Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 282)
- Language
- German
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sein, unsere Arbeit fortzusetzen. Auch die Tätigkeit des Comitato Italiano di Assistenza agli Emigranti Ebrei wird immer schwieriger wegen der schlechten Resultate der Geldsammlungen in Italien. Das Palästina-Amt in Warschau. Das Hineinströmen von ukrainischen Flüchtlingen, das früher einen wichtigen Teil in der Arbeit des Amtes ausmachte, hörte Anfang 1923 auf, da die polnische Regierung die Durchreise russischer und ukrainischer Flüchtlinge verbot. Das Amt begann nunmehr die Organisierung der Auswanderung der polnischen Flüchtlinge in die Hand zu nehmen, die allerdings im Jahre 1923 wegen der damals in Palästina herrschenden ökonomischen Krise nur gering war. Aber im Jahre 1924, als die Verhältnisse in Palästina, da wegen der neuen Tabakindustrie frische Arbeitskräfte benötigt wurden, sich verbesserten, wuchs die Auswanderung aus Polen. Die Nachrichten, die von polnischen Auswanderern aus Palästina nach Polen gelangten, ließen auch in solchen Kreisen Begeisterung für die Auswanderung entstehen, die sich bis dahin der zionistischen Bewegung fern gehalten hatten. Hunderte von Menschen sprachen täglich im Palästina-Amt vor, um Erkundigungen einzuziehen, und dasselbe war der Fall in den großen Palästina-Aemtern in Wima, Lemberg und Krakau, sowie in den verschiedenen Filialen, so in Lodz, Radom, Bialystok, Kaiisch, Czenstochau, Brisk, Pinsk und anderen Städten. Die ökonomische Lage in Polen, die sich täglich verschlechterte, zwang viele Kaufleute und Fabrikanten, ihre Geschäfte aufzugeben. Zu den üblichen Auswanderungskategorien trat eine andere Gruppe, nämlich jüdische Touristen, die nicht nur das Land kennen lernen wollten, sondern es von dem Gesichtspunkt aus besuchten, ob sie dort für ihr Geschäft oder Unternehmen eine Möglichkeit finden würden. Es entstanden Gesellschaften in Warschau, Lodz und anderen Städten, deren Mitglieder Geld zum Landkauf in Palästina investierten, um sich dort bei der ersten Gelegenheit ansässig zu machen. So wurden beträchtliche Summen investiert, die hoffentlich die wirtschaftliche Lage dort erheblich verbessern werden. Der Drang zur Auswanderung war besonders groß bei der jüdischen Jugend. Die Organisation „Hechaluz", die Tausende von jungen Mädchen und Männern als Mitglieder hat, die für Palästina beruflich vorgebildet sind, stellte Gruppen landwirtschaftlicher Arbeiter und andere Arbeitergruppen zur Auswanderung zusammen. Eine ähnliche Tätigkeit wurde von den Zeire Misrachi und vom Haschomer Hazair entfaltet. Die Arbeitsabteilung des Palästina-Amtes, deren Aufgabe die Auswahl derjenigen Emigranten ist, die Zertifikate erhalten sollen, empfing aus jeder Stadt und jedem Dorfe Tausende von Bewerbungen, von denen aber nur ein sehr kleiner Teil zur Erteilung von Zertifikaten empfohlen werden konnte. Das Ergebnis war natürlich bittere Enttäuschung und viele Klagen unter den lokalen Gruppen und unter Tausenden von denen, die emigrieren wollten und nicht konnten. Im Jahre 1923 erhielt das Amt 1696 Zertifikate, von denen die Mehrzahl an russische und ukrainische Flüchtlinge gegeben wurde, für die sie von vornherein bestimmt waren. Im Jahre 1924 empfing 18 273