Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 298)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9038125-9054154--1218-9054450- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2. Den Schwerpunkt der notwendigen öffentlichen Arbeit von den Städten in das Gebiet der ländlichen Kolonisation zu verlegen, um den Arbeiterzentren in den Kolonien zu helfen und ihre Lage zu festigen. Dieser konstruktive Teil im Programm des Arbeitsdepartements für das Jahr 5684 konnte nur. unter der Bedingung einer Vergrößerung des Etats für Arbeitszwecke und nur unter Beteiligung von: Geldquellen anderer Institutionen außerhalb des Keren Hajessod (Pika, Regierung) ausgeführt werden. Die Schwierigkeiten, die bei der Erlangung solcher geldlicher Möglichkeiten und bei der Beteiligung anderer Institutionen bei dieser Tätigkeit sich herausstellten, führten dazu, daß die Tendenz zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse zu einem langsamen, stufenweisen Prozeß wurde, und die Arbeitsabteilung mußte deshalb ihre Hauptanstrengung auf vorübergehende Erleichterung der Verhältnisse richten. Die Tätigkeit kam in verschiedenen Formen zum Ausdruck, unter denen besonders zu erwähnen sind: 1. Ausführung von öffentlichen Arbeiten in den Städten durch Anleihen vom Etat des Arbeitsdepartements. 2. Ununterbrochene Bemühungen zur Anregung der Bautätigkeit (durch die Hypothekenbank) durch neue Investitionen des Keren Hajessod. 3. Erleichterung der Arbeit der Arbeitslosen durch Gewährung von wöchentlichen kleinen Darlehen an Hunderte von Personen durch die Kupath milwe der Histadruth. Als Uebergang zwischen den beiden Richtungen im Programm des Arbeitsdepartements — Uebergang von der Tätigkeit einer zeitweiligen Hilfe zur konstruktiven Arbeit — ist die Ueberführurig des jüdischen Arbeiters zur Tabakarbeit zu erwähnen. Die Schritte der Palästinaregierung zur Entwicklung dieses Zweiges der Landwirtschaft durch Aufhebung des Verbotes von Tabakpflanzungen und durch Aufhebung des' Tabakverkaufmonopols führten zu einer starken Bewegung unter den Kolonisten zur Anlage von Tabakpflanzungen in allen Teilen des Landes. Als der zionistische Markt zuerst die Möglichkeit des Verkaufs der zukünftigen Tabakernte entdeckte, führte dies zur Verstärkung der Bewegung und verursachte eine Prüfung der Frage, ob auch der jüdische Arbeiter hier mitwirken könne. Das Arbeitsdepartement hielt es für seine Pflicht, besondere Aufmerksamkeit den Anstrengungen der Organisation landwirtschaftlicher Arbeiter zu schenken, Möglichkeiten für den Eintritt des jüdischen Arbeiters in die Tabakarbeit zu finden. Wegen der Neuigkeit dieses Arbeitszweiges, wegen des Mangels an Erfahrungen und Unkenntnis seiner Bedingungen schien es von vornherein klar, daß die ersten Schritte des.; jüdischen Arbeiters beim Eindringen in diesen Arbeitszweig große Schwierigkeiten begleiten würden. Die von den Kolonisten gestellten Arbeitsbedingungen blieben weit unter dem Existenzminimum des jüdischen Arbeiters. Diese Arbeit konnte entweder durch arbeitslose und mittellose in den Städten befindliche Arbeiter ausgeführt werden, oder, durch eine neue Einwanderung von Chaluzim, die damals zur Stärkung der jüdi- 19 289>