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Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1925-01-01 · XIV (1925) · p. Seite 181

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Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
XIV (1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 181 (sequence 190)
Language
German
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IRI
…/9038125-9054154--1110-9054342
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Bodenspekulation. Sie trat zuerst in Tel-Awiw auf, wo sich ein für das neue Palästina beschämender Boden- und Hauswucher entwickelte. Die Bodenpreise stiegen dort in kurzer Zeit auf das Vier- und Fünffache und noch mehr. Böden in Tel-Awiw, welche die PLDC. mit 100 £ verkauft hatte, wurden nach einigen Monaten von den Käufern für 400 £ und 500 £ weiterverkauft. Araber, die ihre Böden soeben für 100 £ angeboten hatten, konnten infolge der Konkurrenz privater Spekulanten in wenigen Wochen ihren Boden für 300—400 £ verkaufen. Von Tel-Awiw ging die Bodenspekulation auf Haifa über. Das Gefährlichste aber ist, daß diese Preistreiberei sich auch auf ländlichen Boden erstreckt hat. Es ereignen sich Fälle, wie sie in der Geschichte der ländlichen Kolonisation bisher gänzlich unbekannt waren. Jüdische Gruppen, von Maklern geführt, bieten arabischen Eigentümern für Grundstücke, die diese kontraktlich bereits veräußert haben, so hohe Preise, daß die Besitzer den Kontrakt brechen, die Konventionalstrafe bezahlen und noch einen Profit einstecken können. Um die private Spekulation, die in kurzer Zeit unsere ganze Arbeit vernichten kann, erfolgreich zu bekämpfen, muß das offizielle Institut der Zionistischen Organisation sowohl mit voller Autorität, wie auch mit ausreichenden Mitteln arbeiten können. Um diese Autorität zu erwerben, muß sie sich der Kontrolle seitens der zionistischen Leitung und möglichst auch des Waad Leumi unterstellen und durch Leistungsfähigkeit ihre Monopolstellung rechtfertigen. In erster Linie ist es notwendig, daß das Bodenkauf institut über genügende Mittel verfügt, um aus eigenen Fonds Boden zu erwerben, die erst nach Erlangung des formellen Besitztitels dem Publikum angeboten werden, wohingegen bisher die Gesellschaft oft schon mit Käufergruppen in Verbindung treten mußte, während der Boden nur kontraktlich und noch nicht legal gesichert war. Jeder Erwerb von ländlichem Boden müß mit einem klaren Kolonisationsplan verbunden sein. Die Zionistische Organisation muß die Käufergruppen organisieren und anleiten, damit es in Zukunft vermieden wird, daß Leute als Käufer auftreten, die für die Verwendung der gekauften Böden ohne festen Plan sind. Die Bodenkauf-Gesellschaft muß mit einem Institut zusammenarbeiten, das den Käufern Agrarkredite verschaffen kann. Wenn den heute vielfach vorhandenen Käufern, die über eigene Mittel vion einigen hundert Pfund verfügen, ein Ergänzungskredit gewährt werden könnte, so würde ihnen dadurch die Möglichkeit der Ansiedlung auf dem Lande gegeben, während sie heute in den städtischen Kleinhandel gedrängt werden. Schließlich ist noch darauf hinzuweisen, daß nur ein offizielles Bodenkaufinstitut die Gewähr dafür gibt, daß es die erforderliche Bücksichl auf die politischen Beziehungen der jüdischen Ansiedlung zur arabischen Landbevölkerung nehmen wird, besonders in den Fällen, in denen die fellachischen Pächter, wie es ja auch das Landgesetz erfordert, eine entsprechende Sicherung ihres Lebensunterhalts erhalten müssen. 181

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