Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 365)
- Language
- German
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33 auf Grund von Zertifikaten. Die Hechaluzbewegung scheint sich zu entwickeln, und eine Gruppe von 17 Chaluzim und Chaluzoth arbeiten jetzt auf dem Lande, um sich in der Landwirtschaft auszubilden. In allen Kreisen der bulgarischen Judenheit ist eine warme Sympathie für diese Bewegung fühlbar. Die Landesorganisation arbeitet energisch an der Gründung einer bulgarischen Kolonie in Palästina. Boden im Umfang von 1700 Dunam ist zu diesem Zwecke in Kubebeh durch die Palestine Land Development Company erworben worden und die Schaffung der Kolonie ist eine Frage der nahen Zukunft. In der Zwischenzeit haben sich ein paar Familien in Har-Tov niedergelassen, und eine amerikanische Gesellschaft hat versprochen, weitere 30 Familien im „Sheinkin-Viertel" anzusiedeln. Um die neuen Immigranten zu unterstützen, wurde ein Immigrations-Fonds von der Landesorganisation geschaffen, der seine Mittel aus zwei Quellen bezieht: a) 4—5 % des Jahresbudgets der Jüdischen Gemeinden und b) ein besonderer Beitrag von 10 °/o aus den Einnahmen des Keren Hajessod. Die Unterstützung der Immigranten geschieht in der Form einer Anleihe. Die. ökonomische Depression, die in Bulgarien herrscht, einerseits und die guten Aussichten privater Industrieunternehmen in Palästina andererseits geben Veranlassung, daß eine Reihe von reichen Juden Kapital in palästinensischen Unternehmen anlegen. So haben z. B. die Juden von Varna eine G.m.b.H. mit einem Kapital von 10—15 Millionen Levas zur Schaffung von Handelsbeziehungen mit Palästina gegründet und die Juden von Haskovo haben eine Tabakfabrik mit einem Kapital von £E 25000 etabliert. Juden anderer Städte beabsichtigen, einen Teil ihres Vermögens in Palästina zu investierein. Anteilnahme der Zionisten an Gemeindeangelegenheiten. Nach zwanzigjährigem hartem Kampf ist es den Zionisten endlich gelungen, einen vollen Sieg auf der Konferenz der Jüdischen Gemeinden davonzutragen, auf welcher konstitutioneil die Organisation der bulgarischen Judenheit auf nationaler Basis angenommen und ratifiziert wurde. Auf Grund dieses Sieges versuchen die Zionisten folgende Ziele zu erreichen: 1. Die Ratifikation der Konstitution zur Organisierung der bulgarischen Judenheit durch die Regierung zu erlangen. 2. Die Nationalisierung der hebräischen Schulen und Vorherrschaft der hebräischen Sprache in denselben. 3. Die Teilnahme der jüdischen Gemeinden an der Arbeit für Palästina. Das erste der gestellten Ziele konnte bis jetzt wegen der unglücklichen Vorfälle, die sich letzthin ereignet haben, noch nicht erreicht werden. Die Zionisten versuchen Ordnung und Disziplin in die jüdischen Gemeinden zu bringen, ohne daß ihre Konstitution bis jetzt legalisiert wurde. Andererseits ist es ihnen aber bereits gelungen, den jüdischen Schulen einen national-hebräischen Charakter zu geben, indem die Stundenzahl für hebräische Sprache und andere jüdische Gegenstände vergrößert wurde, was einen wohltuenden Einfluß auf die Schulen ausübt. Der Zentralrat der Föderation hat beschlossen, Kurse zur Heranbildung von hebräischen Lehrern zu eröffnen und 356