Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 287)
- Language
- German
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Aus dieser Uebersicht über die Arbeiten des zentralen Palästina-Amts Warschau während der Berichtsperiode ist zu ersehen, wie sehr die Auswanderungsbewegung alle Teile der jüdischen Bevölkerung Polens ergriffen hat. Die Bewegung ist besonders stark unter gelernten Handwerkern und Kleinfabrikanten. Auch in der Vorbereitung von Chaluzim gibt es eine neue Entwicklung, indem sie ihre frühere Lebensweise aufgeben und sich für ein neues Leben in Palästina vorbereiten. Im ganzen Lande ist eine starke Empörung gegen die Immigrationsbeschränkungen zu verspüren,die zur Zurückweisung von Zehntausenden von Gesuchen zwingen. Das Palästina-Amt in Wien. Seit 1. April Î923 wird das Palästina-Amt durch Herrn Dr. Nahum Blauer geleitet. Die beim Palästina-Amt bestehende Kommission ist im Sinne der Beschlüsse des XIIL Zionisten-Kongresses zusammengesetzt und besteht aus 9 Personen. Die Kommission wählte zwiecks Behandlung der laufenden Angelegenheiten aus ihrer Mitteein aus 5 Mitgliedern bestehendes Präsidium. Die Machlakath-Haawodah, der auch ein Mitglied des Präsidiums beigegeben ist, beschäftigt sich vornehmlich mit der Qualifikation der zur Auswanderung nach Erez Israel sich meldenden Chaluzim. Das gute Verhältnis zu den,für die Auswanderung nach Palästina in Betracht kommenden Behörden, vor allem zum britischen Konsulate und zur britischen Paßstelle in Wien, sowie zu den österreichischen Behörden hat sich durch das jahrelange Zusammenarbeiten noch mehr gefestigt. Im September 1924 besuchte der Leiter des Immigrations-Departements und Mitglied der Zionistischen Exekutive, Herr Prof. Pick,, das Wiener Palästina-Amt. Zu Beginn des Jahres 1924 wurde das Palästina-Amt durch den Alijah-Inspektor der Exekutive, Herrn J. Gordon, inspiziert. Neben seiner Funktion als Landes-Palästina-Amt für Oesterreich,, hat das Wiener Palästina-Amt als Durchgangsstelle für aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn kommende Palästinawanderer an den allgemeinen Problemen der Palästinawanderung mitzuwirken gehabt. In reger Verbindung stand diesbezüglich das Palästina-Amt, abgesehen von dem Immigrations-Departement in Jerusalem, vornehmlich mit den Palästina-Aemtern in Warschau, Lemberg, Prag und Triest.. Mit Rücksicht auf die im Jahre 1923 erfolgte Erschließung der rumänischen Route für die Wanderung aus Ost-Europa nach Palästina nahm die Durchwanderung über Wien immer mehr ab und der gesamte technische Apparat des Wiener Palästina-Amtes konnte demgemäß den Verhältnissen entsprechend immer mehr eingeschränkt werden. Aber auch für die noch immer sich abwickelnde Durchwanderung nach Palästina via Wien konnten im Laufe der Zeit gewisse Erleichterungen eingeführt werden. So wurde neben anderem durch die Abschaffung der sogenannten grünen Legitimationskarten und durch die Aufhebung der mehrtägigen Quarantäne in Triest, welche Zeit die Durchwanderer zumeist in Wien zu verbringen pflegten, die ungehinderte Durchwanderung durch Oesterreich ohne längeren Aufenthalt daselbst ermöglicht. 278