Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 275)
- Language
- German
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1920—22 gut organisiert war und für eine Ausbildung seiner Mitglieder sorgte, hat seine Tätigkeit nach einer kurzen Unterbrechung wieder aufgenommen. In 1924 hatte das Palästina-Amt eine bedeutende Aufgabe zu erfüllen, indem es den russischen Emigranten, von denen die 3 D 3 meisten Mitglieder des Hechaluz und anderer zionistischen Organisationen waren, bei ihrer Reise nach Palästina hilfreich zur Seite stand. Es gelang dem Palästina-Amt auch, Zertifikate für Emigranten zu erhalten» die ursprünglich nach Amerika gehen wollten und deren Absicht durch die Einwanderungsbeschränkungen dieses Landes vereitelt wurde. Das Palästina-Amt in Saloniki. Der Strom von jüdischen Palästinaeinwanderern aus Griechenland und besonders aus Saloniki, der früher schwach war, vergrößerte sich sehr stark, als im Juni 1924 das Palästina-Amt in Saloniki eröffnet wurde. Die Gründe dafür waren vielfältig. Vor allem zwingt das drückende Gesetz der zwangsweisen Sonntagsruhe viele Juden, das Land zu verlassen. Das Palästina-Amt ist buchstäblich belagert von Massen von Handwerkern, Arbeitern und kleinen Geschäftsleuten, die so bald als möglich nach Palästina fahren wollen. Auch viele Kaufleute verlangen Information über die ökonomischen und Niederlassungsmöglichkeiten von Palästina. Die Abfahrt des ersten großen Kontingents von Emigranten und Touristen gab Anlaß zu frenetischer Begeisterung auf seiten der jüdischen Bevölkerung. Vom 1. Juli bis 15. Oktober 1924 fuhren zirka 500 Juden aus Saloniki nach Palästina, und 350 davon siedelten sich dort an. Unter ihnen befinden sich einige reiche Kaufleute und Industrielle, Steinmetze, Schuster sowie eine Gruppe von Chaluzim, die im Emek Jesreel Arbeit fand. Infolge der geringen Anzahl von Zertifikaten, die dem Palästina-Amt in Saloniki zugewiesen wurden (zirka 30), mußte die Auswahl sehr vorsichtig getroffen werden. Während der Wintermonate war die Zahl der Emigranten verhältnismäßig klein, und das Palästina-Amt nahm die Gelegenheit wahr, um verschiedene Projekte in Zusammenhang mit der Zionistischen Exekutive auszuführen. Nach großer Anstrengung wurde auch das erste dieser Projekte, die Ansiedlung jüdischer Fischer aus Griechenland in Palästina, im Winter zur Ausführung gebracht. Diese Gruppe besteht aus 14 Familien und arbeitet bereits unter guten Bedingungen in Akko. Das Bureau in Saloniki ist stolz darauf, diesen Arbeitszweig in Palästina eingeführt zu haben, der viele Vorteile für das Land in sich birgt. Die Entwicklung der Tabakindustrie in Palästina hat ebenfalls sehr große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, um so mehr als eine große Anzahl von Arbeitern bedeutende Erfahrung in diesem Zweige haben. Es wurde zehn Familien ermöglicht, nach Palästina zu reisen und diese erfahrenen Fachleute haben bei den verschiedenen Tabakgesellschaften Arbeit gefunden. Es wird auch ein Versuch gemacht, eine Gruppe jüdischer Schiffer nach Palästina zu senden, und man hofft, daß die Ausbootung der Chaluzim in Jaffa und Haifa bald zum Teil von diesen unternommen werden wird. 266