Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 302)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9038125-9054154--1222-9054454- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
willigung zur Anschaffung von Vieh und Arbeitsgerät, um es den Gruppen und Chavuroth zu ermöglichen, verschiedene Arbeiten als Unternehmer durchzuführen. Die Arbeiter in den Kolonien sind in verschiedenen Formen und Gruppen organisiert. Eine der neuen charakteristischen Formen ist die •der „Chavurah". Das Wesen der Chavurah läßt sich in wenigen Worten so umschreiben: Das Eindringen des neuen Einwanderers in -die Arbeit der Kolonien direkt nach seiner Ankunft im Lande zu ermöglichen, ihn an die Arbeit im allgemeinen zu gewöhnen und ihn für landwirtschaftliche Arbeit in ihren verschiedenen Zweigen vorzubereiten. Das Menschenmaterial in diesen Gruppen wechselt von Zeit zu Zeit. Die Arbeiter müssen mindestens ein Jahr in der ChaVuräh! arbeiten, dann kommen an ihre Stelle neue Einwanderer. Die Organisatoren der Chavurah müssen längere Zeit bleiben, ebenso diejenigen Arbeiter, die bereits Erfahrungen auf den verschiedenen Arbeitsgebieten besitzen. Die Existenz der Chavuroth nach einem Jahr beweist, daß diese Organisationsform unter bestimmten Bedingungen die IJebernahme bestimmter größerer Arbeit in den Kolonien ermöglichen kann, wie z. B. die Arbeit in Orangen- und Weingärten. Von der wirtschaftlichen Seite aus kann die Existenz der Chavuroth in den Kolonien die Einführung bestimmter landwirtschaftlicher Arbeitszweige ermöglichen, gegen Gewährung des erforderlichen Lebensunterhalts zu minimalen Preisen an den Arbeiter. Aber, es kann nicht •daran gedacht werden, daß schon heute die Einnahmen aus der Arbeit der Chavuroth die Ausgaben für ihre Organisierung decken könnten. Es muß klar sein, daß man in der Chavurah mit einem künftigen Defizit rechnen muß, das aus der Ueberführung der Arbeiter an die verschiedenen Arbeitsplätze folgt, ferner aus den Verlusten, die in der ersten Zeit aus der Arbeit des neuen Einwanderers sich ergeben, bis er sich an die Arbeit gewöhnt hat und aus der übernormalen Zahl der Krankheitstage. Das Arbeitsdepartement steht auf dem Standpunkt, daß es auch in Zukunft diese Defizite zu decken haben wird. Die wichtigsten Chavuroth sind folgende: Chavurah „Maawar" in Petach Tikwah. Chavurah ,,Hadrom" in Rechoboth mit Abteilungen in Ness Ziona, in Gederah und in Ber Tovijah. Chavurah ,,Haschomron" in Chederah. Abgesehen von diesen Chavuroth existieren noch „P 1 u g o t h", das :sind Abteilungen und Reserven, die sich selbst für landwirtschaftliche Arbeit vorbereiten, im Einvernehmen entweder mit den Prinzipien des Gedud Haawodah oder der Wirtschaft von En Charod. Außer den Chavuroth und Plugoth existieren auch kleinere Kwuzoth, die zur Arbeit zwecks gemeinsamen Lebens und in der Erwartung gemeinsamer Ansiedlung in der Zukunft zusammengeschlossen sind. Bei den Beratungen des Arbeitsdepartements mit dem Departement für landwirtschaftliche Kolonisation zu Beginn des Jahres 5685 wurden die Kwuzoth und Chavuroth, die in den verschiedenen Orten zusammengeschlossen sind, festgestellt, sowie die zu ihrer notwendigen Ausrüstung gehörenden Gegenstände, nämlich Baracken, Arbeitsgeräte und Arbeitsvieh. 293