelche Quellen zur Erlangung genauer Ziffern zur Verfügung, um den Verbrauch der jüdischen Bevölkerung an Gemüsen mit Genauigkeit festzustellen. Das Gemüse bildet im Budget der Versorgung der Familie einen Posten von 8 Prozent. Hiernach besteht die Möglichkeit, zu berechnen, daß jede Arbeiterfamilie 3—4 £P jährlich für Gemüse ausgibt, eine Familie in der Stadt £P 8—10 jährlich. Durchschnittlich kann man berechnen, daß der Jischuw jährlich bis zu £P 500.000.— für Gemüse ausgibt. Da jedoch bei intensiver Bearbeitung der Dunam Gemüse zur Ernährung von 10 Personen ausreicht, ergibt sich, daß die jüdische Landwirtschaft höchstens 10 Prozent des jüdischen Konsums deckt. Diese Schätzungen sind sehr vorsichtig, zeigen jedoch, wie hohe Möglichkeiten zur Vergrößerung und Entwicklung der Gemüsewirtschaft allein für den direkten Konsum für uns noch vorhanden sind. 5. Herstellung von Gemüsekonserven: Um in der Saison, vor allem in den Monaten der reichsten Ernten, in denen das Angebot die Nachfrage übersteigt und dadurch die Preise sinken, Erzeugung und Verbrauch zu regulieren, ist es notwendig, sich besonders für die Entwicklung der Konservierungs- und Saftherstellungs-Branche zu interessieren. Fast alle Gemüse kommen für die Konservierung in Blechgefäßen, Büchsen, Einmachgläsern für den Inlandverkauf in Betracht. Natürlich ist es gut, sich auch für den Auslandsmarkt zu interessieren. Dieser Zweig kann auch, wie in anderen Ländern, als Hausindustrie entwickelt werden, die sowohl für den Bedarf des Hauses als auch den des Marktes dienen soll. d) Der Pflanzungsbau. 1. Pflanzungen in unseren Siedlungen: Unsere Landwirtschaft fand in den bestehenden Kolonien Zitrus-, Mandel- und Weinstockkulturen vor. Gewiß wurden auch von einzelnen Bauern in den Kolonien in nicht bedeutendem Maßstabe Versuche zur Einführung verschiedener Obstsorten gemacht, aber diese Anpflanzungen gingen größtenteils wegen mangelnder Eignung der Sorten und Edelreiser zugrunde. In den arabischen Betrieben und in den meisten Klöstern, insbesondere in der Gebirgsgegend, fand sich schon eine ziemlich entwickelte Kultur von Obstbäumen und Tafeltrauben. Im Laufe der Jahre, beginnend mit der Kriegszeit, nahmen die Mandelbaumpflanzungen und Weinberge in den Kolonien ab; an ihre Stelle traten Pardessim, oder sie wurden zu Bauplätzen parzelliert. Aber auch die Obstbäume in den arabischen Gärten, insbesondere in Judäa, nahmen auf die gleiche Weise ab. Dank dem Wirken des Agronomen Ettinger, eines Freundes des Pflanzungsbaus und erstklassigen Fachmannes, begann dieser in unsere Wirtschaften einzudringen. Ungeachtet der wegen dieser seiner Tätigkeit gegen ihn geübten Kritik, einer negativen Kritik und einer Kritik des Zweifels, führte er