Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 300)
- Language
- German
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Die „Herausführung zur Arbeit", die nun an Stelle der Verteilung von Anleihen und Hilfsgeldern trat, trug viel dazu bei, die Wolken dieser Not zu zerstreuen, ließ eine optimistischere Stimmung entstehen und diente als Uebergang zur zweiten Epoche der Berichtszeit, die die Epoche vergrößerter Arbeitsmöglichkeiten und. Verdienstmöglichkeiten war und deren erste Spuren sich schon Ende 5684 bemerkbar machten. Der wirtschaftliche Wiederanstieg im Lande kam infolge der Einwanderungsbewegung, die in der letzten Zeit im Lande wieder stärker wurde und infolge des unaufhörlichen, geduldigen Beharrens des Jischuws auf seiner Tätigkeit, trotz aller Krisenzustande. Diese Beharrlichkeit ist es, die in das Land neue Kräfte hineinzieht und die die Kraft des Vertrauens in der Alij ah wachhält und stärkt. Die Einwanderung während der Jahre 5684 und 5685 führte allerdings zu einer übertriebenen Festsetzung in den Städten, zu einer Verteuerung der Boden- und Lebensmittelpreise und zu einer überflüssigen Investierung von Kapital im Handel und ähnlichen Unternehmungen. Aber, ohne zu bestreiten, daß es die Pflicht der zionistischen Energie ist, alle Möglichkeiten aufzubieten, um der Einwanderung eine entschiedene Bichtung zur Produktivität zu geben, muß doch konstatiert werden, daß als Folge der Alijah viel segensreiches geschah, daß Arbeit und Versorgung für Tausende von Händen und Hunderte von Familien geschaffen wurden. In den neuen Arbeitsmöglichkeiten, die infolge der Alijah entstanden, liegt auch der Grund für das Entstehen einer Veränderung in der Art der gegenwärtigen Alijah und in ihrer Verstärkung. Die Besserung der Arbeitsbedingungen und die günstigen Perspektiven für die Zukunft veranlaßten das Arbeitsdepartement im Frühjahr 5685 zu verlangen, daß die Zahl der Zertifikate verdreifacht würde, um 10 000 Menschen ins Land zu bringen, die in sich außer den chaluzischen Kräften auch verschiedene produktive Kreise aus dem Galuth umfassen sollen. Bei der Aufstellung dieser Forderung lag unser Interesse in einer verstärkten Alijah und in ihrer Verbesserung durch chaluzische Kräfte, die sich an neue, produktive Tätigkeit und an neue wirtschaftliche Eroberung machen würden, Kräfte, die sich auf landwirtschaftliche Arbeit vorbereitet hatten und die die Einwanderungsbewegung in der Richtung auf landwirtschaftliche Kolonisation beeinflussen und führen könnten. Trotz der Verstärkung der Alijah, die auf 2500—3500 Menschen im Monat kam, erreichte die Zahl der Arbeitslosen im Jahre 5685 nur 5 °/o der Gesamtzahl der Arbeiter im Gegensatz zu den 12—13 |°/o Arbeitslosen, die früher da waren. Dieser Prozentsatz der Arbeitslosen bezieht sich zum größten Teil auf das wirtschaftlich noch nicht fortgeschrittene Jerusalem, ferner auf Neueinwanderer, die sich in einem Uebergangsstadium befinden. Ein Teil dieses Prozentsatzes fällt auch den erwachsenen Mädchen in den neu einwandernden Familien zur Last, die sich noch nicht an eine Arbeit gewöhnt haben, von der sie im Lande existieren können. Außer der Verkleinerung der Zahl der Arbeitslosen ist auch eine Besserung der Arbeitslöhne zu verzeichnen. Im Zusammenhang hiermit ist eine charakteristische Erscheinung der jüngsten Zeit zu verzeichnen: 19* 291